Video

Homeschooling4kids.at • Learning Lessons #01

Print Friendly, PDF & Email
Die Macher*innen von homeschooling4kids.at

„Jede Krise kann eine Chance sein!“, ist ein bekannter Sinnspruch und egal wie man dazu steht, diese 5 Student*innen bestätigen in der gegenwärtigen Corona-Situation den Wahrheitsgehalt.


Aus einer Lehrveranstaltung an der PH Wien entstanden, entwickelten die vier Studierenden zusammen mit einem Entwickler aus Deutschland (auch noch im Studium) in kürzester Zeit die Plattform https://homeschooling4kids.at, welche für Schüler*innen der Volksschule Lehr- und Beschäftigungsmaterialien nach österreichischem Lehrplan bereitstellt.


Jeder Tag ist dabei einem Thema gewidmet und die Materialien sollen auch ein „Selbststudium“ durch die Volksschulkinder erlauben. Die Macher*innen würden sich – als angehende Lehrende – aber natürlich eine Einbettung in den Unterricht, ob als Teil des homeschooling oder auch des Präsenzunterrichts wünschen. Mehr zu ihrem Selbstverständnis und den Hintergründen kannst Du in diesem Video -Interview erfahren.


Ich erlaube mir darin auch etwas mehr über mich selbst zu erzählen, da ich als der „Neue“ bei mediamanual auch noch in meine Rolle hineinfinden muss.

Aktivieren Sie JavaScript um das Video zu sehen.
Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=5cHsVujUTqA
Zu dieser Serie • Das Interview mit Viktoria von homeschooling4kids


Außerdem hat uns Viktoria, die sich Zeit für meine Fragen genommen hat auch die Mühe gemacht uns eine „Virtuelle Führung“ über homeschooling4kids zu geben.

Aktivieren Sie JavaScript um das Video zu sehen.
Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=BTBH5bgUcVg
Ein Virtueller Rundgang über homeschooling4kids

Zum Schluss von ihr auch noch ein paar Worte zu „Was ist Medienkompetenz?“

Aktivieren Sie JavaScript um das Video zu sehen.
Video-Link: https://youtu.be/ao-wjMBNCWA
Was ist Medienkompetenz?

Das Fazit: Jede Krise kann auch als Chance begriffen werden – die Macher*innen von homeschooling4kids.at haben eindrücklich vorgemacht wie dies funktionieren kann.


Nun stellt sich aber natürlich die Frage: Wie wird es weitergehen? Werden sobald die Umstände sich wieder normalisiert haben auch wieder frühere Verhältnisse einkehren? Können sie wieder einkehren oder müssen wir versuchen unsere Lehren aus dieser Zeit zu ziehen, versuchen das Beste in neue Verhältnisse mitzunehmen?


Eine erste Reaktion ist auf jeden Fall mehr Digitalisierung an den Schulen, doch neben Hardware, Infrastruktur und Standardisierung-Entscheidungen wird es wohl – wie auch in der Vergangenheit schon – der Initiative, Motivation und Kreativität der Lehrenden bedürfen: Sie erwecken Pläne zum Leben und gestalten den Unterricht um das Wichtigste an Schule zu verwirklichen: Bildung.


Insofern kann ich homeschooling4kids.at nur eines wünschen: Viel Erfolg und die Chance zu einem wichtigen Bestandteil dieser Mission heranzureifen – auch schon für die Jüngsten an unseren Schulen.


PS: Wie bereits erwähnt – und vor allem im Video dargestellt – bin ich der „Neue“ und versuche diese Reihe neu und vor allem anders zu gestalten. Wie gefällt es Euch? Was soll beibehalten werden? Was sollte man noch einmal überdenken? Ich freue mich über Euer Feedback. Euer Michael


Learning Lessons stellt eine Serie von Beiträgen an Erfahrungen und Entwicklungen aus der Corona Krise dar. Die Idee ist daraus hoffentlich etwas für die Zukunft über Medienkompetenz und ihre Anwendung lernen zu können. Alle Beiträge dieser Serie finden sich hier: Learning Lessons by mediamanual • Alle Video-Interviews auch auf youtube.
Hast Du selbst eine Erfahrung zu teilen oder möchtest mir direkt Feedback geben, dann kontaktiere mich über michael.zita@mediamanual.at.

Noch bis 15. Juli 2020 kannst Du Dein Medienkompetenz Projekt beim diesjährigen Media Literacy Award [mla] einreichen. Wir freuen uns dieses Jahr besonders auch auf Deine spezielle mediendidaktischen Innovation, die aus den Herausforderungen von Corona entstanden sind.

Wie junge VolksschülerInnen die Leinwand erobern – Interview mit Elisabeth Köbke (VS Rötzergasse, Wien)

Print Friendly, PDF & Email

 

Elisabeth Köbke

 

 

 

 

„Beim Projekt wurde eine Vielzahl an Kompetenzen abgedeckt. Fragestellungen waren unter anderem: Wie kann ich meine Meinung äußern und begründen? Wie kann ich in Konflikten nach Lösungen suchen? Wie kann ich in Gesprächen respektvoll und angemessen sprachlich handeln?“

 

 

 

 

 

 

 

Klein hatte alles begonnen. Und dann kamen sie ganz groß heraus. Beim media literacy award 2017 wurden die Schülerinnen und Schüler von Elisabeth Köbke (Volksschule Rötzergasse, Wien) für ihr Projekt „Die Geisterjagd“ in der Kategorie „Video“ ausgezeichnet.  

 

Lisa Badura: Ihre SchülerInnen hatten voriges Jahr einen Legetrickfilm erstellt, in dem alle Aspekte eines gelungenen Films enthalten sind: Eine spannende Geschichte, gute Dialoge und eine technisch schöne Ausarbeitung. Beim Anschauen des Films bekommt man den Eindruck, dass Ihre SchülerInnen viel Spaß hatten. Die Stimmen der Dialoge zeugen von Enthusiasmus und Gefühlen der Involviertheit.

Vielleicht könnten Sie kurz umreißen, wie das Projekt entstanden ist, warum es eine fächerübergreifende Kooperation war und wie lang die SchülerInnen am Projekt gearbeitet haben.

 

Elisabeth Köbke: Die im Projekt „Die Geisterjagd“ verwendete Stop-Motion-Technik hat mich schon seit längerem fasziniert, nicht nur im schulischen Kontext. Als eine Kollegin an meiner Schule dann damit begonnen hat, mit einer SchülerInnengruppe einen Film in dieser Technik zu erstellen, war ich sofort inspiriert, dies auch in meinem Unterricht durchzuführen. Am Anfang stand natürlich das eigene Einarbeiten in die Thematik und die Technik, dann entwickelte ich ein erstes Konzept für die konkrete Umsetzung. Dabei stand nicht nur die Deutschförderung im Vordergrund, auch Kompetenzen in Medienbildung und Bildnerischer Erziehung kamen zum Tragen.

Im Oktober 2016 stellte ich das Projektvorhaben schließlich meiner Arbeitsgruppe, bestehend aus sieben SchülerInnen von acht bis zehn Jahren, vor, die sich von meiner eigenen Motivation für die Sache sofort überzeugen ließen. Insgesamt arbeiteten wir etwa neun Monate intensiv an „Die Geisterjagd“, von der Einführung, der Skizzierung erster Handlungsideen, bis hin zur Premiere.

 

Szene aus „Die Geisterjagd“

 

Es liegt nahe, dass junge SchülerInnen noch nicht so viel Erfahrung mit der Realisierung eigener Medienprojekte haben. Wie viel Freiraum haben Sie Ihren SchülerInnen eingeräumt? Welche Vorgaben gab es?

 

Es war mir wichtig, den SchülerInnen viel Freiheit bei der Umsetzung des Projektes zu geben, um die kreativen Prozesse so wenig wie möglich einzuschränken. Zu meinen Vorgaben gehörte die Stop-Motion-Technik, die ich im Vorfeld präsentierte und für die SchülerInnen der Altersgruppe auch gut umsetzbar ist. Eine Limitierung stellte zudem das Material dar: Da es nur eine Kamera und einen Laptop gab, war klar, dass es ein gemeinsamer Film werden musste.

Ich muss zugeben, dass es für mich zu Beginn schwer war, mich aus den Prozessen herauszunehmen und die Entscheidungen und den Ablauf zum größten Teil in die Hände der SchülerInnen zu legen. In kurzer Zeit konnten sie so aber vollkommen selbstständig sämtliches Equipment auf- und abbauen, die Technik bedienen, die Geschichte nach ihren Vorstellungen entwickeln und umsetzen.

 

„Es war nun nicht einfach ein Projekt, es war IHR Projekt.“

 

Die Debatten über Kinder und Medienkonsum sind momentan besonders hitzig und emotional. Übermäßiger Handykonsum ist oft schon bei jungen SchülerInnen ein Thema. Ihre Klasse hat bewiesen, wie man kreativ und ergebnisorientiert mit Medien arbeiten kann.

Wie haben Ihre SchülerInnen den Prozess der Realisierung (Themenfindung, Teammanagment, Austausch kreativer Ideen, technische Ausarbeitung) erlebt? Mit welchen Herausforderungen waren Ihre SchülerInnen bei diesem Medienprojekt – vielleicht das erste Mal – konfrontiert? Was hat gut geklappt?

 

Der Prozess war, vor allem zu Beginn, sehr konfliktreich. Die SchülerInnen haben viele Fragen zur Handlung diskutiert: Worum handelt unsere Geschichte? Wer sind die ProtagonistInnen? Wo findet die Geschichte statt?

Aber auch auf einer Metaebene mussten Aspekte der Zusammenarbeit besprochen werden: Wie werden Entscheidungen in unserer Gruppe getroffen? Wer hat Mitspracherecht? Welche Inhalte sind legitim?

Teilweise wurde von den SchülerInnen auch ein Abbruch des Projekts thematisiert. Doch dazu kam es glücklicherweise nicht, obwohl ich ihnen die Option in diesem Fall offen gelassen hätte.

 

Weiterlesen