Lisa Badura

Das war der media literacy award [mla] 2019

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Letzte Woche hieß es wieder: Bühne frei für Schülerteams, die vor großem Publikum ihre Medienprojekte vorstellten!

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Feierlich eröffnet wurde das dreitägige Festival in Anwesenheit vom Generalsekretär des Bundesministeriums für Bildung, Wissenschaft und Forschung (BMBWF) Martin Netzer. Das eingespielte Moderatoren-Duo Florian Danhel und Heidi Neuburger-Dumancic führte durch den abwechslungsreichen Eröffnungsabend, der nicht nur Einblicke in die Vielfalt schulischer Medienprojekte zeigte, sondern auch Gelegenheit bot, Aspekte der Medienkompetenz zu diskutieren.

Die Jurymitglieder des diesjährigen [mla]
Foto: Hans Hochstöger

Die Jury war auch in diesem Jahr wieder mit vollem Eifer dabei. Neben Moderator Florian Danhel die Jurymitglieder (v.l.n.r.):

Nina Grünberger (Koordinatiorin für Medienbildung am Zentrum für Lerntechnologie und Innovation, PH Wien), Konrad Mitschka (stellvertretender Leiter des Public Value Komptenzzentrums im ORF), Markus Weisheitinger-Herrmann (Geschäftsführer sowie Verantwortlicher für Programm und Produktion bei FS 1, Community TV Salzburg) und Sonja Gabriel (Hochschulprofessorin für Mediendidaktik und Medienpädagogik an der KPH Wien/Krems).

Johannes Jäschke von „23 Grad“
Foto: Hans Hochstöger

In der Lecture vom Startup 23 Grad ging es um Datensammlung und -verarbeitung in unserem alltäglichen Leben.

Nina-Sofie Berghammer
Foto: Hans Hochstöger

Als musikalische Show-Acts bereicherten die Violinistin und Loop-Künstlerin Nina-Sofie Berghammer, die Mädchen-Band CHIANA und die Dance Crew JARF – Urban meets Classic den Abend.

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Insgesamt wurden 21 Preise in den Kategorien MEDIENDIDAKTIK, AUDIO, VIDEO, PRINT und MULTIMEDIA & NEUE MEDIEN vergeben.

Über 600 Schülerinnen und Schüler aus ganz Österreich und einigen anderen europäischen Ländern nahmen mit ihren Lehrerinnen und Lehrern am Festival teil. Die Preisträger-Teams stellten ihre Projekte während der Festivaltage vor. Die Schülerinnen und Schüler brachten auf vielfältigste Weise zum Ausdruck, wie Kreativität und kritisches Denken entstehen können. Die Arbeiten thematisierten neben gesellschaftlichen Themen (Heimat/Zusammenleben/Kommunikation etc.) auch Fragen und Aspekte des digitalen Zeitalters wie z.B. Fake News, Datenverarbeitung und Cyber Mobbing.

Es diskutierten: Konrad Mitschka, Nina Grünberger, Georg Gauß und Petra Missomelius
Moderation: Conny Lee
Foto: Hans Hochstöger
Foto: Hans Hochstöger

Im Rahmen der diesjährigen Fachtagung debattierten die Panelteilnehmerinnen und -teilnehmer, wie eine Gesellschaft zu gemeinsamen Werten kommt. Dabei wurde erörtert, welche ethischen Fragen wir uns im Zusammenhang mit dem Zugang und der Verwendung von Informationen heute stellen müssen. In seiner Keynote stellte Konrad Mitschka (ORF) u.a. die Frage, was passiert, „wenn die Meinungsbildung der Menschen nicht mehr von einem demokratisch geregelten, öffentlichen Diskurs, sondern von unüberprüfbaren Algorithmen und intransparenten Strategien globaler, kommerzieller Geschäftsmodelle gelenkt und von medialer Empörungsbewirtschaftung befeuert wird?“

Anhand praktischer Beispiele aus dem Schulalltag diskutierten Lehrpersonen, unter welchen Bedingungen Medienprojekte gelingen können, welche Faktoren einen positiven Einfluss auf den Lernprozess haben und was man im Internetzeitalter wissen und können sollte.

Das Theaterhaus für junges Publikum – Dschungel Wien
Foto: Hans Hochstöger

Wir gratulieren allen Preisträgerinnen und Preisträgern sehr herzlich zu ihren Auszeichnungen! Allen Lehrerinnen und Lehrern danken wir dafür, dass sie ihre Teams dabei unterstützt haben, die Projekte durchzuführen!

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Wir freuen uns schon auf nächstes Jahr – der media literacy award [mla] geht dann in die 20. Runde!

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Mehr nachzulesen ist auf unserem INSTAGRAM Kanal #wdmk19 facebook und Twitter!

Das Programm zur Fachtagung: https://www.mediamanual.at/fileadmin/user_upload/Programm_Fachtagung_2019.pdf

Hier sind alle Preisträger zu finden: https://www.mediamanual.at/best-practice/

Hinter den Kulissen: Fakten auf der Spur – die 6C des Gymnasiums Geblergasse in Wien zeigt wie es geht

 

Wie erkennt man „Fake News“ und welche Interessen stecken dahinter? Wie organisiert man eine eigene mediale Kampagne und klärt über Auswirkungen von manipulierten Meldungen auf?

 

Im Rahmen von „Digital Resistance“ (DigiRes) hat sich die 6C des Gymnasiums Geblergasse in Wien mit den Themen rund um Fake News, Desinformation und Manipulation befasst und dazu eigene Medienprojekte erstellt. Das von der EU geförderte Projekt DigiRes wurde initiiert, um im Sinne des Digital Citizenship-Ansatzes den Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit zu bieten, gesellschaftliche Teilhabe auszuüben und durch eine eigenständige Wissensaneignung das selbständige Lernen zu fördern (Interview mit Johanna Urban von DigiRes hier).

 

Ich besuche die 6C, um mehr über die Projekte, die im Rahmen von DigiRes entstanden sind, zu erfahren. Zusammen mit seiner Kollegin Verena Nenning betreut Matthias Leichtfried das fächerübergreifende Projekt (Geschichte und Deutsch). Die Schülerinnen und Schüler haben ihre Arbeiten bereits fertig gestellt. In Kleingruppen realisierten sie insgesamt fünf Videos und ein Comic.

 

Am Tag meines Besuchs wird der „Aktionstag“ geplant. Die Schülerinnen und Schüler haben sich in ihren Gruppen zusammengetan und besprechen den Ablauf ihrer Präsentationen. Am 18. Juni dürfen sie ihre Arbeiten im Rahmen eines Aktionstages vorstellen. Das Besondere dabei ist, dass die 6C ihre Projekte einem jüngeren Publikum präsentiert. Insgesamt neun Klassen aus der Unterstufe (der eigenen Schule und von Schulen im benachbarten Umfeld) werden am Aktionstag ins Gymnasium Geblergasse eingeladen, damit die älteren Schülerinnen und Schüler ihr erworbenes Wissen an die Jüngeren weitergeben.

 

Im Gespräch mit Matthias Leichtfried

 

Matthias Leichtfried / Gymnasium Geblergasse Wien

 

 

„Beim Peer-to-Peer-Teaching findet ein Perspektivenwechsel statt. Die Schülerinnen und Schüler müssen sich selber überlegen, wie sie ihr Wissen aufbereiten und an andere weitergeben. Sie müssen die Inhalte wirklich gut verstehen. Dieser Perspektivenwechsel ist eine wichtige Erfahrung, die im Regelunterricht selten stattfindet.“

 

Matthias Leichtfried ist vom geplanten Wissenstransfer überzeugt. „Beim Peer-to-Peer-Teaching geht es ja nicht nur darum, dass die Schülerinnen und Schüler sich in der Klasse gegenseitig helfen, sondern auch darum, dass Ältere ihr Wissen an Jüngere weitergeben. Ich bin mir sicher, dass meine Klasse sehr stolz darauf sein wird, ihr selbst erworbenes Expertentum an die Jüngeren weiterzureichen. Außerdem findet ja dadurch auch ein Perspektivenwechsel statt. Die präsentierenden Schülerinnen und Schüler müssen sich selber überlegen, wie sie ihr Wissen aufbereiten und wie sie die Ergebnisse vorstellen. Sie merken dann plötzlich, was es heißt, vorne zu stehen und wie eine Lehrperson Inhalte weiterzugeben. Ich glaube, dass dieser Perspektivenwechsel eine sehr wichtige Erfahrung ist, da die Schülerinnen und Schüler die Inhalte wirklich gut verstehen müssen. Im Regelunterricht findet dieser Perspektivenwechsel ja leider meist nicht statt.“

 

Ich mische mich unter die Kleingruppen und lausche mit, was die 15- bis 16-Jährigen bei ihrem Aktionstag so vorhaben. Youssefs Gruppe hat sich mit dem Thema Verschwörungstheorien befasst. In ihrem Video lassen die Jugendlichen einen „YouTuber“ Falschmeldungen zu 9/11 verbreiten. Das Video soll loopartig abgespielt werden „um die Aufmerksamkeit noch mehr zu vergrößern“. Außerdem möchte Youssefs Gruppe im Rahmen ihrer Präsentation mit dem Publikum ein Memory und ein Kahoot spielen. „Diese Spiele müssen wir noch etwas planen, aber wir wollen auch was Interaktives dabeihaben, damit die Jungen was zu tun haben,“ fasst Youssef die Pläne für den großen Tag zusammen.

 

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Hinter den Kulissen des media literacy award

 
Die Sommerferien neigen sich dem Ende zu, die Jurysitzung hat getagt – in Kürze werden die Klassenteams informiert, wer im Oktober zum media literacy award eingeladen wird. Wir stellen vorab zwei Projekte vor, die uns gut gefallen haben und beim media literacy award eingereicht wurden. Wir wünschen allen einen guten Schulstart!

 

Fakten auf der Spur – das Gymnasium Werndlpark Steyr (OÖ) zeigt wie es geht!

 

Das Schülerteam bei der Erstellung ihres Podcasts

 

Im Rahmen des „Digital Resistance“-Projekts (DigiRes) hat sich eine klassenübergreifende Gruppe des Gymnasiums Werndlpark in Steyr (bestehend aus den Klassen 6A, 6B, 6C und 6D) mit „Fake News“, Desinformation und Manipulation auseinandergesetzt. Passend zum Thema erstellte das Team Podcast-Sendungen. (Diese können hier abgehört werden.) Betreuender Lehrer ist Florian Bachofner-Mayr.

Das von der EU geförderte Projekt DigiRes wurde initiiert, um im Sinne des Digital Citizenship-Ansatzes den Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit zu bieten, gesellschaftliche Teilhabe auszuüben und durch eine eigenständige Wissensaneignung das selbständige Lernen zu fördern. (Ein Interview mit Projektbetreuerin Johanna Urban von der Uni Wien über DigiRes finden Sie hier.).

 

Interview mit Florian Bachofner-Mayr

 

„Das Konzept des forschenden Lernens wird an unserer Schule bereits seit längerem von einzelnen Lehrerinnen und Lehrern umgesetzt. Gerade im Zeitalter zentralisierter und standardisierter Leitungsfeststellungen samt großflächigem ‚teaching for the test‘ ist das ein wichtiger Gegenpol, um selbstständig denkende und arbeitende Jugendliche zu fördern.“

 

Florian Bachofner-Mayr

Lisa Badura: Wie sah der Verlauf eures Podcast-Projektes in groben Zügen aus?

 

Florian Bachofner-Mayr: Die Redaktion, die Aufnahme und die Gestaltung fanden im Rahmen unserer Schwerpunktwoche am Gymnasium Werndlpark in Steyr statt. In dieser Woche treffen sich die Schülerinnen und Schüler unserer Schule in den von ihnen gewählten Oberstufen-Schwerpunkten zu ein- oder mehrtägigen Workshops. In unserem Fall haben alle Schülerinnen und Schüler des Schwerpunkts WELT, der grob die Bereiche Politik, Gesellschaft und Soziales umspannt, an einem zweitägigen Workshop zu „Fake News“ teilgenommen. Nach einem kurzen Input und einigen Beispielen und Übungen wurden sie in Kleingruppen aufgeteilt, die sich anschließend mit unterschiedlichen Aspekten des Themas beschäftigten. Das Ergebnis war jeweils eine Podcast-Folge pro Gruppe, die unter anderem in unserem schuleigenen Tonstudio aufgenommen und anschließend geschnitten wurde. Die Schülerinnen und Schüler erhielten dabei vor allem bei der technischen Arbeit Unterstützung von drei Expertinnen und Experten.

 

Was hat dir am forschenden Lernen und am Peer-to-Peer-Teaching besonders gut gefallen? Gab es schon Erfahrungen mit diesen Ansätzen?

 

Das Konzept des forschenden Lernens wird an unserer Schule bereits seit längerem von einzelnen Lehrerinnen und Lehrern umgesetzt. Seit knapp einem Jahr ist es nun institutionalisiert. Die Arbeit am Projekt war somit für uns ein passendes Beispiel, bei dem wir sowohl unsere Erfahrungen einbringen, als auch neue Erfahrungen sammeln konnten. Für die Schülerinnen und Schüler ist der Ansatz ebenfalls nicht neu, sie arbeiteten schon in der Unterstufe gerne mit diesem Zugang – meistens ohne der konkreten Betitelung. Besonders gut ist dabei die selbstgeleitete Recherche und Gestaltung. Die Schülerinnen und Schüler waren in der Gestaltung des Podcast völlig frei und haben sich nur dort Unterstützung geholt, wo es für sie notwendig erschien. Gerade im Zeitalter zentralisierter und standardisierter Leitungsfeststellungen samt großflächigem „teaching for the test“ ist das ein wichtiger Gegenpol, um selbstständig denkende und arbeitende Jugendliche zu fördern.

 

 

 

 

Was waren für dich besonders erfreuliche Momente und persönliche Highlights während der Projektrealisierung?

 

Überraschend war vor allem die Professionalität, mit der ein Großteil der Kleingruppen an der Umsetzung gearbeitet hat. Die Schülerinnen und Schüler haben sich voll und ganz auf das Thema eingelassen, ohne vorher inhaltlich darauf vorbereitet worden zu sein. So konnte viel kreatives Potential gehoben und auch für die Schülerinnen und Schüler selbst sichtbar gemacht werden – denn oft trauen sie sich so viel „outcome“ gar nicht zu. Besonders begeistert war ich von zwei Schülerinnen, die sich spontan und ohne große Vorbereitung bereiterklärt haben, ein Skype-Interview mit einem Journalisten zu führen. Sie waren dabei so locker, spontan und on point, dass man meinen konnte, sie wären selbst Journalistinnen.

 

Gab es Herausforderungen während des Projekts?

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Wir wünschen schöne Sommerferien und haben passende Lesetipps

 

Büchertipps von der mediamanual-Redaktion


 
In unserem aktuellen Juli-Newsletter stellen wir spannende Bücher vor.

Hier geht’s zum Newsletter.

 

Wir wünschen allen LehrerInnen und SchülerInnen einen schönen Sommer!

Gute Erholung und bis bald!

 

Die mediamanual-Redaktion

 

Last Call: Mitmachen beim media literacy award 2019!

 

 
Die Anmeldefrist für den media literacy award [mla] endet am 15. Juli. Nutzen auch Sie die Möglichkeit und schicken Sie uns Ihre Medienprojekte! Wie reicht man sein Projekt ein? Welche Kategorien gibt es?

Hier gibt’s mehr Infos!

 

 

Vom 23. bis 25. Oktober findet die [mla]- Preisverleihung im Wiener MuseumsQuartier statt. Im Rahmen des dreitägigen Medienfestivals werden wieder jede Menge spannende Projekte präsentiert – inklusive Fachtagung für Lehrerinnen und Lehrer!

Hier gibt’s mehr Infos!

 

 

Save the date: Die Woche der Medienkompetenz: Vom 20. bis 28. Oktober findet österreichweit wieder die „WOCHE DER MEDIENKOMPETENZ“ statt. Ziel der Aktionswoche ist es, das Thema Medienbildung in den gesellschaftlichen Mittelpunkt zu rücken. Wie kann man teilnehmen? Was wird angeboten? Wo finden die Veranstaltungen statt?

Hier gibt’s weitere Infos!

 

Digitale Gegenwehr gefragt – Wie das Projekt „Digital Resistance“ zum kritischen Denken anregt

 
„Fake News“, Desinformationen und zugespitzte Meinungsmache können heutzutage unsere Medienlandschaft beeinflussen. Eine unreflektierte Skepsis gegenüber Medieninhalten wird jedoch zum Problem, wenn Jugendliche sämtliche Informationen in Frage stellen und als Reaktion keinerlei Interesse mehr zeigen, sich mit (politischen) Inhalten überhaupt noch auseinanderzusetzen.

 

Wie kann man junge Menschen ermutigen, sich neugierig und dennoch kritisch mit Medieninhalten zu befassen? Wie fördert man das Demokratieverständnis und ermächtigt junge Menschen, gemäß eines „Digital Citizen“ an politischen und gesellschaftlichen Prozessen teilzuhaben und diese aktiv mitzugestalten?

 

Ein Projekt, das zur aktiven Auseinandersetzung mit Medien einlädt und die Bedeutung von zivilgesellschaftlicher Teilhabe deutlich macht, ist das von Europarat und EU Kommission im Rahmen der Schiene DISCO geförderte Projekt DigiRes (Digital Resistance).
Das Projekt zielt darauf ab, digitale Kompetenzen von SchülerInnen zu stärken und diese zu befähigen, Diskriminierung, Indoktrination und „Fake News“ online zu erkennen und Gegenstrategien zu entwickeln. In insgesamt fünf europäischen Staaten (Deutschland, Griechenland, Italien, Rumänien, Österreich) wurden ausgewählte Schulen eingeladen, am Projekt teilzunehmen. Im Rahmen von Gruppenarbeiten beschäftigten sich die Jugendlichen mit dem Einfluss von (sozialen) Medien auf die Gesellschaft und die Politik, hinterfragten Quellen und dahinterstehende Interessen und vertieften damit ihre Medienkompetenz.

 

Um mehr über DigiRes zu erfahren, treffe ich Johanna Urban, die das Projekt an der Universität Wien inhaltlich betreut und als Ansprechpartnerin für die österreichischen Schulen zur Verfügung steht. (Einblicke in die Schul-Projekte folgen an dieser Stelle in Kürze.)

 

Interview mit Johanna Urban

 

Johanna Urban / Uni Wien (Projektmitarbeiterin von DigiRes) / Foto: Lisa Badura

 

„Das forschende Lernen fördert die eigenen Recherchekompetenzen. Die Schülerinnen und Schüler lernen, Quellen zu identifizieren, sie auf ihre Seriosität hin zu überprüfen und eigene Methoden zu entwickeln, wie sie sich Wissen aneignen.“

 

 

Lisa Badura: Die Universität Wien ist einer der Projektpartner von DigiRes. Ihr betreut LehrerInnen und SchülerInnen zweier Schulen, die an DigiRes teilgenommen haben und damit die beiden Partnerschulen in Österreich sind: zum einen das Gymnasium Geblergasse in Wien und zum anderen das Gymnasium Werndlpark in Steyr (OÖ). Wie kam es dazu, dass die Uni Wien (Zentrum für LehrerInnenbildung, Arbeitsbereich Didaktik der Politischen Bildung) ein Projektpartner wurde und somit die Ziele von DigiRes in Österreich voran treiben kann?

 

Johanna Urban: Unsere Abteilung für „Didaktik der Politischen Bildung“ ist recht neu, es gibt uns erst seit 2017. Einer unserer inhaltlichen Schwerpunkte liegt im Bereich Digital Citizenship Education. Wir haben uns daher gemeinsam mit den Projektpartnern aus den anderen Ländern dazu entschlossen, im Rahmen der Förderschiene von Europarat und EU Kommission einzureichen. Wir hatten Glück – unser Projektvorhaben wurde bewilligt. Wir fanden zwei Schulen, denen die Förderung von Medienkompetenz und im konkreten Fall die Auseinandersetzung mit dem Thema „Falschmeldungen“ ein wichtiges Anliegen ist. Diese beiden Schulen hatten somit ein großes Interesse von sich aus, am Projekt mitzuwirken.

 

Wie sah der Projektverlauf am Gymnasium Geblergasse in groben Zügen aus?

 

Am Gymnasium Geblergasse planten wir gemeinsam mit den LehrerInnen Matthias Leichtfried und Verena Nenning die fächerübergreifende Durchführung (Deutsch und Geschichte) des Projektes. Die tatsächliche Umsetzung startete mit einem Kick-Off im Dezember. Im Rahmen des Kick-Offs klopften wir das Vorwissen der SchülerInnen ab und präsentierten Überthemen, mit denen sich die Schülerinnen und Schüler während der Projektphase befassen konnten. Die Themenfelder lauteten z.B. „Fake News in der Geschichte“, „audiovisuelle Manipulation“ oder „Journalismus und Fake News“. In Kleingruppen begannen die Schülerinnen und Schüler dann, an ihren entsprechenden Fragestellungen zu arbeiten und zu überlegen, wie sie die Themen medial umsetzen könnten. Im März folgte ein zweitägiger Workshop an der Schule, bei dem wir mit Marlene Maier und Michael Simku, zwei externe KunstvermittlerInnen bzw. MedienpädagogInnen, zur Unterstützung dabei hatten. Diese führten in das Thema der technischen Umsetzung ein. Da sich auf Schülerseite ein verstärktes Interesse für die Videoproduktion zeigte, halfen sie bei der Umsetzung der Videos. Im Gymnasium Werndlpark in Steyr hingegen erstellten wir gemeinsam mit dem Lehrer Florian Bachofner-Mayr, unseren ExpertInnen und den SchülerInnen einen Podcast. Außerdem wird im Moment auch noch an einer Quiz-App zum Thema „Fake News“ gearbeitet.

 

Welche Methoden liegen den Projektrealisierungen zugrunde?

 

Uns waren zwei Ansätze wichtig: zum einen das forschende Lernen, zum anderen der Peer-Ansatz. Beim forschenden Lernen handelt es sich um einen ergebnisoffenen, dynamischen Prozess. Welches Ergebnis am Ende des Forschungsprozesses der Schülerinnen und Schüler steht, ist zu Beginn also noch weitgehend unklar. Die Rolle der Lehrperson kann sehr unterschiedlich sein. Im Grunde steht sie eher begleitend zur Seite und gibt nur Hilfestellungen. Das forschende Lernen fördert daher vor allem die eigenen Recherchekompetenzen. Die Schülerinnen und Schüler lernen, Quellen zu identifizieren, Quellen auf ihre Seriosität hin zu überprüfen und eigene Methoden zu entwickeln, wie sie sich Wissen aneignen. Die Inhalte werden somit selbst zusammengetragen und bilden gleichzeitig die Grundlage für die bereits oben erwähnten Medienprojekte, mit denen die Schülerinnen und Schüler ihr Wissen an die KollegInnen der Klasse und darüber hinaus im Projekt weitergeben. Diese Vorgehensweise ist auch eine gute Übung für das vorwissenschaftliche Arbeiten am Gymnasium.
Beim Peer-Ansatz in unserem Projekt geht es nicht nur darum, dass die Schülerinnen und Schüler sich gegenseitig unterstützen und voneinander lernen, sondern ihre Ergebnisse auch jüngeren SchülerInnengruppen vorstellen. Am Gymnasium Geblergasse findet daher am 18.6. ein Aktionstag mit kurzen Workshops zum Thema „Fake News“ für die Unterstufe statt. Die 6C wird dann ihre entstandenen Medienprojekte auf großer Bühne einem jüngeren Publikum präsentieren und ihr Wissen so weitergeben. Ein weiterer Aktionstag für Schülerinnen und Schüler unterschiedlicher Schulen ist für September in Steyr geplant.

 

Die Projekte der Schülerinnen und Schüler sind schon realisiert, die Aktionstage in Wien und Steyr stehen bald an – DigiRes neigt sich damit dem Ende zu. Gibt es eine Fortsetzung oder Nachbearbeitung des EU-Projekts?

 

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Feingefühl gefragt – Ethik im Journalismus – Interview mit Beate Haselmayer (ORF)

 
Viele Medien lenken ihren Schwerpunkt vor allem auf die Zurschaustellung von Emotionen und sensationsgeladene Informationen. Vor allem Social Media Kanäle leben von der Schnelllebigkeit schlagzeilengetriebener Nachrichten und missachten mitunter Persönlichkeitsrechte und die Wahrung des Pressekodex’.

Wir wollen der Frage nachgehen, was Ethik im Journalismus bedeutet und wie man Medieninhalte aufbereitet, ohne die betroffenen Personen in ihren Persönlichkeitsrechten zu verletzen.

 

Gerade bei sozial heiklen Themen ist ethisches Gespür gefragt. Wie sehr darf man sich einem Menschen mit der Kamera nähern? Ihn in seiner Wohnung und Intimsphäre zeigen? Zur Erzählung von Lebensumständen und persönlichen Schicksalsschlägen ermutigen? Wie berichtet man über persönliche Missstände, ohne die Menschenwürde zu verletzen?

Kurzum, was bedeutet es, journalistisch verantwortungsvoll zu handeln?

 

Eine Journalistin, die mit der Gestaltung von Sozialreportagen betraut ist und sich dabei immer wieder mit der ethischen Dimension von Medieninhalten befasst, ist Beate Haselmayer. Sie ist Journalistin und arbeitet als Reporterin bei „Am Schauplatz“ (ORF). Im Fokus der wöchentlich erscheinenden Sendereihe stehen die Lebensumstände von Menschen, die von Armut, herausfordernden Ereignissen und Isolation betroffen sind. In ihren Reportagen beleuchtet Beate Haselmayer soziale Missstände und wie Betroffene das Sozialsystem in Österreich erleben.

 

Ich treffe Beate Haselmayer in ihrem Stammlokal (Café Weimar), im 9. Wiener Gemeindebezirk.

Mich interessiert vor allem, wie sie bei ihren Recherchen vorgeht, was für sie Ethik im Journalismus bedeutet und wie man medienkritisches Denken schon in der Schule fördern kann.

 

Ein Gespräch mit Beate Haselmayer 

 

Beate Haselmayer im Café Weimar (Foto: Lisa Badura)

 

„Mich interessiert, worin die Ressourcen von Menschen bestehen. Diese möchte ich aufzeigen, da man aus den Lebensgeschichten von Menschen sehr viel lernen kann.“

 

 

Die Frage nach „Inszenierung“ und „Realität“

 

Lisa Badura: Immer wieder hört man, dass Reportagen zum Teil inszeniert sind. Protagonistinnen und Protagonisten werden ermutigt, bestimmte Handlungen auszuführen, die sich gut in eine Geschichte einfügen, die aber nicht von ihnen selbst kommen. Viele Sender arbeiten auch mit „Sripted Reality“, also mit der zugrundeliegenden Methode, Regieanweisungen und Aussagen der handelnden Personen vorzugegeben. Man führt damit die Betroffenen vor, ohne ihnen eine eigene Stimme zu geben. Wie geht ihr bei „Am Schauplatz“ mit dem Thema um? Wie viel „Realität“ darf überhaupt sein?

 

Beate Haselmayer: Als Reporterin versuche ich, so viel Realität wie möglich einzufangen. Gemeinsam mit meinem Kamerateam will ich Situationen dokumentieren, die auch ohne uns stattfinden würden. Wir beobachten Geschehnisse. Wir greifen nicht ein. Scripted Reality und vorgegebene Sätze sind genau das Gegenteil von dem, was wir wollen: das Leben, ganz so wie es ist, darstellen.

Im Unterschied zu den klassischen Nachrichtensendungen, die Politikerinnen und Politiker interviewen, haben wir es oft mit Menschen in schwierigen Lebenssituationen zu tun. Zum Beispiel mit Obdachlosen, Flüchtlingen oder Menschen, die sich in ungewollten Lebenssituationen befinden. Es geht bei uns um die Hintergründe dieser Situationen und Lebensgeschichten.

Nach den entsprechenden Recherchen zu einem bestimmten Thema und dem Auffinden passender Protagonistinnen und Protagonisten ist es üblicherweise so, dass wir telefonische oder persönliche Vorgespräche mit den Personen führen. Uns ist wichtig, die Betroffenen vor den Drehs erst einmal kennenzulernen und eine Vertrauensbasis zu entwickeln. Außerdem versuchen wir schon im Vorfeld abzuklären, was beispielsweise tägliche Routinen sind und wo sich der Protagonist oder die Protagonistin gerne aufhält. Wenn jemand etwa erzählt, dass er oder sie auf Einkäufe im Sozialmarkt angewiesen ist, schlagen wir vor, ihn oder sie bei einem Einkauf zu begleiten. Insofern ist bei uns nichts inszeniert. Nur der Zeitpunkt bestimmter Handlungen kann Drehplantechnisch bedingt abgemacht sein. Die Vorgespräche dienen also dazu, einen Drehplan zu entwickeln und abzuklären, welche Themen überhaupt angesprochen werden dürfen. Wichtig ist uns vor allem Authentizität. Keine der Handlungen vor der Kamera sind unsere Anweisungen oder unsere Ideen.

Oft ist es auch möglich, dass wir Menschen ohne genauen Drehplan mit der Kamera begleiten, weil sich aus der Situation heraus authentische Handlungen ergeben, beispielsweise wenn wir mit Sanitäterinnen und Sanitätern unterwegs sind oder Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeitern. Dann schauen wir einfach beim Dreh, was passiert. Auch spontane Interviews auf der Straße sind bei uns üblich. Wir klären immer vorher mit den Interviewpartnerinnen und -partnern ab, wofür das Material gedreht wird, wo es gesendet wird und klären auf, dass jede Aussage natürlich freiwillig ist.

 

 

Persönlichkeitsrechte und Schaulust

 

Lisa Badura: Wie wahrt man die Persönlichkeitsrechte und die Integrität trotz „Zurschaustellung“ einer Person? Wann muss man als Journalistin oder Journalist wissen, dass die Kamera besser ausmacht wird bzw. man diese vielleicht gar nicht erst anschaltet?

 

Beate Haselmayer: Bei unseren Vorgesprächen – mit Menschen in sehr schwierigen Situationen besprechen wir meist vorher, wie das Interview ablaufen wird – klären wir heikle Themen, die nicht vor der Kamera besprochen werden sollen, immer ab. Wenn wir beispielsweise mit einem Gewaltopfer reden, ist es nicht unser Ziel, bis ins letzte Detail nachzubohren, wann und wie die Gewalt erfahren wurde, sondern eher zu zeigen, wie diese Person hier und heute lebt, mit ihrem Schicksal umgeht und wie sich die Lebensumstände verändert haben. Ich merke immer wieder, dass einige Menschen die Chance nutzen wollen, vor der Kamera ihre Stimme zu erheben und ihre Perspektive darzulegen.

Das ist es auch, was mich an meiner Arbeit antreibt. Mich interessieren Menschen. Jeder Mensch hat Ressourcen. Und mich interessiert, worin diese Ressourcen bestehen. Wie machen Menschen das Beste aus ihrer Situation? Wie gehen sie mit ihrem Schicksal um? Man kann aus den Lebensgeschichten anderer Menschen sehr viel lernen.

 

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Crossing Europe – YAAAS! COMPETITON

 

 

YAAAS! zu rufen bedeutet euphorisch „JA!“ zu sagen. Das Crossing Europe Filmfestival, das seit nunmehr 16 Jahren in Linz stattfindet, hat „Ja!“ zu einer neuen Jugendschiene gesagt und somit eine vierte Wettbewerbssektion dazubekommen, die sich speziell an junges Publikum richtet.

 

Das ganzheitliche Angebot an Filmvermittlung, Erwerb von Medienkompetenz und einer Vielzahl an Workshops richtet sich an Jugendliche von 15 bis 20 Jahren, die so auch die Chance erhalten, sich mit internationalen Medienprofis auszutauschen, zu diskutieren und eigene Produktionen zu schaffen.

 

Wir waren dort, haben das vielfältige Angebot miterlebt und waren beeindruckt.

 

Ein Beitrag von Renate Holubek und Angelika Fürst.

 

 

 

Interview mit Robert Hinterleitner, dem Leiter der YAAAS! Jugendschiene:

 

Wir sind hier in einem der Workshop-Räume, kannst du uns zu Beginn erzählen, welchen Ansatz ihr mit eurem Workshop-Konzept verfolgt?

 

Robert Hinterleitner: Bei den Videoworkshops gibt es insgesamt drei Gruppen, mit jeweils einem Mentor oder einer Mentorin. Wir nennen die Workshopleiterinnen und Workshopleiter  „Mentorinnen“ und „Mentoren“, weil diese nicht in die Arbeit der Jugendlichen eingreifen, sondern die jeweils acht Schülerinnen und Schüler lediglich bei ihrer Arbeit unterstützen. Die Schülerinnen und Schüler kommen aus verschiedenen Schulen und haben unterschiedliche Vorkenntnisse. Es geht hier nicht um Wettbewerb, sondern um den Schaffensprozess und um die Möglichkeit, sich in Fachgebieten wie Kamera, Schauspiel, Ausstattung, Sound und Licht weiterzubilden.

 

Wie bist du auf die Idee gekommen, die „YAAAS!“ Jugendschiene ins Leben zu rufen?

 

Ich bin ja schon einige Jahre auf Jugendfestivals unterwegs (u.a. media literacy award [mla] oder Camera Zizanio in Griechenland) und es war mein Wunsch, neben meiner Tätigkeit in der Schule (Anm.: HBLA für Künstlerische Gestaltung Linz) auch nach draußen zu gehen. Ich bin schon lange bei Crossing Europe dabei und schätze das Festival sehr, besonders weil hier sehr auf gute Kontakte geschaut wird. Dementsprechend entstand die Idee, entweder ein selbstständiges Festival im Bereich Schul- oder Jugendfilm zu gründen oder eine Kooperation mit dem Crossing Europe einzugehen. Und bereits von Beginn an war zudem die Kernidee einer Produktionsschiene vorhanden, in der Schülerinnen und Schüler selbst Videos in gemischten Teams produzieren sollten.

Die Erweiterung des Festivals im Jugendbereich hat Christine Dollhofer, der Leiterin von Crossing Europe, gut gefallen und so konnten wir das gesamte Know-how des Festivals nutzen, was die Organisation für uns enorm erleichtert hat.

 

Ein wesentlicher Teil der YAAAS! Jugendschiene ist das sogenannte „Young Programmers“-Format. Wie funktioniert das?

 

Jugendliche werden von uns eingeladen als KuratorInnen, also als Young Programmers, tätig zu sein. Das heißt wir legen den Jugendlichen eine größere Auswahl an Filmen vor, wo wir meinen, dass diese für ein jugendliches Publikum interessant sind.

Im konkreten Fall wurden fünfzehn Filme von den Young Programmers angesehen – sechs davon haben sie für die Jugendschiene ausgewählt — allesamt Filme, die besonders für das Jugendalter passend sind. In speziellen Schulfilmvorführungen präsentieren die Young Programmers dann diese Filme und moderieren die anschließenden Gespräche mit den Filmgästen auf der Bühne. Die zentrale Idee ist, die Profis direkt mit den Jugendlichen zusammenzubringen.

 

Ein anderes Format von YAAAS! nennt sich „Face-To-Face“. Kannst du erklären worum es dabei genau geht?

 

„Face-To-Face“ bietet Jugendlichen die Möglichkeit, direkt mit Filmprofis aus dem In- und Ausland ins Gespräch zu kommen. In Form von „Speed Dates“ sitzen die Jugendlichen einer Reihe von Profis gegenüber, die aus unterschiedlichsten Bereichen kommen. Wir versuchen dabei ein breites Spektrum anzubieten, u.a. Schauspiel, Regie, Produktion, Festivalleitung bis hin zu Filmkritik. In Gruppen von bis zu drei Personen können die Jugendlichen innerhalb von 15 Minuten alle Fragen stellen, die ihnen einfallen. Dann wird gewechselt.

 

Haben sich die Schülerinnen und Schüler auf die Gespräche vorbereitet?

 

Mehr oder weniger: Manche bereiten sich besser vor, andere weniger — so wie es in der Schule eben ist. Uns war es jedenfalls wichtig, das Setting im Vorfeld zu vermitteln, die Gäste vorab vorzustellen und Schulmaterialien zu den Filmen zur Verfügung zu stellen.

(Hier finden Sie das Programm der Film-Screenings und die erwähnten Schulmaterialien.)

 

Wir waren erstaunt, dass der Ursulinensaal, in dem wir am Vormittag den Film „Schwimmen“  von Luzie Loose gesehen haben, randvoll mit Schülerinnen und Schülern und ihren Lehrerkräften war. Wie viele Personen fasst er?

 

Wir hatten heute 294 Personen in der Vorstellung.

 

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Schwerpunkt im Mai: Medienethik und Medienbildung – Was gibt’s Neues?

 

APA/DPA/JÖRN PERSKE

 

Noch für kurze Zeit verfügbar ist die sehr hörenswerte Ö1 Sendung: Medienkompetenz als Schulfach – Keine Zeitung, viel Handy – Wie man Schülern Medien-Nutzung vermittelt. Der Beitrag beleuchtet Initiativen und Beispiele an österreichischen Schulen, wie Jugendliche Medienkompetenz erlangen.
Gestaltung: Olivia Wimmer.

Hier geht’s zur Ö1-Sendung.

 

 

 

Unser Mai-Newsletter: Medienethik und Medienbildung.

Medienethik hat sowohl die Arbeitsweisen der Massenmedien als auch die Verhaltensweisen der Mediennutzer im Fokus. Gefordert ist eine ethisch gebotene Selbstverpflichtung aller am Medienprozess Beteiligten. Wir haben in unserem Newsletter verschiedene medienethische Konzepte und Zugänge gesammelt und beleuchten die Thematik aus medienpädagogischer Sicht.

Hier geht’s zum Newsletter Medienethik und Medienbildung

 

Am Blog erscheinen demnächst zum Schwerpunkt Medienethik und Medienbildung Reportagen, in denen wir den Fragen nachgehen, wie Ethik im Journalismus und wie Medienethik im Unterricht umgesetzt werden können. Ein Treffen führt uns zu einer Journalistin, die im Auftrag des ORF Sozialreportagen gestaltet. Wir werden darüber sprechen, wie Medienethik im Zeitalter von Social Media aussehen kann.

Die andere Reportage führt uns zum EU-Projekt DigiRes, das vom Zentrum für LehrerInnenbidlung der Uni Wien koordiniert wird. Das Projekt zielt darauf ab, digitale Kompetenzen von SchülerInnen zu stärken und diese zu befähigen, Diskriminierung, Indoktrination und Fake News (DIF) im Internet zu erkennen und Gegenstrategien zu entwickeln. Wir sprechen mit den inhaltlichen Verantwortlichen des Projektes und besuchen eine Schulklasse, in der schon fleißig zum Projekt gearbeitet wurde.

Bald mehr hier am Blog!

 

 

Werbekompetenz im digitalen Zeitalter – Influencerinnen und Influencern auf der Spur

 


„Ich poste Bilder, die ich schön finde, denn das macht ein Profil ja erst authentisch. Mein Geld verdiene ich dann mit Kooperationen. Die Firmenkaufen Pakete – eine gewisse Anzahl von Beiträgen, in denen ich ihr Produkt bewerbe. Ich habe eine Preis-Leistungs-Liste, wie ein Friseursalon. Diese Postings kennzeichne ich als Werbung, wie es das Mediengesetz vorschreibt.“

 

(Leonie Rachel, Influencerin / Zitat aus standard-Interview entnommen*)

 

 

 

Lässige Posen. Coole Outfits. Fotos und Videos, die scheinbar mühelos und ohne Inszenierungsgedanken entstanden sind. So präsentieren sich angesagte Influencerinnen und Influencer in Social Media Kanälen wie Instagram, YouTube und auf Blogs. Präsentiert werden meist Produkte rund um Mode, Beauty, Lifestyle, Sport und Reisen. Dass hinter den Aufnahmen vor allem marktwirtschaftliche Interessen und knallhart ausverhandelte Verträge mit den entsprechenden Firmenkonzernen stecken, wissen vermutlich eher wenige.

Wie wäre es, selber mal in die Rolle einer Influencerin oder eines Influencers zu schlüpfen? Selber zu überlegen, wie man ein Produkt für Instagram ins rechte Licht rückt? Würde man dann besser verstehen, welche Prozesse und Überlegungen hinter den Inszenierungen stehen?

Jugendliche eines deutschen Gymnasiums durften Fotos und Videos erstellen, um herauszufinden, worauf es bei angesagten Instagram-Aufnahmen ankommt. Das folgende Beispiel möchte aufzeigen, wie die Vermittlung von Werbekompetenz im digitalen Zeitalter aussehen kann – und durch einfache Methoden dazu einladen, sich mit dem Thema in der eigenen medienpädagogischen Arbeit auseinanderzusetzen.

 

Im Gespräch mit Julian Lochowicz

 

 

Julian Lochowicz

 

Eine Person, die sich mit dem Phänomen der Influencer und Influencerinnen auskennt und immer wieder Workshops in aktiver Medienarbeit anbietet, ist Julian Lochowicz. Er ist Medienpädagoge und hat seine Magisterarbeit über die Förderung von Werbekompetenz anhand einer Projektarbeit über Influencer-Marketing geschrieben. Ausgangspunkt seiner Forschungsarbeit war die Konzipierung, Durchführung und Evaluation eines fünfstündigen Workshops, den Julian Lochowicz im Heinrich-Böll-Gymnasium in Saalfeld in Thüringen (D) abgehalten hat.

 

„Bei keinem anderen Werbeformat greifen Emotionen, Authentizität und gekonntes Storytelling so gut ineinander wie beim Instagram-Marketing.“

 

Ich treffe Julian Lochowicz in einem Wiener Café, um mehr über seine medienpädagogische Herangehensweise zu erfahren und mir Fotos seines Workshops zeigen zu lassen. Julian ist selbst begeisterter Instagram-Nutzer und stellt regelmäßig Content auf die Plattform. Um so wichtiger ist ihm, dass junge Menschen verstehen, was sie medial umtreibt: „So vieles ist heutzutage Fake. Followerzahlen kann man zum Beispiel kaufen. Im Hintergrund treiben Bots Zahlen künstlich in die Höhe. Jugendliche wissen oft gar nicht, dass vermeintliche Popularität käuflich ist. Mir ist es ein Anliegen, dass Jugendliche ein Verständnis dafür bekommen, was ethisch nicht korrekt, aber technisch machbar ist, um Abläufe in Social Media zu durchschauen.“

 

Zur Durchführung des Workshops

 

Als Julian Lochowicz in die Klasse der Altersgruppe 14-15 Jahre eingeladen wurde, war sein Ziel, eine mediale Bewusstseinsbildung mittels der handlungsorientierten Medienpädagogik herbeizuführen. Aufbauend auf sein selbst konzipiertes Curriculum (s. Anhang) gliederte er den Workshop in drei Arbeitsphasen:

 

  1. Einführung durch theoretischen Input mit Diskussion im Plenum
  2. Die freie Erarbeitung der Thematik mittels aktiver Medienarbeit in Kleingruppen
  3. Abschluss durch Reflexion und Feedback

 

Erstellung eines Influencer-Profils

 

 

Zu Beginn des Workshops diskutierten die Schülerinnen und Schüler, was Influencerinnen und Influener ausmacht. Im Zentrum standen die Fragen, welche Inhalte häufig vorkommen und was Abonnenten-Zahlen bedeuten. Auch rechtliche Grundlagen wurden in der Einführungsphase eingebracht und diskutiert. Julian klärte die Jugendlichen darüber auf, dass laut dem Mediengesetz* eine Werbungs-Kennzeichnungspflicht notwendig und „Schleichwerbung“ verboten ist.

 

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