StartseiteStartseite Archiv
BMB
editorial
info
themen
leitfaden
projekte
workshop
e-academy
network
Kommunikation
Wie entsteht Bedeutung?
Semiotisches Labor
Medienlabor
Texte-Medienkultur
Cultural Studies
Einführung
Visual Cultures
Mediengeschichten
Medienpraxis
Gender und Film
Filmkritik mit C. Philipp
Filmehefte
Spielend Radio machen
Radiobeitrag machen
Radiotechnik
Sprechen vor der Kamera
Animationsfilm
Videoschnitt am Computer
Videoschnitt mit Avid
Meinungsfreiheit
Meinungsfreiheit ist ein Menschenrecht
Meinungsfreiheit im Widerstreit mit anderen Grundrechten
Medienoekonomie
Pressefreiheit und Zensur
Pressekodex
Meinungsvielfalt
Anna Politkowskaja
Internet
Jugendschutz
Kunstfreiheit
WikiLeaks
Schülerzeitung
Weblogs & Podcasts
Dziga Vertov
Audiovisuelle Materialien
Tonmaterial
Medienkatalog
Pressekodex  
Die meisten Menschen lesen auf Dauer nur die Zeitung, die sie in ihrer eigenen Meinung bestätigt. Wo Menschen aus unterschiedlichen Kulturen zusammenleben, wird es noch komplizierter: zu viel andere Meinung, das halten nur wenige von uns aus. Eine Meinung zu haben, kann zudem auch lebensgefährlich sein, und viele Staaten schränken die Meinungsfreiheit ein.

"Wo es aber um Christus und um das Heilige der Christen geht, erscheint die Meinungsfreiheit als das höchste Gut, das einzuschränken die Toleranz und die Freiheit gefährden oder gar zerstören würde. Meinungsfreiheit findet aber ihre Grenze darin, dass sie Ehre und Würde des anderen nicht zerstören darf; sie ist nicht Freiheit zur Lüge oder zur Zerstörung von Menschenrechten. Hier gibt es einen merkwürdigen und nur als pathologisch zu bezeichnenden Selbsthass des Abendlandes, das sich zwar lobenswerterweise fremden Werten verstehend zu öffnen versucht, aber sich selbst nicht mehr mag, von seiner eigenen Geschichte nur noch das Grausame und Zerstörerische sieht, das Große und Reine aber nicht mehr wahrzunehmen vermag"

(Joseph Ratzinger: Die Seele Europas. Für Menschenwürde, Ehe und Familie und das Heilige. Artikel in der Süddeutschen Zeitung vom 13. 4. 2005. Zitiert nach ZENIT – die Welt von Rom aus gesehen)

MTV Popetown
Die Werbung für die von MTV geplante Ausstrahlung der satirischen Cartoon-Serie "Popetown" führte zu heftigen Protesten: "Wie die Werbung ankündigt, geht es dabei um einen 'durchgeknallten Papst' und einen 'kriminellen Kardinal', die unter anderem Waisenkinder in die Sklaverei verkaufen. Für diese widerwärtige Verhöhnung der katholischen Kirche wirbt der Sender MTV." (Zentralkomitee der deutschen Katholiken). Verschiedene katholische Verbände, Vertreter der Juden und des Islam, die Kommission für Jugendmedienschutz und der Deutsche Werberat schließen sich der Kritik an der Werbung für die Papst-Satire an.

MTV
Wikipedia
Katholische Kirche

Linktipps

Auf dem Gipfel der Freundlichkeiten. Jürgen Habermas und Kardinal Ratzinger diskutierten über Religion und Aufklärung. Die Zeit, 22. 1. 2004, Artikel von Thomas Assheuer.
Europäischer Gerichtshof für Menschenrechte: Entscheidungen in Sachen Religionsfreiheit/Kirche (Universität Trier).

Salman Rushdie: Die satanischen Verse
"Redefreiheit ist das Entscheidende, um sie dreht sich alles. Redefreiheit ist das Leben." (Salman Rushdie)

S. Rushdie
Am 14. 2. 1989 verhängte der iranische Staatschef Ajatollah Ruhollah Musawi Chomeini über den indisch-britischen Schriftsteller Salman Rushdie eine Fatwa. In diesem islamischen Rechtsgutachten wurde zum Mord an Rushdie wegen dessen angeblicher Gotteslästerung in seinem Roman "Die satanischen Verse" aufgefordert. Chomeini rief alle Moslems zur Vollstreckung des Urteils auf und setzte ein Kopfgeld von drei Millionen US-Dollar aus.

"Durch die in den Alpträumen eines Protagonisten widergespiegelte Darstellung des Lebens des Propheten Mohammed fühlten sich viele Muslime in ihren religiösen Gefühlen verletzt – die meisten freilich ohne das Buch überhaupt zu kennen, da es weder leicht zu lesen noch erschwinglich und obendrein von islamischen Geistlichen verboten war." [Wikipedia]

Die Vorgeschichte: Nach Erscheinen der englischen Originalausgabe kam es in Bradford, einer englischen Stadt mit hohem islamischen Bevölkerungsanteil, zu Unruhen. Das Buch wurde dabei öffentlich verbrannt. In der Folge breiteten sich die Unruhen auf die islamische Welt und Indien aus. Es gab zahlreiche Tote und das Buch wurde in Indien und zahlreichen islamischen Ländern verboten. In Europa löste die Fatwa eine breite Diskussion aus, weitere Veröffentlichungen wurden behindert und verzögert.

Rushdie äußerte Bedauern über "die Besorgnis, die die Veröffentlichung aufrichtigen Anhängern des Islam bereitet hat". Aber auch nach dem Tod Chomeinis im Juni 1989 wurde das Todesurteil nicht ausgesetzt, das Kopfgeld 1991 verdoppelt. Der Dichter lebte daher lange Zeit unter Polizeischutz, an ständig wechselnden Wohnorten.

Irakkrieg
Nach den Terroranschlägen auf das World Trade Center am 11. September 2001 verbreiteten die tonangebenden amerikanischen Medien monatelang die Behauptung der US-Regierung unter Georg W. Bush, dass der Irak im Besitz von Massenvernichtungswaffen sei und das Regime von Saddam Hussein Beziehungen zur Al-Qaida, einem Netzwerk islamistischer Terrorgruppen, unterhalte. Nach diesem medialen Trommelfeuer war eine Mehrheit der US-AmerikanerInnen mit einer bereits in Vorbereitung befindlichen Invasion in den Irak einverstanden.
Nach dem Krieg war offensichtlich, dass der Irak keine Massenvernichtungsmittel besaß, es gab auch keine Beweise für Beziehungen zwischen Saddam Hussein und Al-Qaida.

Die Berichterstattung über den Irakkrieg
Die US-Regierung war sehr darauf bedacht, die Medien gezielt zu ihren Zwecken einzuspannen, um kein zweites Vietnam zu erleben. Der Vietnamkrieg, der als militärisches und politisches Desaster für die USA endete, hat die amerikanische Nation in ihrem Selbstverständnis schwer erschüttert. Die Medien waren damals weit weniger im Einklang mit der US-Regierung und kamen ihrer Rolle als kritische Beobachter, zumindest teilweise, nach. Einen Umschwung in der öffentlichen Meinung brachten die Bilder von napalmverbrannten vietnamesischen Kindern in den Fernsehnachrichten, sie zwangen in der Folge zur Beendigung des Krieges. Die öffentliche Meinung entzog den Militärs jegliche moralische Legitimität.
Im Irakkrieg wurden daraus Lehren gezogen: um einer kritischen Berichterstattung – zumindest in den USA – keinen Platz einzuräumen, wurde der "embedded journalist" propagiert: zivile Berichterstatter wurden einer kämpfenden militärischen Truppe zugewiesen. Die ausgewählten und in "Pools" zusammengefassten Journalisten mussten sich einem Spezialtraining unterziehen, bevor sie von ihren Medienunternehmen in Kampfgebiete entsendet wurden. Eingebettet in die soziale Struktur der Kampftruppe, gelang es nur wenigen Journalisten, eine objektive Sicht der Dinge zu kommunizieren, dazu kam, dass sie der militärischen Zensur unterlagen und sich im Kriegsgebiet nicht frei bewegen konnten.

Bilder die lügen
Der Schrecken des Krieges wurde kaschiert und in Form eines "Videospiels" inszeniert. Der Tod und das Leid nahezu ausgeklammert. Bevölkerung, Feind und Presse sollten getäuscht werden.
 
Bilder, die lügen
Bilder die lügen
Bilder können bestimmen, was wir über jemanden denken. Wir vertrauen den Bildern, denn was wir selbst sehen, glauben wir auch. Manipulation hat Methode und Tradition: wegschneiden, retouchieren, einfärben und umdeuten.
Colin Powell
US-Außenminister Colin Powell präsentiert am 5. Februar 2003 dem UN-Sicherheitsrat "Beweise" für Saddam Husseins Waffenprogramm, die sich später als falsch herausstellten.

Powell 2005: "Ein Schandfleck meiner Karriere" (Quelle: FAZ, 9. 11. 2005)


Top

©
mediamanual.at 2001-2016