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Human spirit is not measured
By the seize of the act
But by the seize of love

(Graffito am ground zero)
We will rid the world
of these evil-doers

(Präsident George W. Bush, am 11. Sept. 2001)

Die vorliegenden Lehr- und Lernunterlagen bedürfen einer Bedienungsanleitung. Sie sind – auf unterschiedliche Weise – Lehr- und Lernunterlagen für Lehrende und Lernende. Der Grundlagenteil ist für die an dem Schulprojekt beteiligten, mit theoretischer Literatur vertrauten Lehrenden konzipiert. Dieser theoretische Einführungstext kann aber auch bei entsprechender Betreuung und Nutzung des Teiles Baukasten von den Lernenden sinnvoll rezipiert werden. Die nicht selten impliziten Voraussetzungen des theoretischen Einführungstextes werden dort expliziert und genauer erläutert. Dieser methodische Baukasten ist für Lehrende wie Lernende gedacht: Hier werden zentrale Begriffe wie Kulturwissenschaft und Kulturanalyse, Semiotik, Gedächtnis und Erinnerung, Ereignis, Apokalypse und Masse, Medium und Narrativ erklärt und hinterfragt.

Ziel des Projektes ist nicht zuletzt eine spielerische Einübung und Anwendung fachübergreifender Perspektiven im Hinblick auf ein konkretes weltgeschichtliches Ereignis mit unabsehbarer historischer Nachwirkung. Die Analyse eines historischen Ereignisses wird hier gleichsam in eine mediale Untersuchung eingebunden. Es wird danach gefragt, wie historische Ereignisse im heutigen medialen Kontext konfiguriert und konstituiert werden. Dabei kommen die verschiedensten Unterrichtsfächer ins Spiel: Deutsch, Geschichte, Bildnerische Erziehung, Religion, Philosophie und Psychologie. Die Chance des Projekts besteht nicht zuletzt darin, dass die Lernenden die Dekodierung medialer Bilder einüben und ihre komplexe Lesbarkeit vermittelt bekommen. Zugleich eröffnet sich in diesem medialen Kulturprojekt die Möglichkeit, zentrale Begriffe, wie sie heute im fachübergreifenden Bereich der Kulturanalyse gang und gäbe sind, gleichsam praktisch auszuprobieren und kennen zu lernen: Konzepte des Erzählens und Erinnerns, das Thema der Massen im 20. Jahrhundert, Methoden der Semiotik, philosophische Begriffe wie Zeit und Ereignis. Dabei werden nicht nur die Grundgedanken aus dem Teil Grundlagen erläutert und kommentiert, sondern der diskursgeschichtliche und gegebenenfalls auch der biographische Hintergrund sichtbar gemacht.

In einem Zwischenschritt wird Rolands Barthes' epochales Buch "Die Mythen des Alltags" (Mythen und Medien) dargestellt, in dem vielleicht zum ersten Mal auf sehr anschauliche Weise Bilder und ikonographisches Material aus den Medien einer formalen semiotischen Analyse unterzogen wurden. Barthes bezieht sich dabei auf die Bilder des Alltäglichen – der Konsum- und Warenwelt. Das vorliegende Projekt hingegen möchte Bilder lesbar machen, die den kulturellen Alltag der kapitalistischen Warenwelt charakterisieren und zugleich überschreiten, Bilder des Außergewöhnlichen und des Ernstfalls. Insofern bedarf Barthes’ semiotische Analyse einer Modifikation, die im Teil Exemplarische Analyse vorgenommen wird. Hier werden nun aus einem sample von Bildern zum 11. September 2001 besonders signifikante Beispiele im Hinblick auf die in den Grundlagen und im Baukasten entwickelten Fragestellungen ausführlich kommentiert und beschrieben.

Der Teil Fragen enthält Verständnis- und Kontrollfragen, die der Kommunikation zwischen Lehrenden und Lernenden innerhalb des Projektes dienen sollen. In Themen wird darauf Bezug genommen, wie das vorliegende Medienpaket für andere Themen adaptiert werden kann. Vor allem geht es darum, den angehenden Studierenden die Angst vor der Theorie zu nehmen. Theoretische Konzepte sind wie "optische" Werkzeuge, um die Phänomene in unserer Kultur, die durch Medien gefiltert und in Erzählungen geordnet sind, in Augenschein zu nehmen, sie explizit zu machen und zu reflektieren. Im Zeitalter der modernen und der neuen Medien ist "ästhetische Erziehung" (Friedrich Schiller) unhintergehbar geworden, nicht zuletzt im Schulunterricht. Die Künstlichkeit gerade der politischen Welt von heute lässt sich nur dadurch transparent machen, dass ihre medialen, ästhetischen Vermittlungen sichtbar und transparent gemacht werden. Eine solche Fokussierung kann nur in einem fachübergreifenden Schulprojekt sinnvoll in Gang gesetzt werden, was zugleich eine Vorbereitung für das universitäre Studium darstellen kann.

Ich hatte das Vergnügen, dieses Projekt im Rahmen von Veranstaltungen an der Kunstuniversität Linz und am Bundesgymnasium Horn vorstellen zu können. Die lebhaften Diskussionen, Kritiken und Einwände waren für die Ausarbeitung und insbesondere für die Adaptierung des Themas für den Unterricht überaus hilfreich.

BILDER IN DEN MEDIENGESCHICHTEN,VON DENEN SIE ERZÄHLEN:
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Für die Realisierung dieses Projektes möchte sich der Autor daher bei Susanne Krucsay (BMBWK), Angelika Plank und den Studierenden ihrer Seminare (Kunst-Universität, Linz), bei Irmgard Bebe (Wien, BG und BRG 3), Christian Holzmann (BG, BRG 5), Jutta Kleedorfer (Pädagogische Akademie der Erzdiözese Wien-Strebersdorf), Andrea Motamedi (HTL Wien III.), Klaus Peters (Sir Karl Popper-Gymnasium), Markus Prillinger (BG und BRG 3) sowie bei Gabriele Epp und einer Gruppe von Kolleginnen und Kollegen des BG Horn ganz herzlich bedanken. Mein Dank gilt auch meinem Freund Martin Trautmann für das Gegenlesen sowie meiner Frau Sabine Müller-Funk für die digitale Einrichtung der Abbildungen.
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