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All diese journalistischen Vorüberlegungen können helfen, für den Beitrag einen neuen und vielleicht ungewöhnlichen thematischen Zugang zu finden. Viele Themen liegen zwar auf der Straße und wer als JournalistIn tätig ist, muss mit offenen Augen durchs Leben gehen. Die meisten Themen (von der Pensionsversicherung bis zur Umweltverschmutzung) sind aber dem Publikum weder unbekannt noch neu. Sie sind Teil einer öffentlichen Diskussion, bei der verschiedene Medien bestimmte Fragen und Aspekte eines Themas unter die Lupe nehmen. Themen brauchen daher einen "Aufhänger". Das kann ein aktueller Anlass sein, zu dem der Beitrag dann Hintergründe liefert, oder ein thematischer Anknüpfungspunkt, der den Beitrag/die Sendung in Beziehung zum öffentlichen Geschehen setzt und die HörerInnen neugierig macht.

Ein guter "Aufhänger" ist im professionellen Radiojournalismus Voraussetzung dafür, dass ein Thema "untergebracht" werden kann. Mitunter sind diese "Aufhänger" allerdings recht banal. So werden etwa jedes Jahr mit beginnendem Winter Berichte über das triste Schicksal der Obdachlosen gebracht, ohne dass die inhaltlichen Zugänge zum Thema unbedingt besonders kreativ oder neu wären.

Themenauswahl

Die Frage nach journalistischen Auswahlprozessen, die Frage danach, welche Themen in die Öffentlichkeit gelangen und welche nicht, ist nicht ganz leicht zu beantworten. Die Bewertung eines Themas hängt von den einzelnen JournalistInnen ab und erfolgt, auch wenn es dafür keine fixen Lösungen gibt, nach bestimmten Kriterien. Radio-JournalistInnen machen ihre Sendungen nicht für sich selbst, sondern für ihr Publikum. Sie müssen sich daher grundsätzlich an den politischen, sozialen und kulturellen Interessen ihrer HörerInnen orientieren. Besonders bei den Nachrichten- und Informationssendungen kommt der Themenauswahl eine große Bedeutung zu. Dabei wird solchen Themen Vorrang eingeräumt, von denen die HörerInnen betroffen sind. Weiters werden ungewöhnliche Themen und exklusive Storys in der Regel alltäglichen Berichten vorgezogen.
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