KulturKontakt Austria

Kulturelle Bildung in der Schule – Interview mit Sirikit Amann und Ulrike Gießner-Bogner von KulturKontakt Austria

 

Im Juni liegt unser Schwerpunkt auf kulturelle Bildung und Medienbildung. Wir sprachen mit den Bereichsleiterinnen Dr. Sirikit Amann und Mag. Ulrike Gießner-Bogner von KulturKontakt Austria über die Notwendigkeit kultureller Bildung an Schulen und über konkrete Maßnahmen der Umsetzung.

 

Sirikit Amann und Ulrike Gießner-Bogner

„Im Mittelpunkt der einzelnen Projekte steht immer die Idee, Kinder und Jugendlichen aktiv in die Entwicklung und Umsetzung einzubeziehen, an ihre Lebens- und Erfahrungswelt anzuknüpfen und sie zum eigenen kreativen Tun anzuregen.“

 

 

 

 

 

Lisa Badura: KulturKontakt Austria bringt junge Menschen mit Kunst- und Kulturschaffenden zusammen. Ihr fördert Projekte, in denen gemeinsam Kunst und Kultur gestaltet, umgesetzt und diskutiert wird. Warum ist es euch ein Anliegen, die Tore der Schulen für Kunst- und Kulturschaffende zu öffnen? Was sind häufige Erfahrungswerte mit SchülerInnen und LehrerInnen? Was sind häufige Erfahrungswerte der KünstlerInnen?

 

Sirikit Amann: Der Programmbereich „Kulturvermittlung mit Schulen“ arbeitet im Auftrag des BMBWF an der Schnittstelle zwischen Schule, Kunst und Kultur. Unser Schwerpunkt liegt in der Begleitung, Beratung und Finanzierung von partizipativen Projekten und Aktivitäten der kulturellen Bildung mit Schulen in ganz Österreich.

 

Im Zentrum unserer Arbeit steht der Ansatz, Kinder und Jugendliche ausgehend von ihrer eigenen Lebenswirklichkeit zur aktiven Teilhabe an künstlerischen und kulturellen Prozessen anzuregen und ihre Kompetenzen zu stärken. Um dies zu erreichen, hat sich die Einbindung von Kulturschaffenden in den Unterricht als essentielles Bindeglied zur kulturellen Bildung bewährt. Gerade die unmittelbare Begegnung mit KünstlerInnen eröffnet Kindern und Jugendlichen neue Wege im Umgang mit Kunst und Kultur und ist so – auch im Kontext von Chancengerechtigkeit – eine wichtige Voraussetzung für die Partizipation an gesellschaftlichen Prozessen. Gerade am Umgang mit digitalen Medien in den Schulen zeigt sich, dass sich ein Paradigmenwechsel abzeichnet, wie Lernen gelernt wird. Daher ist es im kreativen Bereich wichtig, dass SchülerInnen sich aktiv mit digitaler Bildung befassen, da diese eine Voraussetzung für zukunftsweisendes, individualisiertes Lernen darstellt, das Selbstkompetenz, Kreativität und Flexibilität fördert. Deshalb sind wir als KulturKontakt Austria auch Partner der von mediamanual organisierten „Woche der Medienkompetenz“. 

 

Die Erwartungshaltung an den Schulen ist ganz unterschiedlich: sehr oft wissen die Lehrpersonen schon, wie Kunstschaffende arbeiten, welche Rolle sie einnehmen und was vermittelt werden soll. Für die SchülerInnen ist die Begegnung in vielen Fällen erstmalig und die Neugierde auf das Kennenlernen hoch. Aus den Rückmeldungen der Schulen wissen wir, dass die Zusammenarbeit dieser doch unterschiedlichen Arbeitsfelder wie Schule und Kunst gewinnbringend ist, weil sie voneinander lernen und neue Einblicke in die jeweilige Lebenswelt erhalten.

Daher ist es ein wichtiges Ziel von uns, dass wir gemeinsame und individuelle Lern- und Lehrprozesse von SchülerInnen, LehrerInnen, KünstlerInnen und VermittlerInnen unterstützen, auch im Sinne einer neuen Lernkultur an Schulen.

 

Eure Angebote sind vielseitig. Lehrerinnen und Lehrer können Beratung erfahren, ihr setzt euch für finanzielle Unterstützungsmöglichkeiten ein und vernetzt junge Menschen mit Personen aus dem Kunst- und Kulturbereich. Angenommen eine LehrerIn hat noch wenig Erfahrung mit kultureller Bildung/Kulturvermittlung im Unterricht und möchte bei einem Projekt mitmachen. Wohin kann sich der/die LehrerIn bei euch wenden? Gibt es Dinge, sie zu beachten sind? 

 

Sirikit Amann: Wir haben gut vernetzte BeraterInnen, die Lehrpersonen aber auch Kunstschaffende beraten, wie künstlerische Begegnungen oder Projekte in der Schule durchgeführt werden können. Wir nennen diese Begegnungen „Dialogveranstaltungen“, von denen rund 2.800 im Jahr verteilt auf alle Bundesländer stattfinden und von uns finanziert werden. Gerade die Dialogveranstaltungen eignen sich besonders gut für einen niederschwelligen Einstieg und können daher jederzeit seitens der Schule angefragt werden.

KulturKontakt Austria bietet den Lehrpersonen aktiv die Möglichkeit für ein direktes Gespräch mit unseren BeraterInnen oder wir stellen die Leistungen von KulturKontakt Austria bei Konferenzen, Messen oder anderen Veranstaltungen vor. Wenn alles schon klar ist (Kunstschaffende, Honorar, Thema, Zeitraum) können sich Lehrkräfte auch auf unserer Website informieren und gleich die Dialogveranstaltung unkompliziert selbst anmelden. Mehr Infos findet man unter: http://www.kulturkontakt.or.at/dva.

 

Selbstverständlich haben wir einige wenige Richtlinien, die zu berücksichtigen sind. Da wir wollen, dass alle Beteiligten sich einbringen können, gibt es eine HöchstteilnehmerInnengrenze von 2 Klassen pro Vermittlungseinheit.

Auch tragen wir die Honorarkosten der KünstlerInnen nicht zu 100%, sondern anteilsmäßig. Um planen zu können, sollte idealerweise 6 -8 Wochen vorher eine Anmeldung der Dialogveranstaltung stattfinden.

 

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