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Die publizistische Vielfalt im Internet  
Durch das Internet als sozialer und kultureller Raum einer globalisierten Gesellschaft verlieren die Nationalstaaten ein gewisses Maß an Kontrolle über digital verbreitete Information. Damit nimmt notgedrungen auch die politische Klasse einer demokratischen Gesellschaft Abschied von ihrer traditionellen Meinungsführerschaft und den damit verbundenen Informationskontrollen.

Der offizielle, durch traditionelle Medien verbreitete Diskurs erhält durch das Internet neue Impulse, denn InformationskonsumentInnen sind auch potenzielle InformationsproduzentInnen. Somit wird die Informationskultur im Internet maßgeblich durch die Kompetenz der Beteiligten und deren Interessen bestimmt. Eine zentrale Rolle bei der Auffindung von Informationen nehmen Suchmaschinenbetreiber ein.

Was passiert, wenn Google mehrheitlich die Suchanfragen im Internet beantwortet?
"Dieses Problem kann man sich am besten dadurch ausmalen, wenn man sich vorstellt, es gibt nur noch eine einzige Zeitung und das für die ganze Welt. Das, was da nicht drin steht, das gibt es nicht. Das, was da drin steht, kann man an keiner anderen Stelle mehr kontrollieren. Dazu kommt verschärfend und erstmalig überhaupt, dass dieses Medienimperium dann die Kunden persönlich kennt und dazu die Interessenprofile kennt und deren soziales Netz kennt. So etwas ist einmalig in der Mediengeschichte, das hat es bisher noch nie gegeben."
(Wolfgang Sander-Beuermann, Suchmaschinen-Experte, Universität Hannover)
Quelle: NDR-Fernsehen 2006


Personalisierung – die Kernstrategie zahlreicher Internet-Topsites …
Google, Yahoo, Facebook, YouTube und viele andere große Plattformen treiben die Entwicklung zur "Personalisierung" massiv voran: Die Nutzer bekommen im Internet immer öfter und unbemerkt nur noch das zu sehen, was zu ihrem Profil passt. Das kann beispielsweise für die Nachrichten zur persönlichen Lieblingssportart sinnvoll sein. Doch politisch sind die Folgen gravierend: Wir erhalten nur noch Nachrichten, die zu unseren angestammten Überzeugungen passen, abweichende Standpunkte gehen an uns vorbei. Und weil wir nicht wissen, welche Informationen wie gefiltert sind, merken wir von all dem recht wenig.
((Vgl. Eli Pariser: Filter Bubble. Wie wir im Internet entmündigt werden. Carl Hanser Verlag, München 2012)

Wenn Software entscheidet, was wir zu sehen bekommen
"In der Filter Bubble gibt es weniger Raum für zufällige Begegnungen, durch die wir Einsichten gewinnen und lernen können. Kreativität wird oft dort entfacht, wo Ideen aus verschiedenen Disziplinen und Kulturen aufeinanderprallen. Die Kombination aus Kochkunst und Physik hat die beschichtete Pfanne und den Induktionsherd hervorgebracht. Aber wenn Amazon meint, ich interessiere mich nur für Kochbücher, wird es mir keine Bücher zur Metallkunde vorschlagen. Und nicht nur diese glücklichen Zufälle und Entdeckungen werden verhindert. Eine Welt, die nur aus Bekanntem besteht, ist eine Welt, in der man nichts lernen kann."
(Eli Pariser: Filter Bubble. S. 22 f.)
 
TED Talk – Eli Pariser: Beware online „filter bubbles“



„Es gibt kein Standard-Google mehr. Und das Komische daran ist, dass es kaum sichtbar ist. Man sieht nicht, wie unterschiedlich die eigenen Suchtreffer von denen der anderen sind.“ (Eli Pariser im Video „Beware online ,filter bubbles’“)

 


Amnesty International kritisiert Yahoo!, Microsoft und Google
Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International hat den US-Konzernen Yahoo!, Microsoft und Google vorgeworfen, bei der Zensur des Internets in China mitzuwirken und damit die Meinungsfreiheit zu verletzen.

Yahoo! muss sich den Vorwurf gefallen lassen, mit der Weitergabe von Kontendaten die Strafverfolgung chinesischer E-Mail-Benutzer ermöglicht zu haben.
Der chinesische Journalist Shi Tao wurde zu zehn Jahren Zwangsarbeit verurteilt, weil er über seinen Yahoo-Account eine E-Mail an eine in den USA angesiedelte Website für die Demokratiebewegung in China versendet hatte. Er gab in dieser E-Mail den Inhalt eines Kommuniqués des chinesischen Propagandaministeriums wieder, wie die Zeitung, für die Shi Tao arbeitete, zum Jahrestag der Niederschlagung der Demokratiebewegung von 1989 zu berichten hätte.


Die Ausforschung war nur deshalb möglich, weil Yahoo! die Daten des Journalisten weitergab. (Quelle: AI Österreich)


Amnesty International: Undermining Freedom of Expression in China. The role of Yahoo!, Microsoft and Google (Juli 2006)

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