Woche der Medienkompetenz 2019

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Die Aktionswoche findet heuer von 20. bis 28. Oktober 2019 statt und führt Schulen, Bildungsangebote und Medien zusammen

Die Woche der Medienkompetenz ist eine Initiative von mediamanual.at im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung, Wissenschaft und Forschung. Es gibt eine breite Palette von Möglichkeiten, sich mit dem Thema Medienbildung zu beschäftigen. Die Aktionswoche ist offen für alle. Im Veranstaltungskalender sind über hundert Aktivitäten in ganz Österreich zu finden.


Fachtagung Medienbildung am 24. Oktober in Wien
Was macht die Digitalisierung mit uns und unserem Leben? Wie können wir in der Vielzahl an Informationen Orientierung finden? Welche ethischen Fragen, im Zusammenhang mit dem Zugang und der Verwendung von Informationen, müssen wir uns heute stellen? In seiner Keynote bei der diesjährigen Fachtagung stellt Konrad Mitschka (Public-Value-Kompetenzzentrum ORF) die Frage: “Was passiert, wenn die Meinungsbildung der Menschen nicht mehr von einem demokratisch geregelten öffentlichen Diskurs, sondern von unüberprüfbaren Algorithmen und intransparenten Strategien globaler, kommerzieller Geschäftsmodelle gelenkt und von medialer Empörungsbewirtschaftung befeuert wird?“


Im Zentrum steht die Preisverleihung der media literacy awards [mla]
Medienkompetenz ist die Fähigkeit, Medien sicher zu nutzen, Medienbotschaften kritisch zu bewerten und Medieninhalte selbst zu produzieren. Der media literacy award [mla] hat das Ziel, Medienkompetenz und Digitale Kompetenz an österreichischen Schulen zu fördern. In diesem Jahr haben sich Schülerinnen und Schüler mit mehr als 500 Medienprojekten aus Österreich und Europa am Wettbewerb beteiligt. Viele der ausgezeichneten Medienprojekte beschäftigen sich mit der eigenen Alltagswelt, die immer mehr medial geprägt ist. Dabei reflektieren Schülerinnen und Schüler Ihre „Ich und Welt“ Erfahrungen. Der verantwortungsvolle Umgang mit Sozialen Medien sowie die kritische Auseinandersetzung mit Themen rund um „Umwelt“ und „Klimawandel“ sind dieses Jahr besonders präsent.


Medienbildung ist unverzichtbar
Mediamanual lädt dazu ein, das Anliegen der Verbreitung und Förderung von Medienkompetenz zu unterstützen. Die Möglichkeiten sind vielfältig: Von einer Ankündigung der Aktionswoche über thematische Beiträge, Führungen durch Redaktionen, Berichte zu Medienaktivitäten in Schulen bis hin zu Vorträgen und Workshops von Journalistinnen und Journalisten in Schulklassen.


Aktionswoche: https://www.mediamanual.at/woche-der-medienkompetenz/
Preisträger: https://www.mediamanual.at/best-practice/
Fachtagung: https://www.mediamanual.at/veranstaltungen/

Hinter den Kulissen: Fakten auf der Spur – die 6C des Gymnasiums Geblergasse in Wien zeigt wie es geht

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Wie erkennt man „Fake News“ und welche Interessen stecken dahinter? Wie organisiert man eine eigene mediale Kampagne und klärt über Auswirkungen von manipulierten Meldungen auf?

 

Im Rahmen von „Digital Resistance“ (DigiRes) hat sich die 6C des Gymnasiums Geblergasse in Wien mit den Themen rund um Fake News, Desinformation und Manipulation befasst und dazu eigene Medienprojekte erstellt. Das von der EU geförderte Projekt DigiRes wurde initiiert, um im Sinne des Digital Citizenship-Ansatzes den Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit zu bieten, gesellschaftliche Teilhabe auszuüben und durch eine eigenständige Wissensaneignung das selbständige Lernen zu fördern (Interview mit Johanna Urban von DigiRes hier).

 

Ich besuche die 6C, um mehr über die Projekte, die im Rahmen von DigiRes entstanden sind, zu erfahren. Zusammen mit seiner Kollegin Verena Nenning betreut Matthias Leichtfried das fächerübergreifende Projekt (Geschichte und Deutsch). Die Schülerinnen und Schüler haben ihre Arbeiten bereits fertig gestellt. In Kleingruppen realisierten sie insgesamt fünf Videos und ein Comic.

 

Am Tag meines Besuchs wird der „Aktionstag“ geplant. Die Schülerinnen und Schüler haben sich in ihren Gruppen zusammengetan und besprechen den Ablauf ihrer Präsentationen. Am 18. Juni dürfen sie ihre Arbeiten im Rahmen eines Aktionstages vorstellen. Das Besondere dabei ist, dass die 6C ihre Projekte einem jüngeren Publikum präsentiert. Insgesamt neun Klassen aus der Unterstufe (der eigenen Schule und von Schulen im benachbarten Umfeld) werden am Aktionstag ins Gymnasium Geblergasse eingeladen, damit die älteren Schülerinnen und Schüler ihr erworbenes Wissen an die Jüngeren weitergeben.

 

Im Gespräch mit Matthias Leichtfried

 

Matthias Leichtfried / Gymnasium Geblergasse Wien

 

 

“Beim Peer-to-Peer-Teaching findet ein Perspektivenwechsel statt. Die Schülerinnen und Schüler müssen sich selber überlegen, wie sie ihr Wissen aufbereiten und an andere weitergeben. Sie müssen die Inhalte wirklich gut verstehen. Dieser Perspektivenwechsel ist eine wichtige Erfahrung, die im Regelunterricht selten stattfindet.”

 

Matthias Leichtfried ist vom geplanten Wissenstransfer überzeugt. „Beim Peer-to-Peer-Teaching geht es ja nicht nur darum, dass die Schülerinnen und Schüler sich in der Klasse gegenseitig helfen, sondern auch darum, dass Ältere ihr Wissen an Jüngere weitergeben. Ich bin mir sicher, dass meine Klasse sehr stolz darauf sein wird, ihr selbst erworbenes Expertentum an die Jüngeren weiterzureichen. Außerdem findet ja dadurch auch ein Perspektivenwechsel statt. Die präsentierenden Schülerinnen und Schüler müssen sich selber überlegen, wie sie ihr Wissen aufbereiten und wie sie die Ergebnisse vorstellen. Sie merken dann plötzlich, was es heißt, vorne zu stehen und wie eine Lehrperson Inhalte weiterzugeben. Ich glaube, dass dieser Perspektivenwechsel eine sehr wichtige Erfahrung ist, da die Schülerinnen und Schüler die Inhalte wirklich gut verstehen müssen. Im Regelunterricht findet dieser Perspektivenwechsel ja leider meist nicht statt.”

 

Ich mische mich unter die Kleingruppen und lausche mit, was die 15- bis 16-Jährigen bei ihrem Aktionstag so vorhaben. Youssefs Gruppe hat sich mit dem Thema Verschwörungstheorien befasst. In ihrem Video lassen die Jugendlichen einen „YouTuber“ Falschmeldungen zu 9/11 verbreiten. Das Video soll loopartig abgespielt werden „um die Aufmerksamkeit noch mehr zu vergrößern“. Außerdem möchte Youssefs Gruppe im Rahmen ihrer Präsentation mit dem Publikum ein Memory und ein Kahoot spielen. „Diese Spiele müssen wir noch etwas planen, aber wir wollen auch was Interaktives dabeihaben, damit die Jungen was zu tun haben,“ fasst Youssef die Pläne für den großen Tag zusammen.

 

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