Die Jury hat getagt – die PreisträgerInnen des [mla] 2012 stehen fest!

 

Wir – das Team des [mla] – begeben uns auf Spurensuche.


Rund 350 Medienprojekte aus Österreich und dem europäischen Ausland wurden beim diesjährigen [mla] eingereicht. Die Entscheidung, wer zu den insgesamt 19 PreisträgerInnen (in den Kategorien AUDIO, PRINT, MULTIMEDIA, VIDEO, MEDIENBILDUNG, INCLUSION) zählen sollte, war für die Jury keine leichte. Denn in jedem einzelnen Projekt steckt jede Menge Arbeit, Persönlichkeit und Kreativität.

 

Wir wollen herausfinden, welche Gemeinsamkeiten den Medienprojekten zugrunde liegen und woran Media Literacy deutlich wird. Angeschaut haben wir uns, in welchen Schultypen und Unterrichtsfächern die Projekte realisiert wurden, welche Themenbereiche dominieren und wie der personelle Entstehungskontext war. Basierend auf unseren individuellen Beobachtungen wollen wir im Anschluss überlegen, was gute Voraussetzungen für Medienarbeit sind.

 

Projekt „Renaissance today“ (BORG 1, Wien / Natascha, als „Mädchen mit dem Perlenohrring“)


Schauen wir uns an, in welchen Schultypen die Projekte realisiert wurden, stellen wir fest, dass alle Schulformen (Volksschulen, Integrationsklassen, weiterführende Schulen, bilinguale Schulen, Förderschulen) vertreten sind. Beeindruckend (sind nicht nur diejenigen Projekte, die an Schulen mit Medienschwerpunkt entstanden sind, sondern auch die Projekte aus Schulen, die keinen dezidierten Medienschwerpunkt haben (z. B. Berufsschulen mit Tourismusschwerpunkt). Die Realisierung von Projekten scheint somit keine Frage der Schulform zu sein.

 

Kommen wir zu den häufigsten Unterrichtsfächern, in denen die Projekte umgesetzt wurden. Auch hier fällt auf, dass in vielen verschiedenen Fächern Projekte realisiert wurden. Dominierend sind Unterrichtsfächer mit dezidiertem Medienschwerpunkt (Audiovision, Mediale Gestaltung etc.), gefolgt von Bildnerischer Erziehung, Deutsch und Fremdsprachen. Beeindruckende Projekte entstanden auch in naturwissenschaftlichen Fächern und im Informatikunterricht. Es wurden nicht nur experimentelle Versuche filmisch festgehalten, sondern auch neue Formen der digitalen Wissensaufbereitung (z. B. durch Smartphone-Applikationen für virtuelle Museumsrundgänge und Stadterkundungen) realisiert.

Inhaltlich lassen sich einige Schwerpunkte erkennen. Besonders präsent waren heuer die Themen „Zukunft“, „Europa“ und „Identität“. Ein häufig sehr pessimistisch geprägter Zukunftsglaube bestimmte viele Projektbeiträge. Auch Social Networks und der verantwortungsvolle Umgang mit Facebook & Co war – durch alle Medienkategorien hinweg – vorherrschendes Thema. Im Videobereich dominierten Animationsfilme und Musikvideos.

 

Aus den Themenbereichen schließen wir, dass viele Projektbeiträge von der Alltagswelt der Jugendlichen ausgehen. Diese Herangehensweise ermöglicht es offensichtlich SchülerInnen, mediale Vorlieben (das Interesse für Social Networks, die Faszination für Popkultur & Musikvideos) zu reflektieren und eigene Formen der kreativen Bearbeitung zu finden. Von der Möglichkeit, persönliche Sichtweisen (Zukunftsängste, Unsicherheiten, die Bedeutung virtueller Freundschaften etc.) zum Ausdruck zu bringen und Medien aus der eigenen Jugendkultur (z. B. Ratgeber und Zeitschriften) ironisch aufzugreifen, machten viele SchülerInnen offensichtlich – und gern – Gebrauch.

 

Projekt „Qualität verpflichtet“ /Making of (beteiligung.st)


Welche weiteren Gemeinsamkeiten konnten wir in Bezug auf die Projekte feststellen? Viele der Projekte entstammen aus inner- und außerschulischen Kooperationen. Zum einen wurden diese Medienprojekte in kleineren und größeren LehrerInnenteams (die sich oft fächerübergreifend zusammengeschlossen hatten) realisiert und zum anderen von LehrerInnen, die gemeinsam mit künstlerischen oder medienpädagogischen KooperationspartnerInnen gearbeitet haben (wie z. B. mit außerschulischen MedienpädagogInnen, Museen, Radiostationen, EU-weiten Programmen).

 

Erfreut haben uns diese Projekte besonders, weil wir davon überzeugt sind, dass Kooperationen neue Synergien ermöglichen und das (Er-)Arbeiten mit anderen KollegInnen kreatives Potenzial freisetzt. Die positiven Nebeneffekte: LehrerInnen werden in ihrer inhaltlichen Umsetzung unterstützt und SchülerInnen erfahren, wie Institutionen außerhalb der Schule (kreativ) arbeiten.

 

Aus unseren Beobachtungen schlussfolgern wir, dass gute Voraussetzungen für Media Literacy nicht von bestimmten Schultypen oder Unterrichtsfächern abhängig sind, sondern vor allem von Lernumgebungen, in denen die SchülerInnen – mit Hilfe professioneller Unterstützung – ihre Kreativität ins Zentrum der Projektrealisierung stellen können. Unter diesen Bedingungen werden nicht nur beeindruckende Projekte realisiert, die SchülerInnen haben dabei auch die Möglichkeit, problemlösungsorientiert zu handeln, Teamfähigkeit zu entwickeln, sich im kritischen und analytischen Denken zu üben, ihre Selbstwirksamkeit zu erleben sowie technische und inhaltliche Grenzen spielerisch auszuloten.

 

Allen PreisträgerInnen und Teams gratulieren wir herzlich zu der tollen Umsetzung!

 

Projekt „Wie heißt du“ (PTS 20 Wien/MUKATO)

 

Der [mla] findet von 6.-8. November 2012 im Dschungel Wien statt.


Demnächst stellen wir hier in regelmäßigen Abständen KollegInnen vor, die von ihren Projekten erzählen. Es wird nicht nur um das Zukunftsbild von Europa und Medienarbeit mit Integrationsklassen gehen, sondern auch um ein bisschen Horror als filmisches Genre. Es dürfte spannend werden!

 

Hier geht’s zur Auflistung der [mla]-PreisträgerInnen 2012:

http://www.mediamanual.at/mediamanual/projekte/gewinner.php


 

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