Roland
Barthes' semiotische Analyse in den "Mythen des Alltags"
Der französische Denker Roland Barthes (1915 – 1980)
gehört zu den prominentesten Kulturtheoretikern des 20. Jahrhunderts.
Die im ersten Teil versammelten knappen Essays, fast allesamt in
den frühen 50er-Jahren geschrieben, sind in Les Lettres Nouvelles
erschienen und wurden 1957 – zusammen mit einem theoretischen
Text - in der renommierten Edition du Seuil in Paris als Buch publiziert.
Barthes verwendet die Form des kritischen Feuilletons als Medium
für seine kritische Kulturanalyse. Er wählt konkrete Anlässe,
die er in diversen Medien (Zeitung, Zeitschrift, Werbung, Theater)
findet und kommentiert.
Barthes beschäftigt sich mit neuen Materialien wie Plastik
ebenso wie mit dem Striptease, mit der neuen Luxuslimousine DS 19
ebenso wie mit der Darstellung der Römer in US-amerikanischen
Filmen. Die theoretische Systematisierung hat Barthes erst im Anschluss
an seine kritischen Feuilletons über die moderne Mythologie
des Alltags vorgenommen. Der treffendere französische Originaltitel
lautet Mythologies,
Mythologien, und
bezieht sich auf die systematische Seite, die "Logik"
des Mythos. Barthes will die formale Logik des Mythos erschließen
und er tut dies unter Zuhilfenahme der Semiotik.47 |
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