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Frauen und Medien – Interview mit Gabriele Gundacker

 
Große Augen, schmales Gesicht, hohe Wangenknochen. Immer wieder untermauern diese Merkmale das weibliche Schönheitsideal. Auch im jüngsten Fotoprojekt des britischen Fotografen Rankin kam das von Jugendlichen gewünschte Selbstbild auf eindrucksvolle Weise zum Vorschein. Wie geht man mit der zunehmenden Bedeutung von Social Media wie Instagram und den Einfluss auf das Selbstbild(nis) um? Wie verändert sich das Bild der Frau in den Medien und welches Rüstzeug kann man Jugendlichen beim Heranwachsen mitgeben?

 

Wir haben mit zwei Frauen gesprochen, die dieses Thema aus ganz unterschiedlichen Perspektiven bewerten und angehen.

 

Gabriele Gundacker, Gesundheitspsychologin im F.E.M.

 

Mädchen wollen nicht hören, dass sie sich in Schablonen pressen lassen. Viel sinnvoller ist es, sie selbst reflektieren zu lassen, welche Bilder über Frauen und Männer sie wahrnehmen.

 

 

 

Lisa Badura: Gabi, du bist Gesundheitspsychologin und arbeitest in der Frauen- und Mädchenberatung. Stichwort „Frauen und Medien“: Unsere Medien vermitteln nach wie vor Geschlechter-Stereotype und beeinflussen somit das Rollenbild von Heranwachsenden. Gibt es Möglichkeiten, wie man mit Mädchen – und auch Jungen – die von vielen Medien klischeehaften Abbildungen gut reflektieren kann?

 

Gabriele Gundacker: Diskutieren, hinterfragen und Blickwinkel erweitern. Wesentlich ist zu überlegen, was für Ansatzpunkte es gibt und welche Überlegungen ich im Hinterkopf habe. Worum geht es und was möchte ich mit den Methoden erreichen? Konkrete Methoden findet man überall – als Tipp: http://www.give.or.at/material/ oder man kommt zu einem unserer momentan kostenlosen Fortbildungsworkshops im Frauengesundheitszentrum F.E.M.

Bei meiner Arbeit mit Mädchen im FEM mache ich immer wieder die Erfahrung, dass es wenig bringt, die Mädchen auf die Manipulation durch Medien hinzuweisen. Dabei erlebe ich oft, dass sie sich persönlich nicht betroffen fühlen und schon gar nicht hören wollen, dass sie sich in Schablonen pressen lassen. Viel sinnvoller finde ich es, Fragen zu stellen und andere Perspektiven aufzuzeigen und sie selbst reflektieren zu lassen, welche Bilder über Frauen und Männer sie wahrnehmen, welche Schönheitsideale sie erleben und womit sie sich identifizieren können und womit nicht. Es ist wichtig, selbst zu erkennen, wenn man manipuliert wird. Gerade Jugendliche haben meist einen sehr gut ausgeprägten Widerspruchsgeist in sich. Sie können sich in realen Situationen gut gegen Vorschriften zur Wehr setzen, die sie nicht sinnvoll finden und wollen selten so sein wie alle anderen. Diesen Widerspruchsgeist gilt es zu wecken und zu fördern und seine Kraft auch auf Bereiche zu lenken, wo Jugendliche vielleicht manchmal unkritischer sind.

 

Je mehr positive Körpererfahrungen ich mache, desto eher fühle ich mich im eigenen Körper wohl.

 

Stichwort „Körperbild“: Viele Abbildungen der digitalen und analogen Medien zeigen unnatürliche Formen von weiblicher „Schönheit“ und „schlank sein“. Wie kann man helfen, bei heranwachsenden Frauen ein positives und gesundes Körperbild zu etablieren? 

 

Es geht darum, bestimmte Themen im Auge zu behalten, immer wieder mitzudenken und mit den Jugendlichen zu diskutieren. Oftmals geht es um Haltungen und möglichst unterschiedliche Zugänge, über die ein Thema bearbeitet wird. Je unterschiedlicher und vielfältiger, desto eher kann eine Veränderung erreicht werden. Ich finde es immer wichtig, zunächst einmal die eigene Haltung und die eigenen Verhaltensweisen zu reflektieren. Wir alle sind geprägt und beeinflusst von den Bildern, die wir täglich sehen und von den gesellschaftlichen Bezugspunkten, mit denen wir aufwachsen. In den Fortbildungen, die ich für Multiplikatorinnen und Multiplikatoren im Bereich Jugendarbeit anbiete, bitte ich immer einmal zu überlegen, wie man selber zum Thema Gewicht und Körper steht. Wie kritisch ist man selbst dem eigenen Körper gegenüber? Wie oft macht man anderen Komplimente, wenn sie an Gewicht verloren haben oder Kleidung tragen, die eine schlanke Silhouette machen? Welche Bilder verwendet man in der Arbeit mit Jugendlichen – wie werden die Frauen dargestellt? Gibt es eine gewisse Vielfalt an unterschiedlichen Frauentypen und dargestellten Rollenbildern?
Das sind keine speziellen Methoden, aber Überlegungen die wichtig sind, weil sie sich durch alle Bereiche der Arbeit mit Mädchen und Burschen ziehen und nicht nur punktuell wirken. Aber natürlich gibt es auch ganz konkrete Bereiche, die man aufgreifen kann. Etwa das Thema Körpergefühl und Körperwahrnehmung. Je mehr positive Körpererfahrungen ich mache, desto eher fühle ich mich im eigenen Körper wohl. Das können Bewegungserfahrungen sein oder ein Überlegen, was meinem Körper guttut. Oder man macht Körperwahrnehmungsübungen. Ganz wesentlich ist in diesem Zusammenhang natürlich auch das Thema Grenzen. Grenzen der Intimität und auch das Spüren und Erfahren von den eigenen Körpergrenzen. Methoden zu all diesen Themen und Ansatzpunkten gibt es viele. Welche man gerne einsetzen möchte, hängt auch von der eigenen Person ab. Ich glaube, dass es wichtig ist, Methoden zu wählen, die man selbst ausprobiert hat und gerne mag und die man authentisch und begeistert weitergeben kann.

 

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Feminismus auf Instagram – Interview mit Lea Wegner

 

Lea Wegner, Zeichnerin und Illustratorin

 
 

Es geht darum, die grenzenlosen Möglichkeiten ungehindert ausschöpfen zu können. Stereotype sind für mich eine Einengung der eigenen Möglichkeiten und Entwicklung des Charakters.

 

 

 

Wie sehen Bilder von Frauen aus, die nicht gefallen wollen? In Lea Wegners Zeichnungen haben Frauen große Bäuche und Haare an den Beinen. Lea Wegner kämpft gegen ein negatives Körperbild und veröffentlicht ihre Bilder auf Instagram.

 

Lisa Badura: Du bist leidenschaftliche Zeichnerin, hast Graphik und Buchkunst studiert und beschäftigst dich mit feministischen Themen. Deine Zeichnungen zeigen Frauen mit Lebenslust und Selbstbewusstsein. Sie entsprechen aber nicht dem gängigen Frauen-Ideal. Deine Frauen wollen nicht gefallen. Was fasziniert dich an „Gegen-Bildern“? Gegen was kämpfst du an?

 

Lea Wegner: Ich würde meine Zeichnungen gar nicht als so provokativ oder „Gegen-Bilder“ bezeichnen, sondern als realistisches Abbild der Menschen.

Im Endeffekt versuche ich Körper einfach so zu zeigen, wie sie im realen Leben aussehen, ohne Photoshop und ohne gängige Ideale, davon gibt es ja immerhin schon genug. Schönheitsideale sind unrealistisch und für viele auch unerreichbar. Ihnen nachzueifern ist eigentlich nur schmerzvolle Zeitverschwendung. Wir haben nun mal Dellen, die auch mit noch so viel Sport nicht verschwinden, mit der Zeit hängen Brüste, Pickel können wir nicht wegretuschieren, Haare wachsen nach und haben vielleicht auch an manchen Stellen ihre Berechtigung. Meine Ohren würde ich auch nicht abschneiden nur weil das 2019 vielleicht trendy ist. Wenn diese Dinge von allen als so normal angesehen werden würden, wie sie nun mal sind, wären sie für viele von uns auch einfach nicht so schlimm. Und um diese Normalisierung geht es mir.

 

 

 

Deine Zeichnungen strotzen vor Ironie und Humor. Kann man mit Ironie leichter ernste Themen anpacken? Was ist der Schlüssel von Ironie?

 

Ja. mit Humor kann man meiner Meinung nach einfach mehr Menschen erreichen bzw. vielleicht einen leichteren Zugang zu vielen, manchmal komplizierteren Themen finden.

 

Viele Abbildungen unserer digitalen und analogen Medien scheinen mit ihren Männer- und Frauen-Stereotypen oftmals Lichtjahre von einem gleichberechtigten und authentischen Körperbild entfernt zu sein. Was erhoffst du dir für die kommende Generation? Hast du die Hoffnung, dass heutige Jugendliche zunehmend reflektierter und milder mit ihrem eigenen Körperbild umgehen? Oder verschärft sich das Körper-Urteil über sich selbst zunehmend?

 

Natürlich hab ich diese Hoffnung 😀 !

Einerseits habe ich das Gefühl, dass Jugendliche heute mehr Möglichkeiten haben sich zu vernetzten, zu informieren und Zuspruch zu finden, den sie in ihrem direkten Umfeld vielleicht nicht bekämen. Zum anderen sind das Internet, Social Media, Instagram und Co. starke Plattformen zur Propagierung gängiger Schönheitsideale, Gendernormen und so weiter. Also Vor- und Nachteil. Allerdings hat man eben die Freiheit, sich aus einem riesigen Pool an Information und Content auszusuchen, mit was man sich beschäftigen will. Ein bisschen Eigenverantwortung ist natürlich auch immer dabei 😉

 

 

 

Wir haben bald den 8. März: Weltfrauentag. Deine Ausdrucksform ist die Kunst. Gedankenspiel. Du hast eine Gruppe von Mädchen vor dir und dürfest mit ihnen einen Tag lang zeichnen und malen. Wie würdest du ihnen deine „Mission“ schmackhaft machen? Hättest du Ideen, wie man Jugendliche an das Thema „Stereotype und Geschlechterrollen“ heranführt?

 

Wichtig ist immer der Erfahrungsaustausch, neuer Input, andere Blickwinkel, Diskussionen und ehrliche Gespräche miteinander und ein Heraustreten aus der eigenen Komfortzone. Natürlich mit Humor und Leichtigkeit aber eben auch mit dem manchmal nötigen Ernst. Was sich für mich richtig anfühlt, muss für andere nicht gelten, das ist immer wichtig im Hinterkopf zu behalten. Anderen die Freiheiten zu lassen, sich so wohl zu fühlen wie sie es für richtig halten, solange sie niemand anderen damit einschränken und/oder verletzten natürlich! Wenn man sich wohl fühlt in einer dieser Rollen ist das auch gut. Es geht nicht darum, dass Mädchen nicht mehr mit Puppen spielen dürfen oder nur noch Mechanikerinnen werden sollen. Es geht darum, die grenzenlosen Möglichkeiten ungehindert ausschöpfen zu können. Stereotype und Geschlechterrollen sind für mich eine Einengung der eigenen Möglichkeiten und Entwicklung des eigenen Charakters. Stereotype bedeuten auch die Einengung anderer Menschen, wenn ich sie beispielsweise für ihr „nicht gendergerechtes Verhalten “ herabsetze. Wieso Menschen in Kategorien stecken? Wieso nicht Menschen als Individuen betrachten, anstatt eine zweigeteilte Welt in rosa und blau. Fernab dieser Normen können Menschen sein, wer sie sein wollen und nicht wer sie sein sollen.

 

Liebe Lea, vielen Dank, dass du deine vielen spannenden Gedanken mit uns geteilt hast!

 

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Radio als Lernraum – Willkommen bei Radioigel an der Pädagogischen Hochschule Steiermark

 

Wie können medienpädagogische Lehre und Praxisarbeit Hand in Hand gehen?

Wir haben dem Team von Radioigel an der Pädagogischen Hochschule Steiermark einen Besuch abgestattet und erfahren, wie sich Lehrerausbildung, Schulunterricht und weiterführende Fortbildung bei der Förderung von Medienkompetenz optimal ergänzen.

 

 

An Daniela Hodschars Schule stehen die Türen regelmäßig offen. Denn Daniela Hodschar unterrichtet an der Klex, einer Partnerschule von Radioigel. Während des „Offenen Lernens“ produzieren die Schülerinnen und Schüler Sendungen für alle möglichen Fächer. So können die SchülerInnen beispielsweise für Biologie oder Mathematik Termine in Museen, bei Firmen und an Universitäten wahrnehmen und dort ihre Umfragen und ExpertInnen-Interviews durchführen. An der Klex („Klusemann Extern“) wird somit Radio als Lernform und damit als übergreifende Methode in allen Fächern eingesetzt.

 

Daniela Hodschar arbeitet eng mit Wolfgang Kolleritsch zusammen. Wolfgang Kolleritsch ist nicht nur Leiter von Radioigel, sondern unterrichtet auch als Lehrer an der Praxis NMS und ist darüber hinaus mit der medienpädagogischen Lehrerausbildung an der Pädagogischen Hochschule Steiermark befasst.

 

Die Pädagogische Hochschule Steiermark verfolgt bei der Lehrerausbildung ein besonderes Konzept: Medienbildung ist hier curricular verankert, d. h. auch angehende LehrerInnen für Mathematik und Naturwissenschaften realisieren Beiträge über ihr jeweiliges Themengebiet. Die von den SchülerInnen und Studierenden produzierten Sendungen dienen als wichtige Unterrichtsgrundlage – sowohl für die SchülerInnen im Unterricht als auch für die angehenden Lehrerinnen und Lehrer im Rahmen ihres Studiums. Radioigel ist somit Dreh- und Angelpunkt bei der Förderung von Medienbildung für alle Altersklassen.

 

Wir haben uns mit Daniela Hodschar, Wolfgang Kolleritsch und Prof. Dr. Elgrid Messner, der Rektorin der Pädagogischen Hochschule Steiermark, unterhalten. Den SchülerInnen durften wir bei einem Live-Interview und weiteren Produktionen über die Schulter schauen.

 

 

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=e-4rCQNl6nQ&feature=youtu.be

 

Hier geht’s zu den FACTS!

 

 

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Der Medienschwerpunkt an der Europaschule Linz

 

Auf welche Prinzipien legt eigentlich eine Schule Wert, die einen eigenen Medienschwerpunkt hat? Wir haben uns in der Europaschule Linz umgeschaut und mit Direktor Stefan Giegler und zwei LehrerInnen gesprochen, um herauszufinden, wie sie schulische Medienarbeit in der Schulpraxis umsetzen.

 

Die Europaschule Linz hat schon viele Auszeichnungen bekommen und das nicht nur im Medienbereich. Die Teilnahme an Wettbewerben ist ein wichtiges Prinzip der Schule, denn auf die Öffnung der Schule nach außen legt Direktor Stefan Giegler großen Wert. Für ihn ist schulische Medienarbeit kein Luxus, sondern ein unerlässlicher Bildungsauftrag in der heutigen Zeit.

 

Stefan Gieglers KollegInnen Julia Steininger und Wolfgang Wagner haben beim [mla] 2012 in der Kategorie „Medienbildung“ mit ihren Klassenteams einen Preis gewonnen. Ihre SchülerInnen hatten nicht nur mehrere Videos produziert, sondern auch einen Blog kreiert, auf dem sie ihre Medienprojekte (wie z. B. Videos und Fotografieprojekte) regelmäßig veröffentlichen.

 

Julia Steininger und Wolfgang Wagner sind froh, dass die Schulkultur der Europaschule Linz auf viele Freiheiten angelegt ist. Bei der Realisierung der Medienprojekte können sie ihre Stunden blocken und die üblichen Zeitbeschränkungen damit häufig umgehen. Den beiden Lehrkräften ist wichtig, dass ihre SchülerInnen in einem Lernumfeld tätig sind, in dem sie ihre Kreativität uneingeschränkt ausleben können. Auch sie erachten die Medienprojekte ihrer SchülerInnen als ein wichtiges Sprachrohr zur Außenwelt.

 

Wir haben auch die SchülerInnen des Medienschwerpunktes getroffen. Als sie uns einige ihrer Videoproduktionen zeigten, waren sie kaum zu bremsen!

 

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Video-Link: https://vimeo.com/61244460

 

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Das Multimedia-Projekt: NEUE MEDIEN IN DER VOLKSSCHULE

Die Volksschule Breitenlee (Schukowitzgasse 89) im 22. Bezirk in Wien tickt ein bisschen anders.

 

Hier sind die Türen während des Unterrichts geöffnet, hier gehen die SchülerInnen bei schönem Wetter einfach nach draußen, um ihre Übungen zu machen. Ob dafür zu Montessori-Materialien, Stift und Papier oder digitalen Medien gegriffen wird, entscheiden die Kinder in den offenen Lernphasen selbst. Gelernt wird bei dieser anregenden Lernumgebung besonders effektiv – denn hier erfahren die SchülerInnen, was es tatsächlich heißt, Gelerntes einzusetzen, anzuwenden und umzusetzen.

 

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Video-Link: http://vimeo.com/39570373

 
Meine Kollegin Magdalena Holczik und ich trafen die Klassenlehrerin Barbara Zuliani, die uns nicht nur am offenen Unterricht in ihrer „Projekt- und montessoriorientierten Regelklasse“ der 4b teilhaben ließ, sondern auch über den Einsatz neuer Medien in ihrer Klasse erzählte. Mit Kamera ausgerüstet konnten wir uns höchstpersönlich davon überzeugen, wie jedes Kind – ob am iPad, mit Stift und Papier oder mit Bauklötzen, die die Sinne fördern – zum „Baumeister seines Selbst“ wurde. Maria Montessori wäre über diese digitale Entwicklung sicherlich erfreut gewesen!

 

Seit drei Jahren verwendet Barbara Zuliani einen Klassenblog als „kommunikative Drehscheibe“. Hier können SchülerInnen, Eltern und LehrerInnen zwanglos miteinander in Kontakt kommen, sich über Hausübungen verständigen oder anstehende Klassenfahrten besprechen. Gearbeitet wird an iPads, die seit dem 24. Oktober 2011 zum festen Lernwerkzeug im Unterricht geworden sind und jedem Kind zur Verfügung stehen.

 

Aber was passiert mit motorischen Fähigkeiten und Fertigkeiten wie Schreiben, Basteln, Schneiden? Kommen diese Fähigkeiten bei einem zu frühen Medieneinsatz nicht zu kurz?

Mit welchen Argumenten Barbara Zuliani skeptische KollegInnen und Eltern überzeugt und was ihr beim Lernen wichtig erscheint, erzählte Sie uns in einem Interview.

 

Im nächsten Artikel geht es zum vollständigen Interview!

 

Interview mit Barbara Zuliani über: NEUE MEDIEN IN DER VOLKSSCHULE

 

Lisa Badura: Was sind die schönsten Seiten an Ihrem Beruf?

 

 

Barbara Zuliani: Mit den Kindern zu arbeiten und zu entdecken, wie sie mit neuen Dingen umgehen. Wie sie den Weg vom Erkennen zum Anerkennen von Lehrinhalten gehen. Aristoteles sagte über die Aufgabe des Lehrers bzw. der Lehrerin: „Die Aufgabe des Lehrers ist es, die Sache zu klären und den Menschen zu stärken.“

 

War Lehrerin schon immer Ihr Traumberuf?

 

 

Barbara Zuliani: Nein, nicht immer. Ich habe zuerst Musik studiert. Dann habe ich selber drei Kinder bekommen und danach habe ich erst die Pädagogische Akademie gemacht. Allerdings komme ich aus einer Lehrerfamilie. Das muss man schon dazu sagen.

 

Wie kann man als Lehrerin Kompetenzen fördern?

 

 

Barbara Zuliani: Erst einmal kann man die Aufgabenstellung (wie Internetrecherche, Referate, Präsentationen u. v. m.) so formulieren, dass die Kinder als Sieger herausgehen mit einem Neuwert, den sie mit Hilfe der Lehrerin, des Lehrers selbstständig erarbeiten. Wichtig ist das Gefühl „Jetzt weiß ich um ein Stück mehr.“ Es ist etwas sehr Schönes, wenn dieser reformpädagogische Gedanke – dieses selbständige Lernen – erlebt und umgesetzt werden kann. Die Aufgabenstellung soll so konzipiert sein, dass die eigenständige und kreative Lösungskompetenz der Kinder im Vordergrund steht – der Lehrer oder die Lehrerin ist hier als Lernbegleiter oder Lernbegleiterin gefragt. Weiterlesen

Das Video-Projekt: STOP – SAFER INTERNET

 

Safer Internet und Cybermobbing – wichtige Themen im Netz! Was gibt man über sich selbst preis? Und welche Fotos und Infos kursieren bereits? Wo verläuft die Grenze zwischen üblichen Streitigkeiten und ernsthaften Bedrohungen unter Jugendlichen? Sollten LehrerInnen bei Konflikten eingreifen? Oder müssen Jugendliche ihre Angelegenheiten selbst regeln? Welchen Preis muss man heutzutage zahlen, um „dazu“ zu gehören?

 

Wie Jugendliche mit den Themen umgehen, zeigen zwei Videoprojekte, die an unterschiedlichen Schulen in Österreich realisiert wurden. Hier geht es sowohl um Sicherheit im Netz als auch um die Frage, wo (virtuelle) Ausgrenzung beginnt. Die vielfältigen Gedanken und die kreative Herangehensweise sprechen für sich!

 

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Video-Link: http://www.youtube.com/watch?v=F_GVvg-26_Q

 

Das Projekt „Stop – Safer Internet“

An der HLW/FW Deutschlandsberg (Steiermark) produzierten 16-jährige SchülerInnen (Klasse 3c) mit Unterstützung ihres Lehrers Andreas Hofer „Stop – Safer Internet“. Das Ergebnis ist ein Kurzfilm, der metaphorisch auf die Gefahren im Internet aufmerksam machen soll und sich speziell an Jugendliche wendet.

 

Wie entstand das Thema?

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Das Video-Projekt: KELLERKINDER

 

Ein Jugendlicher lebt nur in seiner digitalen Phantasiewelt – dort ist er der Held, im realen Leben kann er sich nicht behaupten. Über ein Computerspiel gelingt es einem Mädchen, ihn wieder mit allen Sinnen ins wirkliche Leben zurückzuholen. Unter der Leitung der Lehrerin Sophie Dlapa wurde „Kellerkinder“ am Schulzentrum Ungargasse (Wien) mit 18- bis 19-jährigen SchülerInnen durchgeführt. Das Ergebnis ist ein Kurzfilm in Stop-Motion-Technik.

 

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Video-Link: http://www.youtube.com/watch?v=Alh-YBZ0M3I

 

Wie entstand das Thema?

Sophie Dlapa: „Der Vorschlag für das Thema des Videos kam von den SchülerInnen selbst. Das Thema wurde bei einem Brainstorming gefunden und die Handlung wurde dann im Rahmen eines Workshops festgelegt. Die SchülerInnen haben die Erfahrungen, die sie selbst mit 13 bis 16 gemacht haben, eingebaut. Sie wollten gern zeigen, welche Unterschiede zwischen dem virtuellen und dem realen Leben sein können. Die Idee war, dass viele Bereiche – vor allem der zwischenmenschliche – zu kurz kommen, wenn man sich ausschließlich in der virtuellen Welt bewährt. Der große Hero bei Computerspielen wird in der realen Welt nicht akzeptiert, lebt in seiner Traumwelt, wird gemobbt.“

 

Wie sah der Projektverlauf aus?

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Das Projekt: RADIO POLY

 

Sich selbst in Szene setzen – ohne dabei sichtbar zu sein! Nicht ein Widerspruch? Dass es geht, davon konnte ich mich selbst überzeugen, als ich die SchülerInnen der RadioPoly-Gruppe vor kurzem traf und ihnen bei der Arbeit über die Schultern schauen durfte. Beachtlich war die Diskutierfreude der aufgeweckten Radiogruppe – alle Ideen und Gedanken konnten so frei gesammelt und ausgetauscht werden. Sobald es ans Lesen in verteilten Rollen ging, gehörte die Aufmerksamkeit allein den Vortragenden. Es konnte losgehen!

 

 

Aber wie erzeugt man eigentlich Aufmerksamkeit lediglich durch die Anwendung der eigenen Stimme? Und wie verschafft man sich überhaupt Gehör in einem Zeitalter, in dem alle Arten von Medien Informationen immer schneller an uns herantragen? Verlernen wir angesichts eines Überangebots an audiovisuellen Reizen vielleicht eine der wichtigsten Kulturtechniken überhaupt: das Hinhören und Zuhören?

 

Dass Radioarbeit genau an dieser Stelle ansetzt und dabei Wissensvermittlung und komplexes Sprachverständnis auf eine Art kombiniert, die sogar Spaß macht, zeigen die Erfahrungen des Projektes RadioPoly, das seit dem Schuljahr 2010/11 an der Polytechnischen Schule (PTS) Wien 3 durchgeführt wird. Dieses Projekt möchte längerfristig und nachhaltig SchülerInnen und LehrerInnen der PTS für das Medium Radio gewinnen – nicht nur, um die Gestaltungsmöglichkeiten kennenzulernen, sondern vor allem, um dieses Medium als Werkzeug der Kommunikation für ihre spezifischen Anliegen zu nutzen.

 

Was genau wird bei RadioPoly gemacht?

 

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