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Blanc-seing, René Magritte, 1965 |
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Das
intelligente Auge - Wahrnehmungen als konstruierte Hypothesen
Dieses Paradigma leitet sich weitgehend von Hermann von Helmholz
(1878 bis 1958) ab und besagt, "dass es sich bei visueller
und anderer Wahrnehmung um intelligente Entscheidungsfindung auf
Basis begrenzter sensorischer Information handelt. Wesentlich dabei
ist, dass sensorische Signale für direkte oder sichere Wahrnehmungen
nicht ausreichen; daher ist intelligentes Raten nötig, um Objekte
zu sehen". [...]
"Nach
unserer heutigen Sicht repräsentiert das Gehirn - ähnlich
wie die Symbole der Sprache typische Merkmale von Objekten repräsentieren,
obwohl sich Form und Klang der Sprache deutlich von dem unterscheiden,
was repräsentiert wird. Sprache erfordert grammatische
Regeln (Syntax) und eine Übereinkunft über die Bedeutung
von Symbolen (Semantik). Beides ist offenbar für Sehvorgänge
ebenfalls notwendig, wenn deren Syntax und Semantik auch zunächst
verborgen sind und experimentell entdeckt werden müssen."
(Gregory,
Richard L.:
Auge und Gehirn. Psychologie des Sehens. Rowohlt 2001, S 18
ff.)
Hering
Illusion (1861)
"Illusions of
the senses tell us the truth about perception"
(Teuber, Hans Lukas (1916-1977): Visual Field Defects after Penetrating
Missile Wounds of the Brain. Cambridge [Massachusetts]: Published
for The Commonwealth Fund by Harvard University Press, 1960)
Wenn
Sie die Maus über das Bild bewegen, werden Sie feststellen,
dass die roten Linien plötzlich gerade erscheinen. Sie waren
aber immer gerade!
Dieses und weitere Beispiele optischer Phänomene finden Sie
auf der Website
von Prof. Michael Bach.

. Z I T A T E .
"Sehen
kommt vor Sprechen: Die Welt erschließt sich dem Kind zuerst
als Bild. Wenn wir dann lernen, dem Augenschein der Welt mit Worten
auf den Grund zu gehen, können wir der widersprüchlichen
Wechselbeziehung zwischen Wahrnehmung und Wissen nicht mehr entkommen.
Unsere gesellschaftlich vermittelte Einstellung zu dem, was wir
sehen, prägt die Art, wie wir es sehen und wie wir die Erscheinungen
der Welt darstellen. So bewahrt die Bilderwelt in Museen, Büchern,
Illustrierten, Reklame usw. immer die Absichten, Denkweisen und
Wertvorstellungen derjeniger auf, die Bilder herstellten, in Auftrag
gaben oder besaßen."
(Berger, John: Sehen. Das Bild der Welt in der Bilderwelt. Rowohlt,
1974)
"Wenn jemand an ein Stück Butterbrot denkt und diesen
Gedanken mitteilen möchte, stehen ihm dazu verschiedene Mittel
zur Verfügung. Er kann ein Stück Brot und etwas Butter
zeigen, oder er kann ein Stück Brot malen und Butter darauf
streichen; oder er kann die Butter auf eine richtige Brotscheibe
malen. Das Bild eines Butterbrotes ist Essbares, und umgekehrt
verändert die Tatsache, dass man ein Stück Butterbrot
nimmt und in einer Kunstgalerie ausstellt, nichts an seinem eigentlichen
Aspekt, und es wäre unsinnig, zu glauben, dass damit die
Beschreibung irgendeines beliebigen Gedankens gelungen sei."
(René Magritte)
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