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Wer teilt sich mit - und warum?
Kleine Kinder sprechen in ihren Unterhaltungen über ihre Medienerlebnisse oft darüber, wie bestimmte Details in ihren Lieblingssendungen wohl zustande kommen. "Wie haben sie das gemacht, dass das Rad durch die Luft fliegt?" Ohne zunächst zu wissen, auf wen sie sich beziehen, stellen die Kinder eine Frage nach dem Sender. Ältere Kinder fragen schon genauer: "Wie haben es die Filmemacher, wie hat es der Regisseur gemacht, dass es aussieht, als ob ..."

Das Verständnis, dass Medientexte von jemandem produziert, angeboten und gesendet werden, ist die - zunächst recht beschränkte - Vorstellung, die der persönlichen Lebenssphäre der jüngsten Zuschauer entstammt: Das Foto kommt von einem Fotografen, die Filme werden von jemandem mit einer Kamera gemacht.

Medienerziehung setzt bei diesem Wissen an, erweitert und vertieft es mit Hilfe von in eigenen Produktionsprozessen gewonnenen Erfahrungen und Erkenntnissen: z. B.: Fototermin, Kinder produzieren eine einfache Tonaufnahme; sie besprechen die Produktion:

Wann wird das Tonband gestartet, wann angehalten?
Wer gibt dafür das Zeichen?
Ist eine bestimmte Person für die Betreuung des Mikrofons notwendig?


Durch eigenes Tun lernen die Kinder,
dass es in jedem Produktionsprozess eine Reihe von Aufgaben gibt,
was jede Aufgabe beinhaltet,
welche Rolle wem zufällt,
in welcher Beziehung die verschiedenen Rollen zueinander stehen (Abhängigkeiten, Hierarchien usw.).

Durch bewusstes Betrachten
von Einband- und Titelseiten von Büchern,
von Vor- und Nachspann von Filmen und Fernsehsendungen,
von Firmenlogos auf Tonbändern und Plattenhüllen,
von ersten Seiten von Zeitungen und Zeitschriften
bekommt der Sender klarere Konturen.

Das passive Wissen, dass viele Menschen an der Entstehung eines Medientextes beteiligt sind, wird auf diese Art und Weise bewusst gemacht. Ebenso bewusst wird der Umstand, dass diese Menschen Angehörige bestimmter Institutionen (ORF, Filmfirmen usw.) sind. Etwas ältere Kinder erkennen auch, dass es Hierarchien von Rollen und Arbeitsvorgängen gibt.

Aktives Hinterfragen motiviert zu immer komplexeren Fragen:
In welcher Funktion dienen uns und der Gesellschaft die Medien?
Wie werden sie finanziert?
In welcher Beziehung stehen sie zum Staat und zu anderen Institutionen?
Welche Arbeit leisten professionelle Medienanbieter?
Wem gehören die Medien?
Wer steuert Aspekte der Medienproduktion?

Eigene Medienproduktion erleichtert das Erkennen von Zusammenhängen bei professionellen Medienprodukten:
Wir machen eine Zeitung: Was kommt hinein, was lassen wir weg?
Welche finanzielle und organisatorische Unterstützung haben wir?
Wer bestimmt, was wir machen?
Welche Auflage streben wir an? Wie erreichen wir unser Publikum?

Wenn Kinder die professionelle Arbeit anderer aufgrund der eigenen Erfahrungen beurteilen, kann ihnen die Einsicht, dass Medientexte immer zweckorientiert sind, nur förderlich sein. Darüber hinaus erkennen sie, dass Produzenten mit ihrer Arbeit Erfolg oder Misserfolg haben, was sich zumeist in Ruhm oder Hohn niederschlägt.

Und nun einige Vorschläge zur Formulierung von Bildungs- und Lehraufgaben:

Die Kinder sollen befähigt werden
  • zum Feststellen der Textquellen und Autoren,
  • zum Beschreiben grundlegender Produktionsrollen (Produzentin,Geschlechtsspezifische Bezeichnungen Herausgeber),
  • zur Mitarbeit in einer Gruppe - unter Aufsicht von Erwachsenen - Medientexte (z. B. Tonaufnahme, Dias, Videos, Zeichentrickfilme) zu produzieren,
  • zur Eigenproduktion eines Medientextes (z. B. Foto, Poster ...),
  • zur Bezeichnung und Beschreibung der Hauptrollen,
  • zur Beschreibung der weniger "sichtbaren" Produktionsrollen (Produzentin, Herausgeber),
  • zur Bezeichnung wichtiger Medieninstitutionen (z. B. ORF, Kabelkanäle, Zeitungsverlage, Buchverlage).

Die Kinder sollen erkennen und verstehen,
  • dass Medientexte von Menschen produziert werden,
  • dass die Medienproduktion viele verschiedene Rollen umfassen kann,
  • dass es verschiedene Wege gibt, wie ein Text Menschen ansprechen kann,
  • dass die von Medieninstitutionen produzierten Texte zahlreiche Produktionsstufen durchlaufen und komplexe Entscheidungsprozesse umfassen,
  • dass es Unterschiede zwischen einer einfachen Produktion (z. B. Bleistift und Papier, Fotos), komplexer Produktion (z. B. Video, Druck) und industrieller Produktion (z. B. Rundfunk, Postwurfsendungen) gibt.
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