Fotografie

Manipulation? Oder Realität? Was heißt eigentlich „Wirklichkeit“?

Die Preise des media literacy awards wurden vor Kurzem überreicht  – und so war es an der Zeit, einigen frischgebackenen Preisträgern einen Besuch abzustatten, um mehr über ihr Projekt zu erfahren!


Unser Weg hat uns in die HTL Ottakring in Wien geführt, wo wir neulich das Team eines Fotoprojekts trafen, das sich mit der gezielten Manipulation von Bildern auseinandergesetzt hatte. Für ihre Werke wurden die SchülerInnen im Rahmen media literacy awards in der Kategorie PRINT ausgezeichnet. Wir durften den Preisträgern bei der nochmaligen Erstellung ihrer Fotoarbeiten über die Schulter schauen und erfahren, wie es eigentlich zu ihrem Projekt „Darstellung der Realität in den Bildmedien“ kam.

 

In Kürze erscheint hier der Video-Beitrag!

Das Printprojekt: Die Begegnung mit dem anderen Ich

Wie man Fotos manipulieren kann, wissen die SchülerInnen der Klasse 6c nun ganz genau. Im Fach Mediendesign erstellten sie Fotoarbeiten, auf denen sie sich in gegensätzlichen Persönlichkeitszuständen inszenierten und so ganz unterschiedliche Seiten von sich zeigten.


Elke Hackl ist froh, dass es ihr gelungen ist, das Fach Mediendesign am BORG Bad Leonfelden (OÖ) als Unterrichtsgegenstand zu etablieren. Um ihren SchülerInnen vermitteln zu können, dass „die Welt manipuliert ist, müssen sie lernen, selber zu manipulieren, und das geht am besten über die praktische Medienarbeit. Denn die trockene Analyse funktioniert nicht“, so die Lehrerin.

 

Im Rahmen des Projekts „Die Begegnung mit dem anderen Ich“ kreierten die SchülerInnen Fotoarbeiten, für die sie sich in zwei unterschiedliche Positionen begaben und sich dann fotografieren ließen. Um als wahre DoppelgängerInnen durchzugehen, mussten sie sich mit dem Grafikprogramm Photoshop vertraut machen und diese zwei Aufnahmen in einem einzigen Bild vereinen.

 

Das Ergebnis sind Bilder, die das Lebensgefühl vieler Jugendlicher thematisieren und unter Titeln wie beispielsweise „No Future – zukunftsorientiert“, „gefangen – frei“ oder „öko – verschwenderisch“ veröffentlicht wurden.

 

Die Teammitglieder wurden für ihre Kreativität belohnt. Ihre Arbeiten wurden nicht nur bei einer Ausstellung im Landesschulrat für Oberösterreich präsentiert, sondern wurden auch vom Oberösterreichischen Kulturquartier und beim [mla] 2012 ausgezeichnet.

 

Bei unserem Besuch im BORG Bad Leonfelden sprachen wir mit dem Projektteam!

 

 

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Das multimediale Projekt „Hörbilder“

Eingängige U-Bahn-Geräusche erklingen, Wasser plätschert vor sich hin, Wind rauscht, ein Motor heult auf. Wir sind mitten drin in den Installationsarbeiten der „Hörbilder“, wo Klangkulissen und ausdrucksstarke Fotografien kunstvoll miteinander verschmelzen.


Hinter den Hörbildern steht Johanna Kellermann, die zusammen mit ihrer Klasse in der Antonkriegergasse in Wien im Fachbereich „Medienpraxis“ ein multimediales Projekt auf die Beine gestellt hat. Die Schülerinnen und Schüler machten zu Fotografien Tonaufnahmen, die dann zu klangvollen Geräuschkulissen verarbeitet wurden. Die Fotografien hatten die SchülerInnen entweder selbst erstellt oder Motive aus vorangegangenen Workshops ausgesucht.

 

Realisiert wurde das Projekt in Kooperation mit dem interkulturellen Kunstverein ipsum. Die Projekte von ipsum zielen darauf ab, die Sinne zu schärfen und Menschen auf der ganzen Welt die Möglichkeit zu geben, ein Stück ihrer Lebensrealität mit anderen Menschen zu teilen. Das taten auch die SchülerInnen von Johanna Kellermann: Höhepunkt des Projekts war die Ausstellung der multimedialen Installationen im Frühjahr 2012 in der Aula der Schule. Im Herbst wurde das Team für ihre „Hörbilder“ mit dem [mla] ausgezeichnet.

 

Wir trafen Johanna Kellermann und zwei Mitglieder der Projektgruppe zum Gespräch.

 

 

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Das Print-Projekt: DER DIGITALE MENSCH

Der Mensch gefangen im digitalen Netz! Oder ist er in Wirklichkeit doch eher Akteur?

 

Eine ausdrucksstarke Auseinandersetzung zu diesem Thema bieten die Schülerinnen und Schüler des BORG Bad Leonfelden (OÖ), die mit Unterstützung ihres Lehrers Wolfgang Hoffelner Fotografien erstellten und diese in einem Katalog herausgaben.

 

Titel: GANZ FÜR MICH. Die Welt um mich herum ist schnell, spannend und voller Erlebnisse, für mich aber von keinem Interesse. Meine Welt ist hier drin. (Lena Leitenbauer)

 

Welchen Einfluss hat die digitale Umwelt auf uns? Wie nutzen wir sie? Und woran orientieren wir uns? Versehen sind die in Schwarz-Weiß gehaltenen Arbeiten mit Titeln und dazugehörigen Fragen und Statements, welche die SchülerInnen für ihre Fotografien gewählt haben. Plakative Redewendungen werden ironisch verarbeitet. Und Lebenspraktiken, die im Vakuum zwischen Realität und virtueller Welt angesiedelt sind, werden pointiert visualisiert. Es entfaltet sich ein Stimmungsbild zwischen technischer Begeisterung und Skepsis, zwischen Aktionismus und Nachdenklichkeit.

 

Aber wie druckt und publiziert man eigentlich ein selbst erstelltes Printprojekt? Und wie organisiert man den Vertrieb? Denn schließlich möchte man seine eigene Arbeit einem größtmöglichen Publikum auch außerhalb der Schule zugänglich machen. Wie die Klasse dieses Unterfangen gemeistert hat, zeigt dieses Projekt zweifelsfrei – schauen Sie selbst hin!

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