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Kommunikation involviert zumindest zwei Einheiten: eine, die Nachrichten sendet, und eine, die Nachrichten empfängt. Menschliche Kommunikation ist allerdings wesentlich komplexer.

Das Bedürfnis Fragen zu stellen und Antworten zu erhalten, das Bedürfnis nach Verständigung begleitet den Menschen vom Augenblick seiner Geburt an - wenn er als Neugeborenes seine Mutter zum ersten Mal sieht und hört. Das Baby fühlt die Fürsorge der Mutter, hört ihre Stimme, die das Neugeborene willkommen heißt, und beginnt bereits zu erfassen, wer es ist. Martha Heyneman beschreibt diesen ersten Austausch zwischen Mutter und Kind als Beginn sprachlicher Verständigung und als eine neue Art Nahrung.
(Draper, Ellen Dooling)

Das Shannon/Weaver-Modell der Kommunikation beinhaltet einen Sender, der eine Nachricht erzeugt und übermittelt, und einen Empfänger, der die Nachricht wahrnimmt und übersetzt. Auf den ersten Blick scheint sich dieses Modell ohne nennenswerte Schwierigkeiten auf zwei Menschen, die miteinander kommunizieren, übertragen zu lassen.



Doch weiterführende Überlegungen zeigen, dass eine eingehendere Betrachtung der Temini "Sender" und "Empfänger" und ihrer Bedeutung nötig ist. Es stellt sich heraus, dass in der menschlichen Kommunikation die Interaktion zwischen den beiden viel komplexer ist als anfangs erwartet.

Wenn Menschen miteinander sprechen, bedienen sie sich einer Sprache. Wir wissen aber aus eigener Erfahrung, dass wir nicht jeden unserer Gedanken sprachlich vermitteln können. (Wer hat nicht schon einmal gesagt "Ich finde keine Worte für das, was ich sagen will"!) Dies führt zu der Vorstellung, dass das Bewusstsein über uns selbst getrennt existiert von der Sprache, mit wir diese Erkenntnisse über uns selbst anderen gegenüber zum Ausdruck bringen.

Das Studium der menschlichen Kommunikation muss den Prozess berücksichtigen, bei dem innere Gedanken, Emotionen, Überzeugungen und andere Aspekte der Selbstwahrnehmung in Sprache übersetzt werden, ehe der Sprechakt erfolgt.



In ähnlicher Weise müssen Gedanken, sobald sie in Sprache kodiert wurden, in Laute umgewandelt werden, die von anderen gehört werden können. Menschen bewerkstelligen dies, indem sie die Luft von der Lunge aus durch den Kehlkopf ausstoßen und so Laute erzeugen, die durch Mund und Zunge modifiziert werden. Das Ergebnis ist Sprache.



Das Shannon/Weaver-Modell legt nahe, dass diese Übersetzungen und Konvertierungen in jeder Art von Kommunikation zu finden sind. Aber im Gegensatz zu nicht-menschlichen Übermittlern ist der Mensch sich seiner selbst bewusst. Der Mensch weiß, was er denkt und spricht oft in der Absicht, seine private, innere Welt anderen zugänglich zu machen. Intention oder Kommunikation mit der Absicht eine bestimmte Wirkung zu erzielen, ist im Shannon/Weaver-Modell nicht enthalten.

Der Empfang einer menschlichen Nachricht ist ähnlich komplex. Menschliche Wahrnehmung ist nie "abgeschaltet" - die Ohren beispielsweise hören jeden Laut innerhalb einer bestimmten Reichweite, gleichgültig ob es sich nur um beliebige Geräusche oder Nachrichten handelt. Genau genommen fällt das meiste, das wir wahrnehmen, in die Kategorie Rauschen.

Wenn Menschen miteinander kommunizieren, müssen sie daher in der Lage sein, die ankommende Nachricht vom Rauschen zu unterscheiden, das sie umgibt. Es überrascht daher nicht, dass eine Untersuchung des Hörens genauso wichtig ist wie die Untersuchung des Sprechens.



Wenn die Laute der Nachricht vom übrigen Rauschen unterschieden wurden, müssen sie in sprachliche Aussagen übersetzt werden. Obwohl dieser Vorgang einfach die Umkehr des Prozesses zu sein scheint, den der Sender bei der Erzeugung der Nachricht durchlief, ist nicht gesichert, dass es sich so verhält. Tatsächlich ist dieser Vorgang noch nicht ausreichend erforscht.

Wie wahrscheinlich bereits erwartet, müssen zuletzt die sprachlichen Äußerungen, die der Empfänger der eintreffenden Nachricht entnommen hat, interpretiert und mit seinen bestehenden Gedanken, Emotionen, Überzeugungen und Ideen verbunden werden.



Es ist offensichtlich, dass beim Sprechakt und Hören Codes verwendet werden, um Menschen in ihren Gedanken miteinander zu verbinden. Und obwohl es viele Formen der nonverbalen Kommunikation gibt, lassen sich gerade aus der Beschäftigung mit der sprachlichen Kommunikation wichtige Erkenntnisse - wie menschliche Kommunikation überhaupt abläuft - gewinnen.
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