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Menschen erkennen Muster aus Information und organisieren sie, um Bedeutung zu generieren. Sammlungen dieser organisierten Muster bilden die Sprachen, derer sich Menschen bedienen, wenn sie kommunizieren.

Wir verwenden bestimmte "Zeichen" untereinander, die auf nichts in unserer aktuellen Umgebung hinweisen. Statt auf etwas hinzuweisen, erinnern sie an etwas … Sie nehmen den Platz ein von Dingen, die wir in der Vergangenheit wahrgenommen haben, oder sogar von Dingen, die wir uns nur durch die Kombination von Erinnerungen vorstellen, von Dingen, die Teil vergangener oder zukünftiger Erfahrung sein könnten. Diese Zeichen ermöglichen uns, eine ganz bestimmte Geisteshaltung gegenüber abwesenden Objekten zu entwickeln, man sagt dazu "an etwas denken" oder "sich auf etwas beziehen", das nicht da ist. (Langer, Suzanne K.)

Menschen verfügen über die Fähigkeit, Muster in ihrer Umgebung wahrzunehmen. Wenn die Wahrnehmung von Mustern zur Interpretation neuer Information im Kontext früheren Wissens führt, können wir sagen, dass Bedeutung entsteht. Die Vorstellung von der Bedeutung oder vom Sinn, der aus der Information abgeleitet wird, ist ein wichtiger Aspekt der menschlichen Kommunikation.

Es gibt wenig Übereinstimmung, wie der Begriff "Bedeutung" definiert werden sollte, noch gibt es Übereinstimmung dazu, wie Bedeutung innerhalb des Kommunikationsprozesses hergestellt, bewahrt und zerstört wird. Wie auch immer: Versuche, diese Widersprüche zu versöhnen, haben zu einer Zahl unterschiedlicher Betrachtungsweisen geführt.


Wichtig darunter sind folgende:

 

Dass Bedeutung in den Mustern selbst enthalten ist,
dass Bedeutung ausschließlich und individuell im Kopf der jeweiligen Sender und Empfänger entsteht,
dass Bedeutung sich aus der sozialen Interaktion der Kommunizierenden ergibt.

Ein weit verbreiteter Ansatz, die Beziehungen zwischen Wahrnehmungsmustern und Bedeutung zu untersuchen, nennt sich Semiotik. Zentraler Begriff der Semiotik ist das Zeichen.

Eine Aussage wie: "Das Wort 'Katze' steht für ein bestimmtes kleines Säugetier", ist weder wahr noch falsch. Der Wahrheitsgehalt hängt dabei ganz von der Übereinkunft zwischen den Sprechenden selbst ab. Unter den Bedingungen ihrer Übereinkunft verstehen sich die beiden, oder wo keine Übereinkunft stattfindet, treffen sich die beiden im Nichtverständnis. (Bateson, Gregory)

Ein Zeichen ist ein Muster aus Daten, das, wird es wahrgenommen, uns etwas anderes zum Bewusstsein bringt als sich selbst.

Obwohl diese Definition auf den ersten Blick sehr einfach scheint, hat sie komplexe Implikationen. Sehen wir uns kurz Abbildung 1 an.


Abbildung 1
Nun beschreiben Sie kurz für sich selbst die Gedanken, die Abbildung 1 bei Ihnen ausgelöst hat. Es mag hilfreich sein, sie aufzuschreiben.

................ Zeit lassen ................
bitte betrachten sie das Bild und formulieren Sie Ihre Gedanken, bevor Sie weiterlesen
.............................................




Die Situation illustriert die drei Grundsteine, auf denen zusammen mit den Regeln, die die Beziehung der Grundsteine untereinander definieren, das Semiotische Modell der Kommunikation aufbaut.

Der erste Baustein sind die Daten oder das hier wahrgenommene Muster von Hell auf Dunkel, das für den Betrachter die Abbildung 1 "ist". Man spricht hier von Zeichen.
Der zweite Baustein ist das tatsächlich existierende Tier, dem die Figur 1 ähnelt. Die Bezeichnung dafür ist Objekt. In der Terminologie des Semiotischen Modells "bezieht sich" das Zeichen, "verweist" das Zeichen - auf sein Objekt. Entsprechend wird das Objekt manchmal als "Referent" des Zeichens bezeichnet.
Der dritte Baustein ist der Gedanke, der im Kopf des Lesers bei der Betrachtung von Abbildung 1 entsteht. Dies nennt man Konzept.

Als Semiotisches Modell stehen diese drei Elemente in Beziehung zueinander.



Hat Sie am Anfang der Übung das Zeichen: an ein großes Tier aus Afrika oder Indien denken lassen? Oder Erinnerungen an einen Besuch im Zoo geweckt? Oder sind Bilder aus einem Lieblingsbuch Ihrer Kindheit, einer Fernsehsendung oder einem Kinofilm aufgetaucht? Vielleicht assoziieren Sie es mit einer politischen Partei in Amerika oder auch mit dem Begriff Gedächtnis (wie: "ein mächtiges Tier mit einem Rüssel und großen Ohren, das niemals vergisst …"). Beachten Sie, dass - welche Vorstellung auch immer das Zeichen bei Ihnen hervorruft - das Konzept verbunden ist mit der Erfahrung, die der Leser in seiner Vergangenheit mit dem Objekt gemacht hat.

Bei Zeichen ist dies immer der Fall, und ein Vorteil des Semiotischen Modells liegt darin, dass es die Beziehungen zwischen dem Zeichen, den Konzepten, die es hervorruft und der Erfahrung des Lesers deutlich machen kann. Die nächste Abbildung veranschaulicht dies:

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