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Kunstgeschichte und/oder Visual Culture?
Kunstgeschichte und/oder Visual Culture?Bilder brauchen eine historische Perspektive, aber auch eine adquate Auseinandersetzung mit den Bildern der Gegenwart ist gefordert. "Die Kunstgeschichte ist in einem gewaltigen Umbruch", diagnostiziert Jutta Gricke, "wenn ihre Protagonisten nicht aufpassen, droht sie in drei Lager zu zerbrechen: das der Traditionalisten, die sich um Stil und Provenienzen kmmern, das der historischen Avantgardisten, die den Interpretationsrahmen von Kunstwerken um Naturwissenschaften in die Technikgeschichte erweitern, und das der ahistorischen Bildwissenschaftler, die keinen Unterschied mehr machen zwischen der Venus von Botticelli und der Ultraschallaufnahme eines Oberbauchs." (Jutta Gricke, Sddeutsche Zeitung, 26.03.2008 - Quelle: Perlentaucher)
 
Visual Culture Auseinandersetzung mit der Gegenwart
Visual Culture  Auseinandersetzung mit der GegenwartDer Anteil der Medien an der Welt/Wirklichkeitserfahrung nimmt stetig zu, ihr Einfluss auf unser Leben ist tiefgreifend. Medien stellen uns nicht nur Informationen zur Verfgung, sondern bieten und formen auch einen Groteil der Information, deren wir uns in unserem Alltagsleben bedienen. Neue Dimensionen der Wirklichkeit sind mit dem Aufkommen von hoch entwickelten Technologien entstanden. Das Bewusstsein, dass wir in einer globalisierten Welt leben, ist grtenteils ein Ergebnis der internationalen Kommunikationsmedien. Die Medien liefern ein Mosaik an Bildern. Eine Weltinformationsordnung der Produktion, der Verteilung und des Konsums von Informationsgtern hat sich herausgebildet. Das hat weitreichende Auswirkungen.
 
"Der eigentliche iconic turn besteht darin, dass heute vor Gericht niemandem mehr das Argument abgenommen wird, dass er durch Bilder getuscht worden sei. Selbst in der Rechtsprechung geht man davon aus, dass jeder, der mit Photographie, Film, Fernsehen aufgewachsen ist, nicht mehr vor Gericht einklagen kann, dass zwischen dem im Reiseprospekt abgebildeten Hotel mit Sandstrand und dem real von ihm wahrgenommenen Hotel vor Ort eine einklagbare Differenz besteht." (Quelle: Bazon Brock, zitiert aus: Reck, Hans Ulrich: Der Eigensinn der Bilder. Bildtheorie oder Kunstphilosophie? Frankfurt 2007. S. 267)
 
Standortbestimmung
Standortbestimmung Visual CultureVisual Culture bewegt sich in einem interdisziplinren Feld von Cultural Studies, Kunstgeschichte, Kritischer Theorie, Philosophie, Anthropologie, Psychologie ... und beschftigt sich umfassend mit Bildern und Visualitt. Hervorgegangen ist sie in der englischsprachigen akademischen Welt aus der Kritik an der traditionellen Kunstgeschichte. Visual Culture schliet Film, Video, Games, Comics, Fotografie, Werbung und Internet, also alle Medien, die visuelle Komponenten beinhalten, mit ein. Ebenso von Interesse sind Aspekte des technologischen, kulturellen und visuellen Wandels. Berhrt werden aber auch die Kognitionswissenschaften, die Hirnforschung und Technik allgemein.
 
Visual Culture und die Cultural Studies, eingebettet in komplexe interdisziplinre Forschungsfelder, widmen sich mit kritischen Konzepten der Bedeutung, der Analyse, der Herstellung und dem Gebrauch von Bildern, also der visuellen Kultur im Allgemeinen.
 
Protagonisten alteingesessener wissenschaftlicher Disziplinen argwhnen, dass der unspezifische Methodenmix der Visual Culture einen Verfall im Umgang mit Bildern befrdert. Aber um welche Art von Bildern und visueller Interaktion handelt es sich, wenn man Videos aus dem Internet herunterldt, ins Kino geht, Streams tauscht, neu ordnet, schneidet, spielt und als usergenerierte Samples global auf YouTube verfgbar macht, tauscht und remixt?
 
Circuit of Culture
Circuit of CultureVisual Culture orientiert sich also an den Cultural Studies. Drei Paradigmen spielen dabei eine magebliche Rolle: Ideologie, Hegemonie und das Verstndnis von Rezeptionsprozessen innerhalb der Massenkommunikation, wie es Stuart Hall in seinem viel zitierten Aufsatz "Kodieren/Dekodieren" (1980) dargelegt hat. Dieses, in den 90er-Jahren zu einem "Circuit of Culture" (Paul Du Gay, Stuart Hall, Linda Janes) ausgebaute Modell unterscheidet fnf wechselseitig aufeinander bezogene Faktoren: Produktion, Konsum, Identitt, Regulation und Reprsentation. Es stellt also Fragen nach Bedingungen und mglichen Perspektiven, wie sie beispielsweise in den Medienpdagogischen Bausteinen zur Anwendung gelangen:
  • Vom wem wird der Text produziert und warum?
  • Welcher Art ist der Text?
  • Wie wird der Text produziert?
  • Wie wird der Text entschlsselt?
  • Wir wird der Text aufgenommen?
  • Wie prsentiert der Text sein Thema?
Sony WalkmanAuch bei durchaus berechtigter Kritik stellt dieses Kreislaufmodell einen verbindlichen und brauchbaren Analyserahmen zur Verfgung, auf den auch die qualitative Marktforschung zurckgreift, indem sie an der Schnittstelle von Produktion und Konsumtion die kulturellen Praktiken in den Designprozess integriert und durchleuchtet. Als eine der ersten Studien auf Basis dieses Konzepts gilt die Geschichte des Sony Walkmans. (Doing Cultural Studies: The Story of the Sony Walkman. Paul Du Gay, Stuart Hall, Linda Janes, SAGE, 1997)
 
"Wir gebrauchen und verwenden mediale Bilder, aber Bilder verwenden auch uns. Wissenssysteme, schriftliche Texte und alle anderen Formen von Medien reflektieren nicht nur Normen und Strukturen einer Gesellschaft, sondern sie konstituieren auch diese Normen und Strukturen. Damit reflektieren und konstituieren Bilder, was uns normal erscheint und was wir als normale Praktiken und Selbstpraktiken des alltglichen Lebens erachten." (Monika Seidl: Visual Culture. Bilder lesen lernen, Medienkompetenz erwerben. In: Seidl, Monika (Hg.): Visual Literacy: Bilder verstehen. Der fremdsprachliche Unterricht Englisch 87 (Mai 2007), S. 2 - 9)
 
Buchtipps:
Practice of Looking an introduction to visual culture
Marita Sturken, Lisa Carwright, Oxford University Press, 2001
 
Reading Images. The Grammar of Visual Design
Gunther Kress, Theo van Leewen, Routlege, 2007
 
Grundlagen der visuellen Kommunikation
Marion G. Mller, UVK Verlagsgesellschaft, 2003
 
Bildwissenschaft und Visual Culture Studies in der Diskussion
Andrew Hemingway, Norbert Schneider (Hg.), Vandenhoeck & Ruprecht, 2009
 
Bildwissenschaft. Disziplinen Themen Methoden
Klaus Sachs-Hombach (Hg.), Suhrkamp, Frankfurt/Main 2005
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