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Populärkultur ist visuelle Kultur, Sound und Text. Ständig wird kodiert, dekodiert, neu konstruiert. Und blitzschnell werden die Ergebnisse per Mausklick global verfügbar gemacht. In jeder Sekunde werden weltweit neue Bild- und Soundtexte montiert, veröffentlicht und kommentiert. Der freischwingende Markt generiert einen ständigen Fluss an Variationen von kulturellen Kodes. Kodes, die immer wieder auf die "Best of"-Kurse der dominanten Meinungen, Einstellungen und Werte zurückwirken. Als kybernetischer und sozialer Feedbackgenerator mit Anzeigefunktion, präzise wie ein Messgerät, spuckt der Bildschirm Unmengen an Informationen aus, die auf unseren westlichen Alltagskultur-Diskurs gestaltend einwirken."Der Autor ist tot – und wurde als Spieler wiedergeboren" Tobias Moorstedt: Der Traum vom Holodeck - Über die schwindenden Grenzen zwischen Spiel und Film. In: Kloock, Daniela: Zukunft Kino - The End of the Reel World. Schüren, Marburg 2008 Computerspiele Du willst Rache? Entschlüssle den Code. Leite ein Team. Übernimm das Kommando. Löse die Rätsel. Verbünde dich. Wirf dich schon mal in dein Paillettenkleid. Lass die Motoren aufheulen! Kannst du die Bürde der Befehlsgewalt tragen? Es liegt in deiner Hand. Beherrsche die Zeit. Es gibt keine Gerechtigkeit. Es gibt nur dich. Tritt ein in eine Welt, in der übernatürlicher Terror herrscht. Beschütze das Land. Erschaffe, personalisiere und steuere. Viele Gefahren lauern in der Dunkelheit. Lass dem Bösen in dir freien Lauf. Schwirren! Surren! Fliegen! Schließ dich mit einer Crew aus irren Waldbewohnern zusammen. Spüre die historische Bedeutung des Moments. Enthülle eine schreckliche Geschichte über Intrigen und Ungerechtigkeit. Wähle deinen Weg in einer Welt, in der die Kräfte der Natur und der technologische Fortschritt aufeinanderprallen. Ein gruseliger Mythos erwacht. Öffne die Pforten der Hölle. Streng auf der Grundlage des Regelwerks. Mehr Abschüsse bedeuten mehr Punkte. Mehr Punkte bedeuten mehr Erfolg. Und mehr Erfolg bedeutet Überleben. Ja, das Leben kann so einfach sein.
Das ist es, was wir spielen, in Spielen suchen und trainieren: Total mutierte Monster, Finger auf dem Controller, gegen destruktive Würmer, im Reich der Geister. Enthülle eine schreckliche Geschichte über Intrigen und Ungerechtigkeit. Es spielt mit deiner Fantasie, mit Ängsten und Wünschen. Und wenn du keine Angst zeigst, bist du bereit für das extremste Erlebnis aller Zeiten. Nimm dir die Freiheit. Entfessele die Macht. Schlüpfe in die Rollen. Welche Entscheidung wirst du treffen, wenn der Regen fällt? Überlebst du den Angriff der Weltraumkäfer? Erlebe den dritten Weltkrieg im Wohnzimmer. Immer wieder in deinem Leben verlässt du die wunderschöne Aquarellwelt und lernst das postapokalyptische Wasteland kennen. Eiskalt, hocheffizient, brandgefährlich. Brich auf, um eine einmalige interaktive Erfahrung zu machen. Wenn es um die Rettung der Welt geht, darf man auch einmal ein ängstliches Huhn sein. Medien sind zur Entspannung da und zum Trainieren: Beweise dein Können.
Computerspiele weisen Ähnlichkeiten mit den Herausforderungen des Alltags in unserer Leistungsgesellschaft auf. Um Erfolg zu haben, werden Leistungsbereitschaft, Durchsetzungsvermögen, strategisches Denken und Handeln sowie Kooperation, Teamgeist, und Kommunikationsfähigkeit gefordert. In diesem Sinne können Computerspiele, ebenso wie andere mediale Kulturen, als Archive und Spiegelbilder gesellschaftlicher Praktiken und Normen gedeutet werden. Computerspiele sind damit auch Trainingssimulatoren für unsere Leistungsgesellschaft. Zukünftige Arbeitsfelder werden mit Sicherheit häufiger mit "Joysticks", komplexer Menüführung, klarer Kommunikationssprache im Team und strategischem Denken konfrontiert werden. Teamspieler haben hier einen klaren Wettbewerbsvorteil. Doch wer nur noch vor dem Computer versackt, braucht Ermutigung, Führung und Begleitung in der realen Welt.
Spielen. Gestalten. Teilen Fernab gängiger Vorurteile und des kommerziellen Mainstreams hat sich eine Gattung von Spielen entwickelt, die Ernsthaftigkeit bereits im Namen trägt: Serious Games "Computerspiele haben gegenüber anderen Medien den Vorteil, dass die Spieler die Rolle des Rezipienten verlassen und aktiver, kreativer Teil der Spielwelt werden können. Serious Games machen sich dieses Prinzip zunutze, indem sie Spielern das Gefühl vermitteln, einerseits Handlungsabläufe mitbestimmen zu können und andererseits unmittelbar selbst von Ereignissen betroffen zu sein. Im besten Fall wird dadurch eine höhere emotionale und persönliche Bindung zum Inhalt erzeugt, als es mit anderen Medien möglich wäre, die nur passiven Konsum erlauben." Mehr: Matthias Oborski: Ernsthaft spielen. Zeit Online (20.03.2007) Beispiele: Linktipp: Independent Games Festival: Das Independent Games Festival (IGF) in San Francisco zeichnet innovative Spiele aus, die von unabhängigen Spielentwicklern oder Schülern und Studenten entwickelt wurden. Das IGF fördert damit Innovationen in der Videospielindustrie.
LARP Aber die Videospielfans zieht es auch hinaus auf die Straße. Mit Mobiltelefonen, GPS und manchmal auch in entsprechender Gewandung wird nach Action gefahndet. Zum Beispiel mit einem Live Action Role Play (LARP).Rollenspiel bedeutet: sich in einen Charakter hineindenken, andere Perspektiven kennenlernen, die Vorstellungskraft trainieren. Man hat bei der Kreation seines Charakters große Freiheit und kann nach Belieben Ideen einfließen lassen. Beispiel für eine Spielanleitung: "Eine gute Intrige zeichnet sich dadurch aus, dass
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