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Crossing Europe – YAAAS! COMPETITON

 

 

YAAAS! zu rufen bedeutet euphorisch „JA!“ zu sagen. Das Crossing Europe Filmfestival, das seit nunmehr 16 Jahren in Linz stattfindet, hat „Ja!“ zu einer neuen Jugendschiene gesagt und somit eine vierte Wettbewerbssektion dazubekommen, die sich speziell an junges Publikum richtet.

 

Das ganzheitliche Angebot an Filmvermittlung, Erwerb von Medienkompetenz und einer Vielzahl an Workshops richtet sich an Jugendliche von 15 bis 20 Jahren, die so auch die Chance erhalten, sich mit internationalen Medienprofis auszutauschen, zu diskutieren und eigene Produktionen zu schaffen.

 

Wir waren dort, haben das vielfältige Angebot miterlebt und waren beeindruckt.

 

Ein Beitrag von Renate Holubek und Angelika Fürst.

 

 

 

Interview mit Robert Hinterleitner, dem Leiter der YAAAS! Jugendschiene:

 

Wir sind hier in einem der Workshop-Räume, kannst du uns zu Beginn erzählen, welchen Ansatz ihr mit eurem Workshop-Konzept verfolgt?

 

Robert Hinterleitner: Bei den Videoworkshops gibt es insgesamt drei Gruppen, mit jeweils einem Mentor oder einer Mentorin. Wir nennen die Workshopleiterinnen und Workshopleiter  „Mentorinnen“ und „Mentoren“, weil diese nicht in die Arbeit der Jugendlichen eingreifen, sondern die jeweils acht Schülerinnen und Schüler lediglich bei ihrer Arbeit unterstützen. Die Schülerinnen und Schüler kommen aus verschiedenen Schulen und haben unterschiedliche Vorkenntnisse. Es geht hier nicht um Wettbewerb, sondern um den Schaffensprozess und um die Möglichkeit, sich in Fachgebieten wie Kamera, Schauspiel, Ausstattung, Sound und Licht weiterzubilden.

 

Wie bist du auf die Idee gekommen, die „YAAAS!“ Jugendschiene ins Leben zu rufen?

 

Ich bin ja schon einige Jahre auf Jugendfestivals unterwegs (u.a. media literacy award [mla] oder Camera Zizanio in Griechenland) und es war mein Wunsch, neben meiner Tätigkeit in der Schule (Anm.: HBLA für Künstlerische Gestaltung Linz) auch nach draußen zu gehen. Ich bin schon lange bei Crossing Europe dabei und schätze das Festival sehr, besonders weil hier sehr auf gute Kontakte geschaut wird. Dementsprechend entstand die Idee, entweder ein selbstständiges Festival im Bereich Schul- oder Jugendfilm zu gründen oder eine Kooperation mit dem Crossing Europe einzugehen. Und bereits von Beginn an war zudem die Kernidee einer Produktionsschiene vorhanden, in der Schülerinnen und Schüler selbst Videos in gemischten Teams produzieren sollten.

Die Erweiterung des Festivals im Jugendbereich hat Christine Dollhofer, der Leiterin von Crossing Europe, gut gefallen und so konnten wir das gesamte Know-how des Festivals nutzen, was die Organisation für uns enorm erleichtert hat.

 

Ein wesentlicher Teil der YAAAS! Jugendschiene ist das sogenannte „Young Programmers“-Format. Wie funktioniert das?

 

Jugendliche werden von uns eingeladen als KuratorInnen, also als Young Programmers, tätig zu sein. Das heißt wir legen den Jugendlichen eine größere Auswahl an Filmen vor, wo wir meinen, dass diese für ein jugendliches Publikum interessant sind.

Im konkreten Fall wurden fünfzehn Filme von den Young Programmers angesehen – sechs davon haben sie für die Jugendschiene ausgewählt — allesamt Filme, die besonders für das Jugendalter passend sind. In speziellen Schulfilmvorführungen präsentieren die Young Programmers dann diese Filme und moderieren die anschließenden Gespräche mit den Filmgästen auf der Bühne. Die zentrale Idee ist, die Profis direkt mit den Jugendlichen zusammenzubringen.

 

Ein anderes Format von YAAAS! nennt sich „Face-To-Face“. Kannst du erklären worum es dabei genau geht?

 

„Face-To-Face“ bietet Jugendlichen die Möglichkeit, direkt mit Filmprofis aus dem In- und Ausland ins Gespräch zu kommen. In Form von „Speed Dates“ sitzen die Jugendlichen einer Reihe von Profis gegenüber, die aus unterschiedlichsten Bereichen kommen. Wir versuchen dabei ein breites Spektrum anzubieten, u.a. Schauspiel, Regie, Produktion, Festivalleitung bis hin zu Filmkritik. In Gruppen von bis zu drei Personen können die Jugendlichen innerhalb von 15 Minuten alle Fragen stellen, die ihnen einfallen. Dann wird gewechselt.

 

Haben sich die Schülerinnen und Schüler auf die Gespräche vorbereitet?

 

Mehr oder weniger: Manche bereiten sich besser vor, andere weniger — so wie es in der Schule eben ist. Uns war es jedenfalls wichtig, das Setting im Vorfeld zu vermitteln, die Gäste vorab vorzustellen und Schulmaterialien zu den Filmen zur Verfügung zu stellen.

(Hier finden Sie das Programm der Film-Screenings und die erwähnten Schulmaterialien.)

 

Wir waren erstaunt, dass der Ursulinensaal, in dem wir am Vormittag den Film „Schwimmen“  von Luzie Loose gesehen haben, randvoll mit Schülerinnen und Schülern und ihren Lehrerkräften war. Wie viele Personen fasst er?

 

Wir hatten heute 294 Personen in der Vorstellung.

 

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Schwerpunkt im Mai: Medienethik und Medienbildung – Was gibt’s Neues?

 

APA/DPA/JÖRN PERSKE

 

Noch für kurze Zeit verfügbar ist die sehr hörenswerte Ö1 Sendung: Medienkompetenz als Schulfach – Keine Zeitung, viel Handy – Wie man Schülern Medien-Nutzung vermittelt. Der Beitrag beleuchtet Initiativen und Beispiele an österreichischen Schulen, wie Jugendliche Medienkompetenz erlangen.
Gestaltung: Olivia Wimmer.

Hier geht’s zur Ö1-Sendung.

 

 

 

Unser Mai-Newsletter: Medienethik und Medienbildung.

Medienethik hat sowohl die Arbeitsweisen der Massenmedien als auch die Verhaltensweisen der Mediennutzer im Fokus. Gefordert ist eine ethisch gebotene Selbstverpflichtung aller am Medienprozess Beteiligten. Wir haben in unserem Newsletter verschiedene medienethische Konzepte und Zugänge gesammelt und beleuchten die Thematik aus medienpädagogischer Sicht.

Hier geht’s zum Newsletter Medienethik und Medienbildung

 

Am Blog erscheinen demnächst zum Schwerpunkt Medienethik und Medienbildung Reportagen, in denen wir den Fragen nachgehen, wie Ethik im Journalismus und wie Medienethik im Unterricht umgesetzt werden können. Ein Treffen führt uns zu einer Journalistin, die im Auftrag des ORF Sozialreportagen gestaltet. Wir werden darüber sprechen, wie Medienethik im Zeitalter von Social Media aussehen kann.

Die andere Reportage führt uns zum EU-Projekt DigiRes, das vom Zentrum für LehrerInnenbidlung der Uni Wien koordiniert wird. Das Projekt zielt darauf ab, digitale Kompetenzen von SchülerInnen zu stärken und diese zu befähigen, Diskriminierung, Indoktrination und Fake News (DIF) im Internet zu erkennen und Gegenstrategien zu entwickeln. Wir sprechen mit den inhaltlichen Verantwortlichen des Projektes und besuchen eine Schulklasse, in der schon fleißig zum Projekt gearbeitet wurde.

Bald mehr hier am Blog!

 

 

Medienkritik und Medienanalyse: Historischen Bildern auf der Spur – Waldheims Walzer im Österreichischen Filmmuseum

 

„Er schien sein Volk umarmen, umschlingen zu wollen.“

(Ruth Beckermann, Regisseurin von „Waldheims Walzer“)

 

 

Im April widmen wir uns dem Thema „Medienkritik und Medienanalyse“ und fragen uns, wie man sich Medienkritik und Medienanalyse in der medienpädagogischen Arbeit nähern kann. Zu welchen Erkenntnissen kann uns der Einblick in historisches Filmmaterial führen? Wir schlagen eine Spurensuche im Österreichischen Filmmuseum vor und zeigen ein Beispiel auf, bei dem Bilder politischer Inszenierungen die Gelegenheit boten, in vergangene Bilderwelten einzutauchen.

 

Im Rahmen der „Woche der Medienkompetenz“ arrangierte das Österreichische Filmmuseum vergangenen Herbst eine Schulvorstellung zum Film „Waldheims Walzer“ und lud zum anschließenden Publikumsgespräch mit Regisseurin Ruth Beckermann ein. Der Dokumentarfilm ist inzwischen vielfach ausgezeichnet, u.a. in der Kategorie „Bester Kinodokumentarfilm 2019“ auf der diesjährigen DIAGONALE.

 

Katharina Müller vom Österreichischen Filmmuseum im Gespräch mit Ruth Beckermann (Foto: Lisa Badura)

 

Im Dokumentarfilm „Waldheims Walzer“ (2018) zeichnet Ruth Beckermann anhand von Archivmaterial den Wahlkampf des ehemaligen UN-Generalsekretärs Kurt Waldheim um das Amt des österreichischen Bundespräsidenten im Jahr 1986 nach. Die Lücken in der Kriegsbiografie des Politikers bilden die Ausgangsfrage des Films.

Ein Großteil des Archivmaterials zeigt einen Mann, der als öffentlichkeitswirksamer, charismatischer und familienfreundlicher Staatsmann inszeniert wird. Wie hätte man solch einem Mann nicht das repräsentativ höchste Amt in der Republik zutrauen können? Entsprechend großen Rückhalt genoss der Politiker in der Bevölkerung und wurde bekanntlich – wenn auch knapp – 1986 zum Bundespräsidenten gewählt.

 

„Er schien sein Volk umarmen, umschlingen zu wollen,“ ist eine Aussage, die ziemlich zu Beginn des Films aus dem Off kommt und von der Regisseurin selbst stammt. Viele der während des Wahlkampfes entstandenen Aufnahmen gehen noch heute unter die Haut. Es sind Bilder, die verführen und emotional bewegen. Sie zeigen Frauen und Männer, die dem Politiker freudig zujubeln und in die Kamera winken. Es sind affirmative Bilder, die die positive Aura und Reputation des Präsidentschaftskandidaten bestärkt haben dürften.

 

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=g5-SFTA5Cjw&feature=youtu.be

 

Während des Publikumgesprächs berichtete Ruth Beckermann über ihre herausfordernde Rolle im Rahmen des Filmprojekts. Sie war nicht nur Dokumentierende, sondern auch DemonstrierendeIm Film kommen nämlich auch jene Bilder zum Vorschein, die zu Zeiten des Wahlkampfes laut Aussage der Regisseurin von den öffentlich-rechtlichen Medien selten gezeigt wurden. Zum einen handelt es sich um selbst gedrehtes Filmmaterial (von damaligen Demonstrationen, Manifestationen und Kunstaktionen) als auch um Material aus diversen Archiven (Archiv des ORF, Staatsarchive aus dem ehemaligen Jugoslawien, Archiv des Jüdischen Weltkongresses), das die Regisseurin miteinander verwebt und somit auch die andere Seite des Politikers zeigt.

 

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Medienkritik und Medienanalyse

Wir wollen gern auf drei spannende Programmpunkte aufmerksam machen.

Im April widmen wir uns dem Thema „Medienkritik und Medienanalyse“. In unserem aktuellen Newsletter stellen wir interessante Ansätze und Initiativen vor, die sich diesem Thema widmen. U.a. wollen wir durch die mediamanual-Kampagne „DESINFORMIERT“ mit spannenden Hintergründen und Best Practice Beispielen zur Weiterarbeit inspirieren.

 

An dieser Stelle erscheinen demnächst Reportagen, die sich aus ganz unterschiedlichen Perspektiven der praktischen Medienarbeit widmen und dazu einladen wollen, Medienkritik und Medienanalyse im Schulkontext zu thematisieren. Die Reportage „Influencerinnen und Influencern auf der Spur“ führte uns zu einem Workshop, in dem die Werbekompetenz im digitalen Zeitalter gefördert wurde. Die andere Reportage führte uns in eine Schulvorstellung des Österreichischen Filmmuseums, bei welcher der vielfach ausgezeichnete Film „Waldheims Walzer“ mit der Regisseurin Ruth Beckermann diskutiert wurde.

 

Last but not least! Vom 23. -25. Oktober findet der diesjährige media literacy award statt. Bis zum 15. Juli können Projekte in den Kategorien Video, Audio, Print oder Multimedia & Neue Medien eingereicht werden. Wir freuen uns über Ihre Projekte!

 

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Frauen und Medien – Interview mit Gabriele Gundacker

 
Große Augen, schmales Gesicht, hohe Wangenknochen. Immer wieder untermauern diese Merkmale das weibliche Schönheitsideal. Auch im jüngsten Fotoprojekt des britischen Fotografen Rankin kam das von Jugendlichen gewünschte Selbstbild auf eindrucksvolle Weise zum Vorschein. Wie geht man mit der zunehmenden Bedeutung von Social Media wie Instagram und den Einfluss auf das Selbstbild(nis) um? Wie verändert sich das Bild der Frau in den Medien und welches Rüstzeug kann man Jugendlichen beim Heranwachsen mitgeben?

 

Wir haben mit zwei Frauen gesprochen, die dieses Thema aus ganz unterschiedlichen Perspektiven bewerten und angehen.

 

Gabriele Gundacker, Gesundheitspsychologin im F.E.M.

 

Mädchen wollen nicht hören, dass sie sich in Schablonen pressen lassen. Viel sinnvoller ist es, sie selbst reflektieren zu lassen, welche Bilder über Frauen und Männer sie wahrnehmen.

 

 

 

Lisa Badura: Gabi, du bist Gesundheitspsychologin und arbeitest in der Frauen- und Mädchenberatung. Stichwort „Frauen und Medien“: Unsere Medien vermitteln nach wie vor Geschlechter-Stereotype und beeinflussen somit das Rollenbild von Heranwachsenden. Gibt es Möglichkeiten, wie man mit Mädchen – und auch Jungen – die von vielen Medien klischeehaften Abbildungen gut reflektieren kann?

 

Gabriele Gundacker: Diskutieren, hinterfragen und Blickwinkel erweitern. Wesentlich ist zu überlegen, was für Ansatzpunkte es gibt und welche Überlegungen ich im Hinterkopf habe. Worum geht es und was möchte ich mit den Methoden erreichen? Konkrete Methoden findet man überall – als Tipp: http://www.give.or.at/material/ oder man kommt zu einem unserer momentan kostenlosen Fortbildungsworkshops im Frauengesundheitszentrum F.E.M.

Bei meiner Arbeit mit Mädchen im FEM mache ich immer wieder die Erfahrung, dass es wenig bringt, die Mädchen auf die Manipulation durch Medien hinzuweisen. Dabei erlebe ich oft, dass sie sich persönlich nicht betroffen fühlen und schon gar nicht hören wollen, dass sie sich in Schablonen pressen lassen. Viel sinnvoller finde ich es, Fragen zu stellen und andere Perspektiven aufzuzeigen und sie selbst reflektieren zu lassen, welche Bilder über Frauen und Männer sie wahrnehmen, welche Schönheitsideale sie erleben und womit sie sich identifizieren können und womit nicht. Es ist wichtig, selbst zu erkennen, wenn man manipuliert wird. Gerade Jugendliche haben meist einen sehr gut ausgeprägten Widerspruchsgeist in sich. Sie können sich in realen Situationen gut gegen Vorschriften zur Wehr setzen, die sie nicht sinnvoll finden und wollen selten so sein wie alle anderen. Diesen Widerspruchsgeist gilt es zu wecken und zu fördern und seine Kraft auch auf Bereiche zu lenken, wo Jugendliche vielleicht manchmal unkritischer sind.

 

Je mehr positive Körpererfahrungen ich mache, desto eher fühle ich mich im eigenen Körper wohl.

 

Stichwort „Körperbild“: Viele Abbildungen der digitalen und analogen Medien zeigen unnatürliche Formen von weiblicher „Schönheit“ und „schlank sein“. Wie kann man helfen, bei heranwachsenden Frauen ein positives und gesundes Körperbild zu etablieren? 

 

Es geht darum, bestimmte Themen im Auge zu behalten, immer wieder mitzudenken und mit den Jugendlichen zu diskutieren. Oftmals geht es um Haltungen und möglichst unterschiedliche Zugänge, über die ein Thema bearbeitet wird. Je unterschiedlicher und vielfältiger, desto eher kann eine Veränderung erreicht werden. Ich finde es immer wichtig, zunächst einmal die eigene Haltung und die eigenen Verhaltensweisen zu reflektieren. Wir alle sind geprägt und beeinflusst von den Bildern, die wir täglich sehen und von den gesellschaftlichen Bezugspunkten, mit denen wir aufwachsen. In den Fortbildungen, die ich für Multiplikatorinnen und Multiplikatoren im Bereich Jugendarbeit anbiete, bitte ich immer einmal zu überlegen, wie man selber zum Thema Gewicht und Körper steht. Wie kritisch ist man selbst dem eigenen Körper gegenüber? Wie oft macht man anderen Komplimente, wenn sie an Gewicht verloren haben oder Kleidung tragen, die eine schlanke Silhouette machen? Welche Bilder verwendet man in der Arbeit mit Jugendlichen – wie werden die Frauen dargestellt? Gibt es eine gewisse Vielfalt an unterschiedlichen Frauentypen und dargestellten Rollenbildern?
Das sind keine speziellen Methoden, aber Überlegungen die wichtig sind, weil sie sich durch alle Bereiche der Arbeit mit Mädchen und Burschen ziehen und nicht nur punktuell wirken. Aber natürlich gibt es auch ganz konkrete Bereiche, die man aufgreifen kann. Etwa das Thema Körpergefühl und Körperwahrnehmung. Je mehr positive Körpererfahrungen ich mache, desto eher fühle ich mich im eigenen Körper wohl. Das können Bewegungserfahrungen sein oder ein Überlegen, was meinem Körper guttut. Oder man macht Körperwahrnehmungsübungen. Ganz wesentlich ist in diesem Zusammenhang natürlich auch das Thema Grenzen. Grenzen der Intimität und auch das Spüren und Erfahren von den eigenen Körpergrenzen. Methoden zu all diesen Themen und Ansatzpunkten gibt es viele. Welche man gerne einsetzen möchte, hängt auch von der eigenen Person ab. Ich glaube, dass es wichtig ist, Methoden zu wählen, die man selbst ausprobiert hat und gerne mag und die man authentisch und begeistert weitergeben kann.

 

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Feminismus auf Instagram – Interview mit Lea Wegner

 

Lea Wegner, Zeichnerin und Illustratorin

 
 

Es geht darum, die grenzenlosen Möglichkeiten ungehindert ausschöpfen zu können. Stereotype sind für mich eine Einengung der eigenen Möglichkeiten und Entwicklung des Charakters.

 

 

 

Wie sehen Bilder von Frauen aus, die nicht gefallen wollen? In Lea Wegners Zeichnungen haben Frauen große Bäuche und Haare an den Beinen. Lea Wegner kämpft gegen ein negatives Körperbild und veröffentlicht ihre Bilder auf Instagram.

 

Lisa Badura: Du bist leidenschaftliche Zeichnerin, hast Graphik und Buchkunst studiert und beschäftigst dich mit feministischen Themen. Deine Zeichnungen zeigen Frauen mit Lebenslust und Selbstbewusstsein. Sie entsprechen aber nicht dem gängigen Frauen-Ideal. Deine Frauen wollen nicht gefallen. Was fasziniert dich an „Gegen-Bildern“? Gegen was kämpfst du an?

 

Lea Wegner: Ich würde meine Zeichnungen gar nicht als so provokativ oder „Gegen-Bilder“ bezeichnen, sondern als realistisches Abbild der Menschen.

Im Endeffekt versuche ich Körper einfach so zu zeigen, wie sie im realen Leben aussehen, ohne Photoshop und ohne gängige Ideale, davon gibt es ja immerhin schon genug. Schönheitsideale sind unrealistisch und für viele auch unerreichbar. Ihnen nachzueifern ist eigentlich nur schmerzvolle Zeitverschwendung. Wir haben nun mal Dellen, die auch mit noch so viel Sport nicht verschwinden, mit der Zeit hängen Brüste, Pickel können wir nicht wegretuschieren, Haare wachsen nach und haben vielleicht auch an manchen Stellen ihre Berechtigung. Meine Ohren würde ich auch nicht abschneiden nur weil das 2019 vielleicht trendy ist. Wenn diese Dinge von allen als so normal angesehen werden würden, wie sie nun mal sind, wären sie für viele von uns auch einfach nicht so schlimm. Und um diese Normalisierung geht es mir.

 

 

 

Deine Zeichnungen strotzen vor Ironie und Humor. Kann man mit Ironie leichter ernste Themen anpacken? Was ist der Schlüssel von Ironie?

 

Ja. mit Humor kann man meiner Meinung nach einfach mehr Menschen erreichen bzw. vielleicht einen leichteren Zugang zu vielen, manchmal komplizierteren Themen finden.

 

Viele Abbildungen unserer digitalen und analogen Medien scheinen mit ihren Männer- und Frauen-Stereotypen oftmals Lichtjahre von einem gleichberechtigten und authentischen Körperbild entfernt zu sein. Was erhoffst du dir für die kommende Generation? Hast du die Hoffnung, dass heutige Jugendliche zunehmend reflektierter und milder mit ihrem eigenen Körperbild umgehen? Oder verschärft sich das Körper-Urteil über sich selbst zunehmend?

 

Natürlich hab ich diese Hoffnung 😀 !

Einerseits habe ich das Gefühl, dass Jugendliche heute mehr Möglichkeiten haben sich zu vernetzten, zu informieren und Zuspruch zu finden, den sie in ihrem direkten Umfeld vielleicht nicht bekämen. Zum anderen sind das Internet, Social Media, Instagram und Co. starke Plattformen zur Propagierung gängiger Schönheitsideale, Gendernormen und so weiter. Also Vor- und Nachteil. Allerdings hat man eben die Freiheit, sich aus einem riesigen Pool an Information und Content auszusuchen, mit was man sich beschäftigen will. Ein bisschen Eigenverantwortung ist natürlich auch immer dabei 😉

 

 

 

Wir haben bald den 8. März: Weltfrauentag. Deine Ausdrucksform ist die Kunst. Gedankenspiel. Du hast eine Gruppe von Mädchen vor dir und dürfest mit ihnen einen Tag lang zeichnen und malen. Wie würdest du ihnen deine „Mission“ schmackhaft machen? Hättest du Ideen, wie man Jugendliche an das Thema „Stereotype und Geschlechterrollen“ heranführt?

 

Wichtig ist immer der Erfahrungsaustausch, neuer Input, andere Blickwinkel, Diskussionen und ehrliche Gespräche miteinander und ein Heraustreten aus der eigenen Komfortzone. Natürlich mit Humor und Leichtigkeit aber eben auch mit dem manchmal nötigen Ernst. Was sich für mich richtig anfühlt, muss für andere nicht gelten, das ist immer wichtig im Hinterkopf zu behalten. Anderen die Freiheiten zu lassen, sich so wohl zu fühlen wie sie es für richtig halten, solange sie niemand anderen damit einschränken und/oder verletzten natürlich! Wenn man sich wohl fühlt in einer dieser Rollen ist das auch gut. Es geht nicht darum, dass Mädchen nicht mehr mit Puppen spielen dürfen oder nur noch Mechanikerinnen werden sollen. Es geht darum, die grenzenlosen Möglichkeiten ungehindert ausschöpfen zu können. Stereotype und Geschlechterrollen sind für mich eine Einengung der eigenen Möglichkeiten und Entwicklung des eigenen Charakters. Stereotype bedeuten auch die Einengung anderer Menschen, wenn ich sie beispielsweise für ihr „nicht gendergerechtes Verhalten “ herabsetze. Wieso Menschen in Kategorien stecken? Wieso nicht Menschen als Individuen betrachten, anstatt eine zweigeteilte Welt in rosa und blau. Fernab dieser Normen können Menschen sein, wer sie sein wollen und nicht wer sie sein sollen.

 

Liebe Lea, vielen Dank, dass du deine vielen spannenden Gedanken mit uns geteilt hast!

 

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Unser März-Schwerpunkt: Frauen und Medien

 

Screenshot aus der Reportage „No more boys and girls?“

Zu den Grundwerten einer demokratischen Gesellschaft gehört die Gleichstellung der Geschlechter. Doch wie sieht es in der Realität tatsächlich aus? Warum prägen Vorurteile nach wie vor unsere Gesellschaft und welche Rolle spielen die Medien bei der Meinungsbildung? Wie machen Frauen Medien?

 

Unser aktueller Newsletter stellt Angebote und Initiativen vor, die für den Geschlechter-Diskurs von Bedeutung sind und zeigt Beispiele von weiblichen Medien-Netzwerken auf.

 

Hier geht’s zum Newsletter!

 

Unser neuer Newsletter ist da. Thema: Medien und Sucht

 

Was kann man machen, um den eigenen Mediengebrauch bewusst und konstruktiv zu gestalten?

 

Passend zum heutigen SAFER INTERNET DAY wollen wir unseren aktuellen Newsletter vorstellen. Wir haben spannende Initiativen, Tipps und Hintergründe rund um das Thema „Medien und Sucht“ gesammelt.

Warum nicht ein Medientagebuch führen, um das eigene Mediennutzungsverhalten zu reflektieren oder überlegen, wie man mit dem Handy kreativ umgehen kann?

Diese und weitere Ideen finden Sie im neuen Newsletter!

 

 

Hier geht’s zum Newsletter: Medien und Sucht

 

Wie Digitale Grundbildung den Unterricht bereichern kann – Interview mit Klaus Himpsl-Gutermann (PH Wien)

 

Prof. Klaus Himpsl-Gutermann

 

Lisa Badura: Digitale Grundbildung ist in aller Munde. Du bist in der Lehrerfortbildung tätig, befasst dich u.a. mit Life-Long Learning, eLearning und didaktischen Konzepten.

Was hat sich auf Seiten der Lehrerfortbildung seit der Einführung der Digitalen Grundbildung verändert? Worauf legt ihr verstärkt Fokus?

 

Klaus Himpsl-Gutermann: In der Fortbildung haben sich einerseits die Formate, andererseits auch die Inhalte verändert. Unsere Angebote sind vielfältig. Im sehr beliebten (einmaligen) Nachmittags-Workshop können die Lehrkräfte aus einem breiten Themenspektrum (etwa 50 pro Semester) wählen. Hier gilt: Das Ausprobieren von Hands-on und vielen praktischen Beispielen, um ein Gefühl für die unmittelbare Anwendung im Unterricht zu bekommen. Wir bieten auch Lehrgänge im Blended-Learning-Format (2 bis 4 Semester) und ein Programm zur „Schulentwicklungsbegleitung“ an. Dies ist eine Mischung aus Fortbildung, Entwicklungsprojekt und Schulentwicklungsberatung. Auch inhaltlich hat sich das Spektrum wesentlich erweitert. Nach wie vor wichtig ist der Bereich der Mediendidaktik: Wie nutze ich (digitale) Medien professionell, gewinnbringend und didaktisch versiert für die Unterrichtsvorbereitung und -gestaltung? Immer wichtiger geworden sind gesellschaftlich brennende Fragen rund um die Digitalisierung in Alltag und im Beruf. Hier ermutigen wir dazu, eine kritisch-reflektierte Haltung zu Themen zu entwickeln. Stichwort: Der richtige Umgang mit Social Media, künstlicher Intelligenz und fortschreitender Automatisierung.

 

 

Kernkompetenzen des 21. Jahrhunderts heißen u.a. Problemlösungskompetenz und Kreativität.

Gibt es einfache, aber gute didaktische Methoden für den Unterricht, die du deinen Studentinnen und Studenten immer wieder gerne weiterempfiehlst?

 

Hier müssen wir ehrlicherweise zugeben, dass in der Vergangenheit auch Fehler gemacht worden sind. Beispielsweise dass der Informatikunterricht zu anwendungsorientiert und lediglich auf die Office-Programme (Stichwort ECDL) ausgerichtet war. Die Programme sind nach wie vor nicht bedeutungslos, aber entscheidender ist doch, das grundlegende informatische Denken zu fördern und nicht aufzuhören, hinter die Funktionsweisen der Technologien zu schauen. In den Computational-Thinking-Ansätzen wird das gekoppelt mit einer speziellen Didaktik: Schülerinnen und Schüler gehen von einer realen Problemstellung aus und je nach Altersstufe entwickeln sie die Lösungsansätze. Als wichtig erachten wir, dass neben bewährten Problemlösestrategien eben auch eigene, kreative Ansätze ausprobiert werden. Ganz entscheidend ist hierbei das aktive Tun der Lernenden in vielen Phasen des Unterrichts. So praktizieren wir das auch in den Konzepten der Lernräume „Future Learning Lab“ und „Education Innovation Studio“. Mit ganz simplen „didaktischen Tricks“ geht das eher nicht. Es gehört immer ein Verständnis für das Gesamtkonzept dazu. Eine grundlegende Botschaft lautet: Weniger Vermittlung und bloßes Nachahmen vorgegebener Rezepte! Mehr Eigenaktivität der Lernenden zulassen! Dieser Prozess muss gut vorbereitet und betreut werden (wie beispielsweise bei den Flipped-Classroom-Ansätzen). Genau hier können Digitale Medien wie Videos, interaktive Übungen oder AR/VR-Anwendungen in vielen Phasen sehr gut unterstützend eingesetzt werden.

 

 

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Willkommen im neuen Jahr!

 

Wir wünschen allen ein frohes neues Jahr!

 

Auch in diesem Jahr freuen wir uns, spannende Themen aufzugreifen und die verschiedenen Aspekte von Medienbildung zu beleuchten.

 

Welche aktuellen Ausstellungen befassen sich mit Medien auf kindgerechte Weise? Was sagen aktuelle Studien über das Mediennutzungsverhalten von Jugendlichen aus? Und worauf zielt der „Masterplan Digitalisierung hin“?

 

Im aktuellen Newsletter dreht sich alles um die Digitale Grundbildung. Mit Einführung der Verbindlichen Übung in allen Schulen der Sekundarstufe I im Herbst 2018 hat sich auch das Interesse an Medienbildung verstärkt. Das Besondere an dem neuen Lehrplan ist, dass die gesellschaftlichen Aspekte der Digitalisierung, die (Medien)Kommunikation und die (Medien)Kultur, gemeinsam mit Informatik zur Digitalen Grundbildung verschmolzen wurden. Unser Newsletter im Jänner beleuchtet einige Aspekte der Digitalisierung aus dem Blickwinkel der Medienkompetenz.

 

Wir wüschen gutes Gelingen und viel Spaß mit dem aktuellen Newsletter!