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Wenn der Fake zur Wahrheit wird

BG/BRG Steyr Werndlpark (OÖ)
10. Schulstufe
Podcast – MEDIENDIDAKTIK PREISTRÄGER 2019

Inhalt

Kooperationen zwischen unterschiedlichen Institutionen sind häufig ein guter Nährboden für innovative Medienprojekte. Das zeigt sich auch am Podcast „Wenn der Fake zur Wahrheit wird“. In diesem Fall hat das BG/BRG Werndlpark in Steyr mit dem „Zentrum für LehrerInnenbildung der Universität Wien“ zusammengearbeitet. Im Rahmen des Projekts „Digital Resistance“ der Universität Wien wurden Partnerschulen ermutigt, sich kritisch mit Medieninhalten auseinanderzusetzen, um sich gegen Diskriminierung, Indoktrination und Fake News zu wappnen. In Zeiten, in denen der Ausdruck „Fake News“ gerne als politischer Kampfbegriff gegenüber unliebsamen Medien oder zum Zweck der Diffamierung Andersdenkender eingesetzt wird, ist eine kritische Auseinandersetzung mit dieser Thematik unerlässlich.

In ihrer ingesamt fünfteiligen Podcastserie haben sich die Schülerinnen und Schüler mit Falschnachrichten und Verschwörungstheorien beschäftigt. Dabei wurde alles „handgemacht" – von der Recherche über die Podcast-Skripts bis hin zur Aufnahme im schuleigenen Tonstudio und der digitalen Nachbearbeitung. Realisiert wurde das Projekt von einer klassenübergreifenden Gruppe der zehnten Schulstufe. Für die Podcastreihe haben die Schülerinnen und Schüler selbst erstellte Fake-News in Umlauf gebracht, unterschiedliche Formen von Falschmeldungen – von einfacher audiovisueller Manipulation bis hin zu Deep Fakes – untersucht und einen Journalisten der Tageszeitung „Der Standard“ im Interview zu seinem Beruf befragt.

Projektleitung: Florian Bachofner-Mayr
Projektkooperation: Johanna Urban (Projekt „DigiRes" - Universität Wien)
Link: https://soundcloud.com/user-81124923

Jurybegründung

Was sind Merkmale von Fake News und woran kann man sie erkennen? Welche Rolle haben sie in der Geschichte gespielt und welche Auswirkungen können sie in Zukunft noch haben? Diese Fragen stehen im Zentrum des fünfteiligen Podcasts „Wenn der Fake zur Wahrheit“. Zur Beantwortung ihrer Fragen wählen die Schülerinnen und Schüler unterschiedliche Ansätze: Sie bringen selbst erstellte Falschnachrichten in Umlauf, geben Tipps um Fake News nicht auf den Leim zu gehen und erklären praxisnah, was es mit sogenannten „Deep Fakes“ auf sich hat. Die einzelnen Episoden könnten unterschiedlicher nicht sein, haben jedoch eine Gemeinsamkeit: eine höchst selbstständige Gestaltung. Diese Eigenständigkeit ist akustisch wahrnehmbar. Der Podcast bietet nicht nur eine Menge interessanter Fakten und Hintergrundinformationen, er vermittelt das Thema zudem sehr authentisch – ein absolutes Qualitätskriterium, speziell wenn es um Podcasts geht. Eindrucksvoll spannen die Schülerinnen und Schüler einen Bogen von aktuellen Phänomenen wie Clickbaiting bis hin zur historischen Bedeutung von Falschmeldungen und zeigen, wie klein der Schritt von der Falschmeldung zur politischen Propaganda ist. Bleibt zu hoffen, dass diesem Pilotversuch noch viele weitere Podcasts folgen werden.