Das Video-Projekt: KELLERKINDER

 

Ein Jugendlicher lebt nur in seiner digitalen Phantasiewelt – dort ist er der Held, im realen Leben kann er sich nicht behaupten. Über ein Computerspiel gelingt es einem Mädchen, ihn wieder mit allen Sinnen ins wirkliche Leben zurückzuholen. Unter der Leitung der Lehrerin Sophie Dlapa wurde „Kellerkinder“ am Schulzentrum Ungargasse (Wien) mit 18- bis 19-jährigen SchülerInnen durchgeführt. Das Ergebnis ist ein Kurzfilm in Stop-Motion-Technik.

 

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Video-Link: http://www.youtube.com/watch?v=Alh-YBZ0M3I

 

Wie entstand das Thema?

Sophie Dlapa: „Der Vorschlag für das Thema des Videos kam von den SchülerInnen selbst. Das Thema wurde bei einem Brainstorming gefunden und die Handlung wurde dann im Rahmen eines Workshops festgelegt. Die SchülerInnen haben die Erfahrungen, die sie selbst mit 13 bis 16 gemacht haben, eingebaut. Sie wollten gern zeigen, welche Unterschiede zwischen dem virtuellen und dem realen Leben sein können. Die Idee war, dass viele Bereiche – vor allem der zwischenmenschliche – zu kurz kommen, wenn man sich ausschließlich in der virtuellen Welt bewährt. Der große Hero bei Computerspielen wird in der realen Welt nicht akzeptiert, lebt in seiner Traumwelt, wird gemobbt.“

 

Wie sah der Projektverlauf aus?

Sophie Dlapa: „Das Projekt wurde im Rahmen eines mehrtägigen Workshops in Kooperation mit Trick my Film productions im Unterricht durchgeführt. Mit Hilfe verschiedenster Kreativtechnikmethoden (Brainstorming, Mindmapping etc.) wurde aufgrund des Mottos ‚mit allen Sinnen’ zuerst versucht, Ideen für die Umsetzung zu finden. Nachdem sich das Grundthema herauskristallisiert hatte, wurde mit Unterstützung der künstlerischen Leitung das Drehbuch geschrieben. Die Rollenaufteilung wurde einvernehmlich vorgenommen, die Requisiten wurden besorgt.

Bei der Umsetzung gab es zwei Gruppen: Eine Gruppe erstellte die Webseiten für das Spiel und entwarf die entsprechende Grafik. Die andere Gruppe schrieb Dialoge und nahm mit einem Tonbandgerät die Geräusche auf. Die einzelnen Szenen wurden gespielt und fotografiert.

Große Unterstützung benötigten die SchülerInnen von der künstlerischen Leitung, als es um das Zusammenschneiden von Ton und Film ging. Denn die Jugendlichen hatten wenig Erfahrung mit digitaler Bildbearbeitung.“

Wie sind Ihre SchülerInnen mit dem Thema umgegangen?

Sophie Dlapa: „Beim Thema Mobbing sind die SchülerInnen von der Außenseiterrolle des ‚Kellerkindes’ ohne soziale Fähigkeiten ausgegangen. Sie haben sich vorgestellt, wie sich das Kellerkind fühlen müsste und wie sich die MitschülerInnen in der Gruppe dem Außenseiter gegenüber verhalten könnten. Es sind durchaus Erfahrungen mit den Cyberspielen eingeflossen. Auch die persönlichen Grenzen für den Einzelnen kamen zur Sprache: Wie weit würde jeder Einzelne in der Situation gehen? Was ist noch ,normal’? Was ist ,cool’? Was ist witzig an den Szenen?“

 

Wie sollten LehrerInnen mit dem Thema Cybermobbing in der Klasse umgehen?

Sophie Dlapa: „Thematisieren ist sicher wichtig – konkrete Ideen hab ich dazu aber nicht.“

 

Welches Resümee ziehen Sie aus dem Projekt?

Sophie Dlapa: „Für die SchülerInnen war es besonders wichtig zu erfahren, dass mit relativ einfachen Mitteln (Fotoapparat, Tonbandaufnahmegeräten etc.) Filmsequenzen entworfen werden können. Die Bedeutung der sozialen Kompetenzen wurde sehr schnell deutlich. Die Schülerinnen und Schüler haben die Verantwortung für ihren Part ernst genommen und als Teil des Gesamtergebnisses gesehen. Ein weiteres wichtiges Ergebnis war das hohe Kritikbewusstsein, das die SchülerInnen im Laufe ihrer Arbeit entwickelten. Sie sehen Mobbing und Netzabhängigkeit absolut realistisch. Das Thema macht sowohl die SchülerInnen als auch die ZuschauerInnen des Videos betroffen.“

 

 

 

TECHNISCHE FACTS

 

– Das Projekt wurde im Rahmen eines Workshops mit Birte Brudermann und Bartek Kubiak von Trick my Film productions (http://www.trickmyfilm.com/index.html) gemacht.

– An Hardware wurden eine Spiegelreflexkamera, ein Tonaufnahmegerät und ein PC verwendet. An Software wurden benötigt: GIMP und das Schnittprogramm Adobe premiere elements.

 

 

 

Das Projekt wurde an folgender Schule durchgeführt:

Schulzentrum Ungargasse (HTBLA, BHAK und BHAS Wien 3):

http://www.szu.at/

 

Mehr Infos zum Thema Cybermobbing und Safer Internet:

http://www.saferinternet.at/themen/cyber-mobbing/

 

 

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