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Nach der Festlegung der O-Töne für den Beitrag muss das Tonmaterial bearbeitet werden. Radio-JournalistInnen müssen selbst kopieren und schneiden können. Bei der analogen Bearbeitung werden die ausgewählten Passagen gezielt von der Kassette auf ein Tonband kopiert, am besten gleich in der Reihenfolge, in der die O-Töne dann im Beitrag kommen sollen. In einem nächsten Arbeitsschritt werden die einzelnen O-Töne geschnitten und voneinander getrennt.

In der praktischen Handhabung unterscheidet sich zwar der Arbeitsvorgang am Computer vom Kopieren und Schneiden der Tonbänder, wie es früher mit der Bandmaschine gemacht wurde. Prinzipiell und unabhängig von der technischen Form geht es bei der Bearbeitung der O-Töne aber immer darum, aus Interview-Passagen gute O-Töne zu machen. Das bedeutet:

O-Töne in sich kürzen
Sind Interviewausschnitte, die inhaltlich unbedingt im Beitrag vorkommen müssen, zu lang, dann muss ich sie "abspecken". Komplizierte, lange Schachtelsätze, mit vielen Nebensätzen und Nebengedanken, sind als O-Ton unverdaulich. Das heißt: Nebensätze und Wiederholungen herausschneiden und den O-Ton auf die wichtigen (Kern)sätze reduzieren. Dabei muss allerdings darauf geachtet werden, dass der Schnitt auch technisch "geht", also nicht hörbar ist. Außerdem darf durch den Schnitt die inhaltliche Aussage nicht verfälscht werden. Beim Schneiden und Kürzen ist es sinnvoll, nicht einzelne Wortschnipsel, sondern ganze Sinn- und Satzkomplexe herauszunehmen.

Ähs und Hms herausschneiden
Die meisten InterviewpartnerInnen "verschönern" ihre Ausführungen mit einer Vielzahl von Versprechern. Ähs, Hms, lange Pausen, Wortwiederholungen, Stotterer, Husten u. Ä. sollten, wenn technisch möglich, herausgeschnitten werden. Das ist zulässig, weil dadurch die O-Töne hörerfreundlicher und verständlicher werden. Lustige oder Freud'sche Versprecher und andere Hoppalas können aber auch etwas über den Interviewpartner und seine Stimmung aussagen. In manchen Fällen ist es daher sinnvoll, einen Versprecher bewusst nicht zu schneiden.

Radio-AnfängerInnen spielen bisweilen mit dem Gedanken, einzelne Worte eines Satzes so "umzustellen", dass sich der Inhalt der Aussage verändert. Warnung: Das ist nicht nur Manipulation, es geht auch aus schneidetechnischen Gründen meistens schief. Bei derart beschnittenen Sätzen passen die Worte in Sprachfluss und Tonfall nur selten zusammen.

O-Töne, die besonders gut wären, deren Anfangssatz leider aus technischen Gründen nicht zu verwenden ist, können notfalls mit dem Beitragstext gerettet werden.

Beispiel:
Text: Die junge Frau denkt gerne an ihren ersten Radiobeitrag, der ...
O-Ton: ... recht lustig geworden ist, weil ...
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