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PopartWir erfinden uns in der modernen westlichen Welt durch Musik, Mode und Medien immer wieder neu. Die Modularisierung hat sich dabei als grundlegendes Prinzip durchgesetzt. Ein unüberschaubares Angebot an Stilen, Bauelementen, Techniken und Identitäten steht als Readymades zur Auswahl und bildet einen Teil der Alltagskulturen. Jede neue Variierung etabliert dabei auch neue Verhaltens- und Denkmuster. Neue Phänomene bringen neue Wertungen mit ins Spiel und deuten damit auch bestehende Phänomene der menschlichen Umwelt immer wieder neu.

PopSolange gekauft wird, ist das kein Problem, ganz im Gegenteil. Doch die Musikindustrie steckt in der Krise. Pop hat ein Problem. Die Menschen kreieren ihre Musik zunehmend selbst, kopieren und tauschen auf digitaler Basis. Jede/r kann heute die Welt mit Texten, Bildern und Tönen versorgen. Auf BitTorrent-Basis funktioniert das global und millionenfach. Wer dabei Urheberrechte verletzt, macht sich strafbar. Dass die Industrie Rechtsverletzungen verfolgt, scheint nur logisch. Ohne Zweifel haben die technischen Möglichkeiten zur Reproduktion von Wissen und Kultur einen Paradigmenwechsel eingeleitet. Die Auswirkungen sind spürbar in allen Instanzen, denn die Erfindung des Computers und die Digitalisierung gelten ebenso als kulturhistorischer Meilenstein wie der Buchdruck, die Schrift und die Sprache.


Rückblende
Gutenberg GalaxisDie Erfindung und Etablierung des Buchdrucks und die damit eingeleiteten gesellschaftlichen Veränderungen sind nur ein Beleg für die Sprengkraft, die technologische Veränderungen hervorrufen können: eine allgemeine Alphabetisierung begann und leitete eine Bildungsrevolution ein. Die Autorenschaft begann an Bedeutung zu gewinnen und führte im 19. und 20. Jahrhundert zu einem idealisierten Autorenbegriff – an dem sich das Urheberrecht orientiert. Doch bereits in den 1960er-Jahren wurde Kritik an der Verabsolutierung der Autorenpersönlichkeit laut.
http://de.wikipedia.org/wiki/Gutenberg-Galaxis
 

Knistern, Knacken, Klicken
Reaktor -  Native -  InstrumentsAuch die elektronische Musik hat durch die digitalen Apparaturen das hierarchische Verhältnis zwischen Komponist, Dirigentin, Instrumentalist und Hörer Geschlechtsspezifische Bezeichnungen aufgehoben. Der Code der Software und das soziale Konstrukt sind Teil der Partitur.
Die Kompliziertheit der Welt zerschellt am Kanon, die Sphären des Wahren, Guten und Schönen sind passé? Wo versteckt sich das Wahre, Gute und Schöne? Bei J. S. Bach, W. A. Mozart, Arnold Schönberg, John Cage, Madonnaoder Britney Spears...? Die Antworten darauf sind individuell verschieden und Gegenstand des gesamtgesellschaftlichen Diskurses.


"Was alle angeht, können nur alle lösen. Jeder Versuch eines Einzelnen, für sich zu lösen, was alle angeht, muß scheitern." (Friedrich Dürrenmatt)

Die Cultural Studieswidmen sich vor allem der Populärkultur. Ein zentrales Anliegen der interdisziplinären Forschung ist, das Hinterfragen und Aufspüren von Ideologien und Identitäten. Produktion und Konsumtion werden dabei als gleichwertig und wichtig betrachtet. Erforscht wird die Bedeutung von Kultur als Alltagspraxis. Als Ausgangspunkt gilt die Annahme, dass die Konsumtion von kulturellen Gütern ein wichtiger Bestand von Identität ist. Untersucht werden audiovisuelle Texte, gesprochene Sprache, Kleidung, Habitusund andere Formationen der Alltagskultur , also der kreative Prozess der Konsumenten im Umgang mit kulturellen Artefakten.

 
Linktipp:
Einführung Cultural Studies
Cultural Studies
 
 
Digitale Musik Live Coding
Kooperation, kollektive Intelligenz - das Credo einer neuen Kultur: „Es geht nicht mehr um den Einsatz und die Realisierung von Ideen, die der Musik vorauseilen. So funktioniert digitale Musik nicht mehr. Es entstehen Arbeitsweisen, die die binären Kodierungen und die Reproduktion von Standards übergreifen. Also nicht Abarbeiten an der Technologie, sondern im Hörbarmachen zeigen, dass in die Musik soziale, politische, ökonomische und artifizielle Implikationen einfließen. Der Umgang mit der Software setzt dann Potentiale, Impulse und Konstruktionen frei, die kein Software-Engineer nur hätte erahnen können.“
(Kleiner, Marcus S.; Szepanski, Achim (Hg.): Soundcultures. Über elektronische und digitale Musik. Suhrkamp, 2003, S. 9)
 
 
SOFTWARE
Sounddesign

Für die
Tonaufnahme eignen sich bewährte Programme wie Audacity und Ardour. Der Audio-Editor Audacity importiert Musikdateien in allen gängigen Formaten und erlaubt das Schneiden, Editieren und Mischen mehrerer Spuren. Als Digital-Audio-Workstation zum Aufnehmen, Bearbeiten und Mixen von mehrspurigen Audiodaten eignet sich auch die Software Ardour. Beide Programme sind Open Source.
http://de.wikipedia.org/wiki/Audacity
http://de.wikipedia.org/wiki/Ardour

Cubase, Logic und Garage Band
Cubase und Logic sind die Flagschiffe in der Musikbranche. Wer einen Mac besitzt, kann mit GarageBand sofort loslegen und mit Logic seinen Apple Macintosh zu einem vollwertigen professionellen Ton- und Musikstudio aufrüsten.
http://de.wikipedia.org/wiki/Cubase
http://de.wikipedia.org/wiki/Logic
http://de.wikipedia.org/wiki/GarageBand

Unter dem Namen Cubase entwickelt die Firma Steinberg MIDI-Sequenzer und digitale Audiobearbeitungsprogramme. Für die sinnvolle Aufnahme und Wiedergabe von Audiomaterial benötigen Sie idealerweise eine professionelle Audiokarte mit schnellem ASIO-Treiber. Über ein MIDI-Interface können externe Klangerzeuger sowie MIDI-Controller und ein Masterkeyboard angeschlossen werden.

Native Instruments
Native Instruments bietet eine große Palette an Software-Instrumenten für die computer-basierte Musikproduktion, dazu gehören Synthesizer, Sampler und Effektprozessoren.
http://de.wikipedia.org/wiki/Kategorie:Synthesizer_oder_Sequenzer 


Virtual Studio Technology (VST)
ist eine von der Firma Steinberg entwickelte Schnittstelle für Software im Audio-Bereich, grundsätzlich für Plugin-Entwickler offen und kostenlos verfügbar, jedoch an spezielle Lizenzbedingungen gebunden. VST ermöglicht den Dialog zwischen virtuellen Instrumenten und dem Audio/Midisequenzer.
http://de.wikipedia.org/wiki/Virtual_Studio_Technology

Das Software Development Kit (SDK) ist vom Lizenzgeber Steinberg für verschiedene Betriebssysteme und Plattformen erhältlich. Die VST-Schnittstelle ist heute die am weitesten verbreiteteste mit mehr als 3000 Plugins.

Verzeichnis kostenloser VST-Plugins: http://www.vst4free.com/

Live-Coding bedeutet interaktives Programmieren. Programmierer, Musikerinnen, VJs schreiben ihre Software vor Publikum. Bei der Aufführung elektronischer Musik wird oftmals vom Laptop DJ live gecoded. http://en.wikipedia.org/wiki/Live_coding
 
„Gute Musik spricht für sich selbst. Kommentar überflüssig. Habt einfach Spaß daran. Nicht viele Worte machen. Zur Sache zurück. Was soll man da noch sagen“ (Kodwo Eshun: Heller als die Sonne. Abenteuer in der Sonic Fiction, S. )

Linktipps:
Online Tutorials
Musik und Sounddesign in Film und Multimedia


Institut für Elektronische Musik und Akustik
Live-Coding

The Open Music Encyclopedia
http://www.musipedia.org

MP3 Musikmagazin
http://www.tonspion.de

 
Weitere Software finden Sie unter http://www.heise.de/software/

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