Diese und andere Begriffe tauchen nicht selten im Kontext inter-
und intrakultureller Konflikte auf. Post-kolonial
meint in diesem Zusammenhang nicht einfach, dass der Kolonialismus
zu Ende ist und wir uns in einem Zeitalter nach dem Kolonialismus
befinden. Das ist höchstens eine Bedeutung. Post - von der
lateinischen Präposition post = hinter, nach, abgeleitet -
meint in diesem Zusammenhang zudem eine Fortsetzung des Kolonialismus
unter anderen Vorzeichen aber mit sehr ähnlichen Strategien
(vgl. die Feldzüge der USA in Afghanistan oder im Irak). Und
schließlich meint die Vorsilbe post, nach, eine Situation,
in der die Folgen des Kolonialismus zutage treten (z.B. Einwanderung
von Menschen aus den ehemaligen Kolonien in das "Mutterland"
England, Frankreich, Niederlande, Belgien, Portugal) und kritisch
beleuchtet werden können.
Mit Ethnozentrismus
ist eine auf die eigene Kultur verengte und nur auf diese bezogene
Haltung zu verstehen, die unfähig ist, sich mit den Augen anderer
zu betrachten. Eine radikale programmatische Form des Ethnozentrismus
stellen der Nationalismus und der Rassismus dar.
Mit Globalisierung
wird auf den Prozess zunehmender weltweiter ökonomischer Integration
verwiesen. Für die kulturwissenschaftliche Perspektive ist
nun interessant, inwieweit Kultur, Medien und Politik diesem Trend
zur Globalisierung folgen und inwiefern sie sich – im Sinn
einer Reaktionsbildung – davon abgrenzen. Der
amerikanische Politikwissenschaftler Samuel Huntington vertritt
die Ansicht, dass nach dem Ende des Kalten Krieges mit einem weltweiten
Kampf der Kulturen
zu rechnen ist.
Huntington hält Kulturen für in höchstem Grade veränderungsresistent
und bezweifelt, dass es jemals eine einzige Weltkultur geben wird.
Insbesondere geht er von einem Konflikt zwischen dem Westen (USA
und Amerika) und der arabischen Welt aus.46
Dabei spielen symbolische Formationen wie der Orientalismus (Edward
Said) und der Anti-Amerikanismus eine wichtige Rolle. Indem wir
die arabische Welt als rückschrittlich konstituieren, beschreiben
wir uns als fortschrittlich, indem die Terroristen Amerika als gottlose
und aggressive Welt wahrnehmen, konstituieren sie sich als deren
fromme und bescheidene Opfer. |
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