Hintergrund

Das war die Woche der Medienkompetenz 2019 – Interview mit Christoph Kaindel

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„Weil wir beinahe unser gesamtes Wissen über die Welt aus Medien beziehen, ist die Bewertung von Informationen eine ganz entscheidende Kompetenz.“

Christoph Kaindel, der Koordinator der Woche der Medienkompetenz, hat gern Weitblick.
Foto: Christoph Kaindel

Lisa Badura: Ein beachtliches Programm hat die „Woche der Medienkompetenz“ heuer wieder zustande gebracht: Über 130 Aktivitäten wurden von Schulen und Universitäten, vom ORF und anderen Institutionen bundesweit initiiert und angeboten. Hat dich etwas besonders gefreut?

Christoph Kaindel: Ich habe mich in diesem Jahr besonders über die tatkräftige Unterstützung durch den oberösterreichischen Presseklub gefreut. Die haben sich wirklich ins Zeug gelegt und viele Angebote organisiert. Einige Zeitungen haben ihre Redaktionen für Schulklassen geöffnet, dazu gab es Führungen im ORF-Landesstudio in Linz und beim Regionalsender LT1.

Du selbst warst bei vielen Veranstaltungen vor Ort. Was waren deine persönlichen Highlights?

Du weißt ja, dass ich mich sehr für Spiele im Bildungskontext interessiere. Darum war ein Highlight für mich ein Workshop an der PH Wien, wo das Projekt GIRAT – Game Informed Recruitment and Assessment Tool – vorgestellt wurde, derzeit in der Pilotphase. Da geht es darum, wie Kompetenzen von Jugendlichen durch das gemeinsame Spielen ausgesuchter Games sichtbar gemacht werden können, zur Selbsteinschätzung, bei Jobmessen oder in Bewerbungsverfahren. Wir haben zwei Spiele, Keep Talking and Nobody Explodes und Spelunky, gespielt und danach über unsere Erfahrungen diskutiert. Sehr interessant, welche Eigenschaften durch gemeinsames Spielen zum Vorschein kommen, vor allem in den Bereichen Kommunikation und Kollaboration.

Thomas Kunze erläutert das Konzept von GIRAT – Game Informed Recruitment and Assessment Tool
Foto: Christoph Kaindel

Spannend fand ich auch eine „Public Value Lecture” an der FH Wien der WKW für Studierende des Studienzweiges Journalismus und Medienwissenschaft. Dort war am 21. Oktober Stefan Kappacher, Leiter des Medienmagazins #doublecheck auf Ö1, zu Gast. Er hat sehr offen und anschaulich über den Recherche-Alltag und die Qualitätssicherung in einem Radiosender erzählt, wie auch über die mögliche zukünftige Rolle des öffentlich-rechtlichen Rundfunks.

Übrigens: Das Public Value Kompetenzzentrum des ORF ist meiner Ansicht nach noch zu wenig bekannt. Dort macht man sich Gedanken genau darüber, wie der ORF, der ja als großes Unternehmen einerseits etwas träge und andererseits durch gesetzliche Bestimmungen reguliert ist, auf Veränderungen in der Medienlandschaft reagieren kann und soll. Auf der Webseite sind viele Studien, Materialien und Videos zu finden, die zum Teil auch für den Unterricht geeignet sind. Hineinzuschauen lohnt sich, auf zukunft.orf.at.

Konrad Mitschka (li.) vom Public Value Kompetenzzentrum des ORF
im Gespräch mit Stefan Kappacher
Foto: Christoph Kaindel

Ob Cybermobbing, Fake News, Gaming, Propaganda im Film oder die Aufbereitung von Nachrichten – so unterschiedlich die teilnehmenden Institutionen waren, so unterschiedlich waren auch die methodischen Zugänge und Themengebiete. Welche Themen siehst du persönlich momentan als besonders dringlich im Schulkontext an? 

Ich halte tatsächlich den Themenkomplex Fake News/Propaganda derzeit für den wichtigsten. Weil wir beinahe unser gesamtes Wissen über die Welt aus Medien beziehen, ist die Bewertung von Informationen eine ganz entscheidende Kompetenz. In vielen europäischen Staaten ist es schwierig geworden sich Zugang zu unabhängigen Nachrichten zu verschaffen. Auch in Österreich wurde versucht, die Berichterstattung zu beeinflussen. Da heißt es wachsam sein und kritisches, also hinterfragendes Denken in der Schule zu fördern. Natürlich hängen das Thema Cybermobbing und Hassrede auch damit zusammen. Wie bei Fake News geht es da um emotional aufgeladene Inhalte und ihre virale Verbreitung bzw. besser Nicht-Verbreitung.

Ein Ziel der Woche der Medienkompetenz ist es, Schulen, (medienpädagogische) Institutionen und Medien zusammenzubringen. Ist dieses Vorhaben deiner Einschätzung nach heuer wieder aufgegangen?

Die Angebote von medienpädagogischen Einrichtungen werden, soweit ich das sehe, von Schulen gerne angenommen. Die Woche der Medienkompetenz kann hier einen wichtigen Beitrag leisten, indem wir zeigen, welche Bandbreite an Angeboten es überhaupt gibt. Eine österreichweite Medienberichterstattung, die wir uns gewünscht hätten, gab es heuer leider nicht. Der KURIER, der im letzten Jahr sehr viel über die Woche der Medienkompetenz und einzelne Projekte berichtet hat, war nicht mehr als Medienpartner dabei.

Dafür gab es, wie gesagt, reichlich Unterstützung durch den oberösterreichischen Presseklub. Auf ORF III wurden zudem preisgekrönte Filmbeiträge des media literacy award [mla] ausgestrahlt. Die APA hat eine kostenlose Presseaussendung ermöglicht und für das nächste Jahr eine weitere Kooperation in Aussicht gestellt. Auch mit dem Verband der Regionalmedien sind wir im Gespräch. Immer mehr Medien werden also auf die Aktionswoche aufmerksam. Aber Pressearbeit braucht natürlich Zeit, und viele Gespräche.

Die Dringlichkeit von Medienkompetenz und Medienbildung kann man auch an der großen Anzahl der Teilnehmerinnen und Teilnehmer sehen. Wenn alle Pläne aufgehen, wird die Woche der Medienkompetenz auch nächstes Jahr stattfinden. Welches Feedback und welche Reaktionen hast du von teilnehmenden Personen vernommen?

Alle Organisationen, die in den vergangenen Jahren dabei waren, haben ihre Angebote auch heuer wieder eingetragen. Und alle, mit denen ich spreche, halten die Aktionswoche für eine gute Sache. Ein wenig wird unser Aktivitätenkalender wohl dazu beitragen, die TeilnehmerInnenzahl der Veranstaltungen zu erhöhen. Vor allem aber wollen wir ja auf die Bedeutung von Medienkompetenz in all ihren Facetten hinweisen. Das sehen offenbar auch die Veranstalterinnen und Veranstalter so. Ich hoffe sehr, dass es die Woche der Medienkompetenz auch im nächsten Oktober wieder gibt.

Was würdest du dir für die WDMK im nächsten Jahr wünschen?

Wie immer wünsche ich mir mehr Beiträge aus den Bundesländern und mehr Beiträge aus Schulen. Dazu hoffe ich auf die verstärkte Teilnahme von Regionalmedien im nächsten Jahr. Ankündigungen in Regionalzeitungen oder freien Radio- und Fernsehsendern sollten die Bekanntheit der Aktionswoche kräftig steigern, und sowohl Anbieter als auch Schulen anregen, ihre medienpädagogischen Aktivitäten in den Kalender einzutragen oder neue Angebote zu entwickeln. Daraus könnten wieder spannende Projekte entstehen, über die in Regionalmedien berichtet werden kann – also ein Gewinn für alle Beteiligten.

Vielen Dank für das Interview!

Zur Person: Christoph Kaindel ist studierter Historiker und seit 20 Jahren als Medienpädagoge tätig, unter anderem war er pädagogischer Leiter des Vereins Wiener Bildungsserver und Lehrbeauftragter an der Pädagogischen Hochschule Wien. Daneben ist er auch als Grafiker und Cartoonist tätig. Sein Lieblingsthema ist Lernen durch Game Design. Bei mediamanual ist er für die Koordination der Aktionswoche „Woche der Medienkompetenz“ zuständig. Er lebt in Gablitz bei Wien.

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Vom 20. – 28. Oktober 2019 waren Schulen, Lehrpersonen, Schülerinnen und Schüler, Vertreter der Medien, der Wissenschaft und Kunst sowie NGOs und Politik eingeladen, sich aktiv mit eigenen Ideen und lokalen Aktivitäten österreichweit an der Woche der Medienkompetenz zu beteiligen.

Die Woche der Medienkompetenz hatte das Ziel, den Schwerpunkt Medienbildung in den gesellschaftlichen Mittelpunkt zu rücken. Kreative Ideen und kritische Impulse von MediennutzerInnen jeden Alters waren herzlich willkommen! Gemeinsam sollten Chancen und Gefahren im Umgang mit digitalen Medien sichtbar und nachvollziehbar gemacht werden.   

Nächstes Jahr findet die Woche der Medienkompetenz vom 18. – 26. Oktober 2020 statt.

Mehr Infos zur Woche der Medienkompetenz

Feingefühl gefragt – Ethik im Journalismus – Interview mit Beate Haselmayer (ORF)

 
Viele Medien lenken ihren Schwerpunkt vor allem auf die Zurschaustellung von Emotionen und sensationsgeladene Informationen. Vor allem Social Media Kanäle leben von der Schnelllebigkeit schlagzeilengetriebener Nachrichten und missachten mitunter Persönlichkeitsrechte und die Wahrung des Pressekodex’.

Wir wollen der Frage nachgehen, was Ethik im Journalismus bedeutet und wie man Medieninhalte aufbereitet, ohne die betroffenen Personen in ihren Persönlichkeitsrechten zu verletzen.

 

Gerade bei sozial heiklen Themen ist ethisches Gespür gefragt. Wie sehr darf man sich einem Menschen mit der Kamera nähern? Ihn in seiner Wohnung und Intimsphäre zeigen? Zur Erzählung von Lebensumständen und persönlichen Schicksalsschlägen ermutigen? Wie berichtet man über persönliche Missstände, ohne die Menschenwürde zu verletzen?

Kurzum, was bedeutet es, journalistisch verantwortungsvoll zu handeln?

 

Eine Journalistin, die mit der Gestaltung von Sozialreportagen betraut ist und sich dabei immer wieder mit der ethischen Dimension von Medieninhalten befasst, ist Beate Haselmayer. Sie ist Journalistin und arbeitet als Reporterin bei „Am Schauplatz“ (ORF). Im Fokus der wöchentlich erscheinenden Sendereihe stehen die Lebensumstände von Menschen, die von Armut, herausfordernden Ereignissen und Isolation betroffen sind. In ihren Reportagen beleuchtet Beate Haselmayer soziale Missstände und wie Betroffene das Sozialsystem in Österreich erleben.

 

Ich treffe Beate Haselmayer in ihrem Stammlokal (Café Weimar), im 9. Wiener Gemeindebezirk.

Mich interessiert vor allem, wie sie bei ihren Recherchen vorgeht, was für sie Ethik im Journalismus bedeutet und wie man medienkritisches Denken schon in der Schule fördern kann.

 

Ein Gespräch mit Beate Haselmayer 

 

Beate Haselmayer im Café Weimar (Foto: Lisa Badura)

 

„Mich interessiert, worin die Ressourcen von Menschen bestehen. Diese möchte ich aufzeigen, da man aus den Lebensgeschichten von Menschen sehr viel lernen kann.“

 

 

Die Frage nach „Inszenierung“ und „Realität“

 

Lisa Badura: Immer wieder hört man, dass Reportagen zum Teil inszeniert sind. Protagonistinnen und Protagonisten werden ermutigt, bestimmte Handlungen auszuführen, die sich gut in eine Geschichte einfügen, die aber nicht von ihnen selbst kommen. Viele Sender arbeiten auch mit „Sripted Reality“, also mit der zugrundeliegenden Methode, Regieanweisungen und Aussagen der handelnden Personen vorzugegeben. Man führt damit die Betroffenen vor, ohne ihnen eine eigene Stimme zu geben. Wie geht ihr bei „Am Schauplatz“ mit dem Thema um? Wie viel „Realität“ darf überhaupt sein?

 

Beate Haselmayer: Als Reporterin versuche ich, so viel Realität wie möglich einzufangen. Gemeinsam mit meinem Kamerateam will ich Situationen dokumentieren, die auch ohne uns stattfinden würden. Wir beobachten Geschehnisse. Wir greifen nicht ein. Scripted Reality und vorgegebene Sätze sind genau das Gegenteil von dem, was wir wollen: das Leben, ganz so wie es ist, darstellen.

Im Unterschied zu den klassischen Nachrichtensendungen, die Politikerinnen und Politiker interviewen, haben wir es oft mit Menschen in schwierigen Lebenssituationen zu tun. Zum Beispiel mit Obdachlosen, Flüchtlingen oder Menschen, die sich in ungewollten Lebenssituationen befinden. Es geht bei uns um die Hintergründe dieser Situationen und Lebensgeschichten.

Nach den entsprechenden Recherchen zu einem bestimmten Thema und dem Auffinden passender Protagonistinnen und Protagonisten ist es üblicherweise so, dass wir telefonische oder persönliche Vorgespräche mit den Personen führen. Uns ist wichtig, die Betroffenen vor den Drehs erst einmal kennenzulernen und eine Vertrauensbasis zu entwickeln. Außerdem versuchen wir schon im Vorfeld abzuklären, was beispielsweise tägliche Routinen sind und wo sich der Protagonist oder die Protagonistin gerne aufhält. Wenn jemand etwa erzählt, dass er oder sie auf Einkäufe im Sozialmarkt angewiesen ist, schlagen wir vor, ihn oder sie bei einem Einkauf zu begleiten. Insofern ist bei uns nichts inszeniert. Nur der Zeitpunkt bestimmter Handlungen kann Drehplantechnisch bedingt abgemacht sein. Die Vorgespräche dienen also dazu, einen Drehplan zu entwickeln und abzuklären, welche Themen überhaupt angesprochen werden dürfen. Wichtig ist uns vor allem Authentizität. Keine der Handlungen vor der Kamera sind unsere Anweisungen oder unsere Ideen.

Oft ist es auch möglich, dass wir Menschen ohne genauen Drehplan mit der Kamera begleiten, weil sich aus der Situation heraus authentische Handlungen ergeben, beispielsweise wenn wir mit Sanitäterinnen und Sanitätern unterwegs sind oder Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeitern. Dann schauen wir einfach beim Dreh, was passiert. Auch spontane Interviews auf der Straße sind bei uns üblich. Wir klären immer vorher mit den Interviewpartnerinnen und -partnern ab, wofür das Material gedreht wird, wo es gesendet wird und klären auf, dass jede Aussage natürlich freiwillig ist.

 

 

Persönlichkeitsrechte und Schaulust

 

Lisa Badura: Wie wahrt man die Persönlichkeitsrechte und die Integrität trotz „Zurschaustellung“ einer Person? Wann muss man als Journalistin oder Journalist wissen, dass die Kamera besser ausmacht wird bzw. man diese vielleicht gar nicht erst anschaltet?

 

Beate Haselmayer: Bei unseren Vorgesprächen – mit Menschen in sehr schwierigen Situationen besprechen wir meist vorher, wie das Interview ablaufen wird – klären wir heikle Themen, die nicht vor der Kamera besprochen werden sollen, immer ab. Wenn wir beispielsweise mit einem Gewaltopfer reden, ist es nicht unser Ziel, bis ins letzte Detail nachzubohren, wann und wie die Gewalt erfahren wurde, sondern eher zu zeigen, wie diese Person hier und heute lebt, mit ihrem Schicksal umgeht und wie sich die Lebensumstände verändert haben. Ich merke immer wieder, dass einige Menschen die Chance nutzen wollen, vor der Kamera ihre Stimme zu erheben und ihre Perspektive darzulegen.

Das ist es auch, was mich an meiner Arbeit antreibt. Mich interessieren Menschen. Jeder Mensch hat Ressourcen. Und mich interessiert, worin diese Ressourcen bestehen. Wie machen Menschen das Beste aus ihrer Situation? Wie gehen sie mit ihrem Schicksal um? Man kann aus den Lebensgeschichten anderer Menschen sehr viel lernen.

 

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Newsletter online: Filmvermittlung im Unterricht

newsletter maerz 2017

Der aktuelle Newsletter ist nun online! Wir haben verschiedene Angebote zu „Filmvermittlung im Unterricht“ für Sie gesammelt und wünschen viel Vergnügen beim Lesen und beim Filme machen!

 

Hier geht’s zum Newsletter „Filmvermittlung im Unterricht“!

 

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Digital Roadmap Austria

Die digitale Strategie der Bundesregierung

Am 19. Jänner wurde im Bundeskanzleramt die Digital Roadmap Austria vorgestellt. Eines der 12 Leitprinzipien lautet: „Digitale Bildung soll möglichst früh beginnen. Kein Kind soll ohne digitale Kompetenzen die Schule verlassen.“ Welche Erfordernisse in Bezug auf die Bildung zukommen, wurden auch formuliert.

  •  Die Strategien der Bundesregierung lauten u.a.:
  •  –  „Neben technischen Fähigkeiten und dem Wissen um die Technik muss auch der kritische und reflektierte Umgang mit Technologien im Sinne der Medien­bildung gefördert werden.“
  •  – „Es geht um einen bewussten und reflektierten Umgang mit neuen Medien und deren Inhalten. […] Verantwortungsvolle Medienpolitik und die Förderung von Medien­kompetenz sind hier besonders gefordert.“

Digital Roadmap

  • Die Maßnahmen der ausgearbeiteten Strategie lauten u.a. wie folgt:
  •  – „Förderung eines reflektierten und verant­wortungsvollen Gebrauchs der Technologien (Medienbildung, Datenschutz, Ethik) in der Schule und praktische Angebote für Erwachsene zur Stärkung ihrer Medienkompetenz“
  •  – „Besondere Maßnahmen zur Förderung von Mädchen und Frauen im digitalen und technischen Bereich.“

Hier geht’s zur DIGITAL ROADMAP AUSTRIA

Hier geht’s zur DIGITAL ROADMAP AUSTRIA Handlungsfeld BILDUNG.

 

Reaktionen zum Thema:

  •  – Chaos Computer Club: Kritik: Digital Roadmap als Lobbyistenwunschkonzert. In diesem Artikel heißt es u.a.: „Der Chaos Computer Club Wien wirft der Regierung vor, die Wünsche der Zivilgesellschaft bei der Erstellung ihrer Digitalisierungsstrategie ignoriert zu haben.“ (futurezone, 19.01.2017).
  •  – Digitalisierung könnte 40 Milliarden Euro bringen. Hier heißt es u.a.: „…. Vom Kindergarten- bis zum Seniorenalter sollen die Maßnahmen der „Digitalen Roadmap“ reichen. Es geht, so Duzdar und Mahrer unisono, „um Medienkompetenz für die Kleinsten bis hin zu Coaching für die Älteren und damit um Teilhabegerechtigkeit.“ (Kurier, 19.01.2017).

 

Radiokolleg – Das medialisierte Kind


oe1Von klein auf mit der Welt vernetzt (1-3). Sendereihe von Johannes Gelich.

 

Diese Woche hat Ö1 eine interessante dreiteilige Beitragsreihe zum Thema mediale Früherziehung gesendet.

Auszug aus der Programmbeschreibung: „Ob Medienkonsum oder mediale Vermarktung, die Zauberformel für den pädagogisch richtigen Umgang mit Medien wurde noch nicht gefunden. Dessen ungeachtet sucht Johannes Gelich in dieser „Radiokolleg“-Reihe Auswege aus der verfahrenen Diskussion rund um die mediale Belagerung unsere Kinder.“

 

 

Hier geht’s zum ersten Teil der Sendereihe sowie zu den weiteren Infos und Literaturtips von Ö1. (gesendet am 23.01.2017)

Hier geht’s zum zweiten Teil der Sendereihe (gesendet am 24.01.2017)

Hier geht’s zum dritten Teil der Sendereihe (gesendet am 25.01.2017)

 

Wie geht es auf dem Blog weiter?!

 

Was ist eigentlich für dieses Jahr alles auf dem Blog geplant? Mit welchen Themen beschäftigen wir uns und welche Aktivitäten sind geplant?

 

Wie gewohnt werden wir Videobeiträge erstellen, in denen wir verschiedene schulische Medienprojekte vorstellen. Auch aktuellen Entwicklungen im Bereich „Medienkompetenz“ werden wir nachgehen und Infos und Hintergründe bereitstellen.

 

Zudem publizieren wir ab sofort monatlich einen Newsletter, der sich einem Thema gezielt widmet.

 

Quelle-mediamanual BlogIm Jänner hat sich die Redaktion mit dem Thema SOZIALE MEDIEN UND SCHULE auseinandergesetzt. Wie sollte man mit Falschmeldungen und Hasspostings, gezielten Lügen und Stimmungsmache im Netz umgehen? Im digitalen Zeitalter ist kritisches Hinterfragen mehr gefragt denn je. Die Schule könnte ein Ort sein, wo diese Phänomene diskutiert, reflektiert und analysiert werden. Grundlegende Skills wie Hinterfragen von Informationen und eigenständiges Recherchieren sind gefragt.

Die Redaktion mediamanual hat unterschiedliche Perspektiven gesammelt, die im Idealfall dabei unterstützen, eine intensive Diskussion in Gang zu setzen – z.B. von Klaus Himpsl-Gutermann, Leiter des ZLI der PH Wien, über die Rolle der Sozialen Medien im Unterricht.

Hier geht’s zum aktuellen Newsletter SOZIALE MEDIEN UND SCHULE.

 

 

Quelle_mediamanual Blog

Im Februar geht es weiter mit dem Schwerpunktthema AUDIO IM UNTERRICHT. Audioproduktionen im Unterricht bereichern die methodische Vielfalt. Sie können sowohl als Mittel zur Sprachförderung genutzt werden, als auch dazu dienen, eine Radiosendung zu realisieren. Vor ab sei schon mal verraten, dass wir gerade dabei sind zu recherchieren, wie Lehrerinnen und Lehrer Audio im Unterricht einsetzen und worauf es dabei zu achten gilt. Außerdem gehen wir der Frage nach, welche Initiativen es bereits gibt.

 

 

Außerdem wird heuer eine Interviewreihe erscheinen. Wir werden mit Personen sprechen, die im medialen Umfeld tätig sind und unterschiedliche Perspektiven zum Thema Medienkompetenz haben.

 

Diagonale Logo

 

Auftakt des ersten Interviews macht Peter Schernhuber, Co-Indentant der DIAGONALE und zudem Juror im Rahmen des media literacy awards 2016. Wir treffen uns demnächst mit Peter und sind schon gespannt zu hören, inwiefern Film- und Medienbildung für ihn ein Thema ist.

 

Manipulieren erlaubt! Das Projekt: „Darstellung der Realität in den Bildmedien“

 

Welche Bilder sind in unseren Medien eigentlich noch echt? Und welchen Bildern kann man noch trauen? Diese Fragen haben sich die Schülerinnen und Schüler der 11. und 12. Schulstufe der HTL Ottakring in Wien gestellt und ein Fotoprojekt realisiert, für das sie kürzlich mit dem media literacy award ausgezeichnet wurden.

 

Selber einmal Bilder manipulieren und selber einmal neue Wirklichkeiten erschaffen. So lautete der Auftrag, den 76 Schülerinnen und Schüler der HTL Ottakring zu bewerkstelligen hatten.

 

Der Aufhänger für dieses Projekt lag für die Lehrer Robert Baumgartner und Richard Wurzer auf der Hand. Als im Frühjahr 2015 während der griechischen Staatsschuldenkrise ein „Fake“-Video vom damaligen Finanzminister Yanis Varoufakis in den Medien kursiert, nehmen die Betreuer das Medienereignis zum Anlass, Inszenierungen und Manipulationen in den Medien zu thematisieren. Im Gegenstand „Digitale Bildbearbeitung“ realisieren sie mit ihren SchülerInnen  ein Projekt, bei dem Bilder ganz gezielt manipuliert werden dürfen. „Denn am besten versteht man Zusammenhänge, wenn man selber experimentieren darf“, so die beiden Projektleiter.

 

Im Rahmen des Projekts, das während des Schuljahres 2014/15 realisiert wurde, haben alle beteiligten SchülerInnen ein eigenes Bild erstellt. Für ihr Fotoprojekt wurde das Team im November 2015 mit dem [mla] ausgezeichnet. (Hier geht’s zur offiziellen Jurybegründung.) Die Fotoarbeiten zeugen nicht nur von technischer Raffinesse, sondern offenbaren auch phantasievolle Bilderwelten.

 

Wir haben einige Mitglieder des Teams getroffen und ihnen bei der erneuten Erstellung der Fotoarbeiten über die Schulter geschaut.

 

Aktivieren Sie JavaScript um das Video zu sehen.
Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=ai2JdIzswsg

 

Hier erfahren Sie mehr über das Projekt.

 

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Bühne frei für die Verleihung der media literacy awards!

 

Vorige Woche war es wieder soweit! Fast 300 LehrerInnen, SchülerInnen und VertreterInnen der Medienbranche kamen zusammen, als am Tag der Eröffnungsgala der Startschuss für das media literacy award Festival fiel!

Vom 4.-6. November fand im Dschungel Wien das [mla] Medienfestival statt. Insgesamt wurden 20 Schulteams aus ganz Österreich für herausragende Medienprojekte ausgezeichnet.

 

Gesangskünstlerin Anne S.

 

Das Programm der Eröffnungsfeier bot jede Menge Zaubertricks, musikalischen Hochgenuss und informativen Input. Denn eingeladen war nicht nur der Performance-Künstler Tricky Niki, sondern auch der Leiter des Social Media-Teams der ZIB Patrick Swanson. Während YouNow-Performerin Anne S. ihre Gesangskunst sowohl analog als auch digital unter Beweis stellte, brachte Beatboxer fii seine musikalische Darbietung mit einfachen Mitteln effektvoll in Szene.

 

 

Das dreitägige Festival bot den Schülerinnen und Schülern die Gelegenheit, ihre Projekte vor großem Publikum vorzustellen. Die Lehrerinnen und Lehrer hatten im Rahmen der begleitenden Fachtagung die Möglichkeit, sich über innovative medienpädagogische Ansätze auszutauschen.

 

 

499 Projekte aus ganz Europa wurden heuer beim media literacy award eingereicht. Eine Anzahl, die nicht nur beachtlich ist, sondern auch zeigt, dass die Realisierung von Medienprojekten für immer mehr Lehrerinnen und Lehrer essentielle Lernform ist.

 

Wir danken allen ProjektleiterInnen für ihren unermüdlichen Einsatz und für ihre Geduld, ihre SchülerInnen bei der Realisierung ihrer Projekte zu unterstützen. Allen Schülerinnen und Schülern danken wir für die Präsentation ihrer Projekte und ihre so dargebotene Kreativität und Innovationsbereitschaft!

 

Wir freuen uns schon auf nächstes Jahr und nehmen ab sofort Einreichungen entgegen.

 

Hier finden Sie die Projekte der frischgebackenen PreisträgerInnen.

Hier finden Sie weitere Infos zum [mla]!

 

 

 

Spiegelgrund oder vom Wert des Lebens

 

Wie stellt man etwas dar, wofür Worte schwer zu finden sind?

Das Klassenteam von Claudia Weinzierl und Tanja Karrer steht am Anfang eines Projekts, in dem Themen rund um den Spiegelgrund und den Wert des Lebens künstlerisch aufbereitet werden sollen.

 

 

Die 3A ist gerade dabei, die medialen Grenzen der Darstellbarkeit auszuloten. Mehrere Filme haben sich die Schülerinnen der Modeschule Wien bereits angesehen. Ihre anschließenden Diskussionen kreisten um die Fragen, was den Wert des Lebens ausmacht und was ein Leben lebenswert macht. Auch wie andere Medien mit diesen Fragen umgehen, war schon öfter Gesprächsthema.

Nun ist das Klassenteam gefragt, seine eigene Sicht der Dinge medial aufzubereiten. Die Schülerinnen stehen am Anfang ihrer Schaffensphase und haben sich je nach Interessenschwerpunkt in Kleingruppen zusammengetan. Nun wird überlegt, wie Themen rund um Inklusion, medizinische Ethik und Menschenwürde medial bearbeitet werden können.

 

Wir haben die Projektgruppe getroffen und sie gefragt, worin ihre Ansätze bestehen und welche Ideen sie umsetzen wollen.

 

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=We1X5B73bF0


Hier geht’s weiter zu den FACTS!

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Computerspiele im Unterricht

 

Schon kleine Kinder lernen, wenn sie „bloß“ spielen. Sie lernen Regeln auszuloten, Grenzen auszutesten, in verschiedene Rollen zu schlüpfen und sich so Stück für Stück Kultur und Wissen anzueignen. Lernen und spielen passen offenbar gut zusammen. Aber geht lernen auch anhand von Computerspielen? Worin liegen die Vorteile, Computerspiele in den Unterricht zu integrieren und wo sind den Spielen Grenzen gesetzt?


Vor Kurzem waren wir wieder mit der Kamera unterwegs und haben Personen getroffen, die vor allem zwei Dinge vereint: Die Leidenschaft für Computerspiele und die Arbeit im und für das pädagogische Umfeld. Unsere Interviewpartner waren einstimmig der Meinung, dass (Computer-)spielen und lernen sehr wohl zusammengehören. Besonders interessiert hat uns die Frage, wie digitale Lernspiele (Serious Games) konzipiert sein müssen und inwiefern es möglich ist, Computerspiele im Unterricht selbst zu programmieren.

 

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=pQbnkjiQHZM

 

 

Hier weitere Infos!

 

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