PRFMNC

HBLA KunstModeDesign Herbststraße (W)
13. Schulstufe
Experimentalfilm - VIDEO PREISTRÄGER 2020

Inhalt

Wie bereits der Filmtitel „PRFMNC“ suggeriert, werden in diesem künstlerischen Video von Katharina Sauermann wesentliche Teile bewusst ausgespart. Und es sind mehr als nur einige Buchstaben, die hier beiseitegelassen werden. In einer Art Antiperformance widersetzt sich die Protagonistin einer klischeehaften Darbietung vor der Kamera, baut eine Distanz zu ihrem Publikum auf. Vorhänge behindern die Sicht, die Stimme kommt aus dem Off und eine alte Schreibmaschine übermittelt stellvertretend zentrale Informationen. Gegen Ende gibt sich die Protagonistin zwar zu erkennen, aber dabei bleibt sie stumm. Das Publikum ist selbst gefordert die vorhandenen Teilstücke zu deuten.

Eine kleine Hilfestellung: Das Video „PRFMNC“ ist im Unterrichtsfach „mediale Darstellungsverfahren“ an der Kunst-, Mode- und Designschule Herbststraße entstanden und reflektiert nach eigenen Angaben „(…) über das Medium der Performance-Kunst und zeigt Verletzlichkeit von PerformerInnen.“ Katharina Sauermann reiht sich damit in die Tradition der Performance-Art ein, nämlich herkömmliche Kunstformen in Frage zu stellen, Sehgewohnheiten zu hinterfragen und Irritationen auszulösen. 

All das gelingt der Filmemacherin mit einfachen, aber subtilen Mitteln ganz hervorragend. Mit „PRFMNC“ liefert sie aber nicht nur einen Beitrag zum Kunstdiskurs, der Film lässt darüber hinaus auch eine allgemeingültigere Lesart zu: Das Video zeigt einen grundsätzlichen Widerwillen „zu performen“ im Sinne von Ablieferung der Leistung. Dieser Interpretation folgend steht „PRFMNC“ für Widerspruch und Auflehnung: Habt Mut anders zu sein, als man es von euch erwartet! Auch vor einer Kamera.

Projektleitung: Tobias Dörler

Jurybegründung

In ihrem experimentellen Video reflektiert die Schülerin und Filmemacherin Katharina Sauermann über das Thema Selbstdarstellung und Performance. Dabei wirft sie eine spannende Frage auf: Was macht eine Performance aus, die ohne Publikum stattfindet? Durch die authentische Bildsprache und den sehr persönlichen Off-Text gelingt es der Filmemacherin, diese Widersprüchlichkeit interessant ins Bild zu setzen. Dabei bringt sie nicht nur einen Reflexionsprozess in Gang, sondern schafft es auch die Zuschauer/innen emotional zu berühren. Die Jury hat den persönlichen Zugang sehr mutig gefunden und hofft, dass die Filmemacherin auch in Zukunft relevante Themen in medial-experimenteller Form mit einem Publikum teilt.