Ein Feuerwerk an Hypertext
, Konzepten, Ideologien
und Fragen, vielleicht
auch Ratlosigkeit und Redundanz
. Das Infinite
monkey theorem
besagt,
dass ein Affe, der unendlich lange zufällig auf einer Tastatur herumtippt,
fast sicher irgendwann alle Bücher der Vergangenheit wie der Zukunft
schreiben wird.
Das Theorem ist mit Hilfe einfacher Mittel der Wahrscheinlichkeitsrechnung
anschaulich
zu beweisen. Die Motive „unendlich viele Affen an Schreibmaschinen“, „ein
ewig auf einer Schreibmaschine tippender Affe“ sowie „zufällige
Entstehung von sinnvollen Texten“ finden sich auch in der Erzählung
von Jorge Luis Borges "Die
Bibliothek von Babel
" wieder.
Das Motiv kann als Denkanstoß zu der Überlegung dienen, auf
welche Art und Weise Sinnvolles und Unsinniges entsteht oder wahrgenommen
wird.
"Wir hatten zu Hause einen Internet/MP3/Film-Computer
im Wohnzimmer, und es ging so weit, dass wir anfingen, das Internet 'Gott'
zu nennen. Wir saßen herum, stritten über irgendwelche Kleinigkeiten … 'Frag einfach Gott!'" (Kommentar
bei Slashdot, zitiert aus: Erik Möller: Die heimliche Medienrevolution.
Wie Weblogs, Wikis und freie Software die Welt verändern. Heise Zeitschriftenverlag,
Hannover 2006, S. 1)
Google-Gesellschaft
In dem Buch "Die
Google-Gesellschaft. Vom digitalen Wandel des Wissens",
herausgegeben von Thomas Krug, Kai Lehmann und Michael Schetsche, werden "Zehn
Prinzipien der neuen Wissensordnung" skizziert. Wir stellen diese Prinzipien
hier vor und erlauben uns, jeweils ein Fragezeichen hinzuzufügen.
Zehn Prinzipien der neuen Wissensordnung zur Diskussion gestellt:
1. Die Suchmaschine als Universalschnittstelle [?]
Suchmaschinen sind der zentrale Einstiegspunkt ins Netz. Sie entwickeln
sich zur Universalschnittstelle
zwischen Mensch und Information.
2. Die mediale Erschaffung der Wirklichkeit [
?]
Was wir von der Welt wahrnehmen
, erfahren wir zunehmend über die Medien.
In der Google-Gesellschaft geschieht dies primär über Netzwerkmedien.
3. Neue Wirklichkeit, neue Öffentlichkeit [?]
Die Netzwerkmedien schaffen eine neue Öffentlichkeit
:
Sie kennt keine Produzenten und Konsumenten, sondern nur Nutzer, denen
sie als Arena fürdie private, politische und ökonomische Verständigung
dient.
4. Ungleichheit durch Gerechtigkeit [?]
Das formale Gerechtigkeitsversprechen
der
Moderne wird von den Netzwerkmedien in neue politische, soziale und ökonomische Ungleichheit verwandelt.
Google erneuert das Gesetz der Konzentration sozialer Ressourcen: "Wer
hat, dem wird gegeben."
5. Unhintergehbare technische Normen [?]
Software-Code
regelt
und begrenzt die Handlungen der Benutzer. Wer nicht über
Expertenwissen verfügt, muss sich innerhalb des von wenigen Spezialisten
definierten Spielfelds bewegen.
6. Wiederverzauberung der Welt [?]
Computerprogramme und Netzwerktechnik treten den Nutzern in aller
Regel als Blackbox entgegen. Der Mangel an technischem Wissen verleitet
dazu, die Welt der Computer und Netze magisch
zu verstehen.
7. Die neue Ökonomie [?]
Als Gegenpol zur klassischen Tauschökonomie etabliert sich im Netz
eine Geschenkökonomie
,
die netzwerkspezifische Potentiale auf effiziente Weise zu nutzen weiß.
8. Der Kampf um Aufmerksamkeit [?]
In der Welt der Netze und Suchmaschinen wird die Ökonomie der Aufmerksamkeit
zum
Leitprinzip - nicht nur der Ökonomie.
9. Information als Transaktionsressource [?]
Im Netz wird nicht mit, sondern nur mittels Information
gehandelt.
10. Dissoziative UmOrdnung des Wissens [
?]
Das Internet wird zum neuen Leitmedium
. Der passive Konsum von Information
wird durch ein Universum aktiver Szenen ersetzt.
(Krug, Thomas; Lehmann, Kai; Schetsche, Michael
(Hg.): Die Google-Gesellschaft. Vom Digitalen Wandel des Wissens. transkript
2005, S. 20-29)
Wie wird sich die Gesellschaft verändern? Wer
verändert sie?
Fragen wir nochmals die Wikipedia – zum Thema "Soziokulturelle
Evolution
":
Fast alle Anthropologen
und Soziologen
gehen davon
aus, dass menschliche Wesen natürliche soziale Tendenzen besitzen und dass besonders menschliches
soziales Verhalten auch auf nicht-genetische Ursachen zurückzuführen
ist; es wird zu großen Anteilen in einer sozialen Umgebung und durch
soziale Interaktion gelernt.
Gesellschaften existieren in komplexen sozialen (in Interaktion mit anderen
Gesellschaften) und biotischen Umgebungen (in Interaktion mit natürlichen
Ressourcen und Einschränkungen) und passen sich daran an. Deshalb ist
es erforderlich, dass sich Gesellschaften verändern. … http://de.wikipedia.org/wiki/Soziokulturelle_Evolution
„Inzwischen wissen wir, dass die Wissenschaft selbst, also unsere
Methode, alles, was es gibt, in die klare, kommunizierbare und falsifizierbare
Form der Mathematik zu übersetzen, äußerst eng mit dem Begriff
der Wahrscheinlichkeit verbunden ist. „Wo ist es?“ ist eine
Frage der Wahrscheinlichkeit. Das Gleiche gilt für „Wie viele
sind es?“, „Wer hat das gesagt?“ und „Was bedeutet
das?“. Immer wenn wir einen Begriff oder eine Messung mit einer Eigenschaft
verbinden (also nicht nur zwei mathematische Begriffe aufeinander beziehen),
treffen wir Wahrscheinlichkeitsaussagen. Es gibt einige Schlussfolgerungen,
die eindeutiger als andere aussehen. Das liegt aber nur daran, dass einige
Zustände wahrscheinlicher sind als andere. Als Beobachter überwachen
wir heute nicht mehr eisern die Säulen der Gewissheit, sondern surfen
auf den Wellen der Wahrscheinlichkeitsverteilungen.“ (Kaplan, Ellen;
Kaplan, Michael: Eins zu Tausend. Die Geschichte der Wahrscheinlichkeitsrechnung.
Campus Verlag, Frankfurt/New York 2007, S. 369 f.)
„Die Realität
ist unwahrscheinlich, und das ist das Problem.“
(Elena Esposito: Die Fiktion der wahrscheinlichen
Realität. Edition Suhrkamp, Frankfurt 2007)
SOFTWARE
HTML Programmierung
selfhtml.org ist die offizielle Heimatadresse des Web-Projekts SELFHTML.
Die Dokumentation richtet sich an AnwenderInnen, die verstehen wollen, WAS
sie lernen, und wissen, was sie TUN, wenn sie an eigenen Webseiten arbeiten.
Es geht also hier nicht um einen Schnellkurs in HTML-Programmierung, sondern
um das Erforschen, Entdecken und Ausprobieren. Ganz unter dem Motto: Everyone's
a publisher.
Webdesign
Adobe Dreamweaver ist
eine Software für Webdesigner
und
Entwickler, mit der Websites und Anwendungen entwickelt und verwaltet
werden können. Adobe
GoLive eignet sich ebenfalls zur Erstellung
von Websites und bietet auch Grafikdesignerinnen die Möglichkeit Inhalte
in einer visuellen Umgebung zu erstellen und zu verwalten.
Weblog-System
WordPress ist ein
Weblog-System zum einfachen Veröffentlichen von
Texten, Bildern, Audio- und Video-Beiträgen. WordPress basiert auf
PHP und MySQL, ist frei erhältlich und einfach zu installieren.
Content Management (CMS)
Drupal
Mit dem Content-Management-
und
Blog-System Drupal lassen
sich Inhalte ins Internet stellen und sehr einfach bearbeiten. Das CMS unterscheidet
sich von anderen CMS durch die Umsetzung von Ansätzen einer Social
Software und unterstützt somit den Aufbau von Communities, die gemeinsam
an Inhalten arbeiten und sich austauschen und informieren wollen. Die
Benutzer können beispielsweise eigene Weblogs anlegen, sich in Foren
austauschen oder Artikel veröffentlichen. Drupal steht seit 2001 als
Open Source zur Verfügung.
MediaWiki
ist ein Wiki-Programm, das unter der GPL entwickelt wurde. Es wird von
allen Wikimedia-Projekten - wie z. B. Wikipedia - verwendet. Die Wikimedia
Foundation versteht sich als internationale gemeinnützige Organisation,
die sich der Sammlung, Entwicklung und Verbreitung von freien Inhalten
in den unterschiedlichsten Sprachen verschrieben hat und diese Inhalte über
Wiki-Projekte der Öffentlichkeit kostenlos zur Verfügung stellt.
Entwicklung- und Testumgebung für Webseiten
XAMPP
ist eine komplette Entwicklungs- und Testumgebung für Webseiten inklusive
Apache, MySQL, Perl und PHP. Das Projekt hat sich das Ziel gesetzt, besonders
EinsteigerInnen die Verwendung von Technologien zu erleichtern. Apache
Friends ist ein Non-Profit-Projekt zur Förderung des Apache Web-Servers und
verbundener Technologien wie MySQL, PHP und Perl.
LINKTIPPS:
Geschichte des Internets
http://de.wikipedia.org/wiki/Geschichte_des_Internets
Weblogs & Podcasts
http://www.mediamanual.at/mediamanual/workshop/weblogs/index.php