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Frageformen, die bisher behandelt wurden, sind Beispiele für
direkte Fragen. Bei direkten
Fragen ist das Frageziel klar und unmissverständlich, sie stellen
eine direkte Beziehung zwischen der befragten Person und dem Fragegegenstand
her.
Im Gegensatz
dazu verdecken die indirekten Fragen
das Frageziel.
Beispiele dafür wären
etwa die Fragen:
"Man sagt, dass Medien manipulieren. Finden Sie das auch?"
Diese Frage enthält eine so genannte "indirekte Provokation".
Sie zitiert eine Bewertung oder ein Urteil (von Dritten) und provoziert
die Befragte damit zu einem Werturteil über den angesprochenen
Sachverhalt. Indirekte Provokationsfragen erzeugen Erklärungsdruck.
Die Provokation kann auch stärker ausfallen und Rechtfertigungsdruck
erzeugen, etwa wenn eine Frage lautet: "Viele umweltbewusste
Menschen sind davon überzeugt, dass die Bahn das einzige ökologisch
verantwortbare Transportmittel ist. Was sagen Sie als passionierte
Autofahrerin dazu?" (HALLER,
241)
In indirekten Provokationfragen kann der Interviewer seine eigene
Meinung verdeckt einbringen und sich distanziert geben.
Provozierenden Charakter haben auch die so genannten unterstellenden
Frageformen und die berüchtigten Suggestivfragen.
Ein Beispiel für eine unterstellende
Frageform wäre etwa die Frage:
"Sie sind viel mit dem Auto unterwegs. Was haben Sie eigentlich
gegen das Bahnfahren?" In unterstellenden Fragen wird ein (vermeintliches)
Verhalten oder eine Meinung der Befragten als Faktum dargestellt
und mit einer Frage nach den Handlungsmotiven verknüpft. Die
Unterstellung provoziert eine Antwort, die Befragte empfindet die
Frage als Angriff und wehrt sich mit einer Richtigstellung.
Suggestivfragen sind so formuliert,
dass die vom Interviewer erwartete oder erwünschte Antwort
in der Frage angelegt ist. Diese Fragen dirigieren durch ihre Formulierung
das Antwortverhalten, indem eine bestimmte Antwortmöglichkeit
bevorzugt wird.
Beispiel: "Immer mehr Menschen
fahren mit der Bahn? Was machen Sie?"
Suggestivfragen sind im journalistischen Interview weit verbreitet,
allerdings sind sie umstritten. Denn wenn der suggestive Effekt
grobe Unterstellungen erzeugt, kann die Befragte das Gefühl
bekommen, sie werde manipuliert und irgendwohin gedrängt, wohin
sie gar nicht will.
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