20 Jahre media literacy award [mla]!

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Gegenwärtig stellt uns die Coronavirus-Krise vor große Herausforderungen. Konsens scheint derzeit darüber zu bestehen, dass dieses Ereignis die Welt noch lange prägen wird. Erst im historischen Rückblick werden wir die Dimension, mit der wir konfrontiert sind, besser verstehen können.


Historische Perspektive
Wir möchten mit diesem Rückblick ein wenig Normalität ins Leben bringen. Der media literacy award [mla] kommt nicht aus dem luftleeren Raum. Dahinter verbirgt sich sowohl ein solides kulturwissenschaftliches Theoriegebäude, als auch ein fundierter Praxisbezug, der bis in die 60er und 70er Jahre des vorigen Jahrhunderts zurückreicht. Die historischen Wurzeln reichen noch weiter zurück, beispielsweise sind Demokratie und Pädagogik mit dem amerikanischen Philosophen und Pädagogen John Dewey (1859-1952) eng verknüpft. Er war der Meinung: „Das klare Bewusstsein eines gemeinschaftlichen Lebens, mit allem, was sich damit verbindet, konstituiert die Idee der Demokratie.“


Die Rolle der Medien in der Demokratie

Massenmedien, in Form von redaktionellen Medien und Sozialen Medien, stellen Öffentlichkeit her und sind so von zentraler Bedeutung in einer Demokratie: Sie ermöglichen Transparenz und Legitimation politischen Handelns und sind maßgeblich an der demokratischen Meinungsbildung der Gesellschaft beteiligt.


Medienerziehung, Medienbildung, Medienkompetenz, media literacy, …
Medienerziehung hat in Österreich eine lange Tradition. Das Lernen mit und über Medien war und ist in der Medienpädagogik Inhalt und Ziel mediendidaktischer und medienerzieherischer Überlegungen und Aktivitäten. Medienbildung und Medienkompetenz sind im österreichischen Bildungsministeriums in der Geschäftseinteilung organisatorisch seit vielen Jahren fest verankert. Seit Anfang der 1990er Jahre bildet dabei der „Grundsatzerlass Medienerziehung“ die Grundlage für schulische Medienbildung, als Unterrichtsprinzip, an allen österreichischen Schulen und ist verpflichtend in allen Fächern und Schulstufen. Im Zuge der Entwicklungen hin zur Kompetenzorientierung wurde der Grundsatzerlass um 21 Medienkompetenzen und entsprechende Prototypen erweitert. Und mit Einführung der verbindlichen Übung „Digitale Grundbildung“ (2018) behält der Grundsatzerlass weiterhin seine fächerübergreifende Orientierungsfunktion. Aufbauend und im Einklang mit diesem Grundgerüst, stellt der media literacy award [mla] eine Brücke zwischen Theorie, Praxis, Lehrplan und Schulverwaltung her. Der Award ermutigt seit zwanzig Jahren Lehrkräfte zum Learning by doing, denn nur ausreichende Medienpraxis im Klassenzimmer gewährleistet qualitätsvolle Medienbildung, die sich durch eine handlungsorientierte Medienpädagogik auszeichnet.


Europäische Dimension

Auf europäischer Ebene kam zeitgleich mit den Vorarbeiten zur Gründung des media literacy awards ein Prozess ins Rollen, der uns ebenso wichtig erscheint: Die Initialzündung für die europäische Medienkompetenzpolitik bildet eine vom österreichischen Bildungsministerium veranstaltete UNESCO-Tagung in Wien („Educating for the Media and the Digital Age“, April 1999). Kurz danach gründete die Europäische Kommission eine sogenannte „Media literacy expert group“, deren Aufgabe es bis heute ist, die EU-Kommission entsprechend zu beraten und gemeinsam europaweite Best Practice zur „Medienkompetenz“ (engl. media literacy) öffentlichkeitswirksam sichtbar zu machen. Seit vielen Jahren sind wir – die Redaktion mediamanual – in dieser Gruppe in Brüssel aktiv: Im ersten Schritt machte man sich gemeinsam auf den Weg, eine einheitliche Definition von „Medienkompetenz“ europaweit zu etablieren und in der Folge entsprechend detaillierte Kriterien zu definieren, um länderspezifische „Messungen“ durchzuführen. Es gelang ein entsprechendes Regulativ in der „Richtlinie für audiovisuelle Mediendienste“ auf europäischer Ebene zu etablieren. Alle drei Jahre müssen nun alle EU-Mitgliedsländer der EU-Kommission über die jeweiligen Medienkompetenzmaßnahmen berichten.


Was bedeutet Medienkompetenz?

So einfach folgende Definition von Medienkompetenz erscheint, so unglaublich lange hatte man in Expertenkreisen um diese Definition gerungen, auch aus politischen und ideologischen Differenzen: „Medienkompetenz ist die Fähigkeit, die Medien zu nutzen, die verschiedenen Aspekte der Medien und Medieninhalte zu verstehen und kritisch zu bewerten sowie selbst in vielfältigen Kontexten zu kommunizieren.“


Was ist der media literacy award [mla]?

Der media literacy award [mla] ist ein europäischer Medienbildungswettbewerb für alle Formen von kreativen und kritischen Medienprojekten, die im Unterricht entstehen. Alle Lehrerenden sowie Schülerinnen und Schüler aller Schularten und Schulstufen sind eingeladen, ihre im Rahmen des Unterrichtsprinzips Medienerziehung – oder der Digitalen Grundbildung – hergestellten Medienprojekte einzusenden. Eine Fachjury zeichnet die besten Teams bei einer feierlichen Preisverleihung aus. Das österreichische Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung unterstützt nicht nur den Award, sondern finanziert auch die damit verbundene Begleitforschung und einen Helpdesk für Lehrende, beides wird von der Redaktion mediamanual betrieben die in Wien ihren Sitz hat.


Best Practice Sammlung

Seit dem Start des Awards werden die eingesandten Projekte auf Basis von Kriterien ausgewertet, die bis heute ihre Gültigkeit nicht verloren haben, da sie vom nach wie vor gültigen Grundsatzerlass für Medienerziehung (2001, 2012) abgeleitet wurden. Im Rahmen der jährlichen Jurysitzung werden die Preisträgerprojekte ermittelt. Die besten Projekte werden seit Anbeginn im Internet veröffentlicht. Derzeit erreichen uns jährlich rund 500 Projekte. Jährlich werden 21 Projekte mit dem Award ausgezeichnet. Unser Archiv umfasst derzeit rund 8.000 Projekte, die wir auch für Forschungsprojekte zugänglich machen. Innerhalb der vergangenen 20 Jahre erhielten also rund 400 Projekte und damit ca. 20.000 Schülerinnen und Schüler den begehrten media literacy award [mla].


Preisverleihung und Netzwerktreffen

Die Preise und Auszeichnungen der ersten media literacy awards [mla] wurden zu Beginn im Rahmen der YOUKI in Wels vergeben, mit der sich in den ersten Jahren eine enge medienkulturelle Kooperation etablierte. Mit zunehmenden Fokus auf die Medienbildung in der Schule, wurde es nach einigen Jahren jedoch Zeit für einen Neustart. Seit 2004 findet die Preisverleihung im Wiener MQ im Dschungel Wien statt, begleitet durch die jährliche Fachtagung für Lehrerinnen und Lehrer zum Thema „Wie kann Medienbildung im Schulalltag gelingen?“ Last but not least ist hier festzuhalten, dass uns die europäische Kooperation seit Anbeginn ein wichtiges Anliegen war und nach wie vor ist. So wurden auch Projekte aus den Niederlanden, Deutschland, Spanien, Italien, Tschechien und weiteren europäischen Ländern ausgezeichnet und nach Wien zur Preisverleihung und zum Netzwerktreffen eingeladen.


Europäische Freundschaften

Die intensive Kooperation und Zusammenarbeit auf europäischer Ebene entwickelte sich im Lauf der Zeit schrittweise. Italien und Spanien bauen auf einer langjährig etablierten Tradition der Filmvermittlung auf, der im Rahmen von internationalen Filmfestivals große Bedeutung beigemessen wird. Hier konnten wir sehr viel lernen und waren stets als Gäste willkommen. Auf der anderen Seite, engagierten wir uns auch aktiv als Partner an europäischen Projekten, wie beispielsweise dem Projekte „Viducate“. Dabei entwickelten sich Freundschaften und feste Kooperationen ganz besonders zwischen Valencia in Spanien und Bergamo in Italien, die das Medium Film mit und von Jugendlichen in den Mittelpunkt und auch Filme des [mla] in ihr Programm integrierten. Umgekehrt zeigten wir jährlich in Wien eine Auswahl an internationalen Schulprojekten bei unserer dreitägigen Preisverleihung.


März 2020

Umso mehr trifft uns die Nachricht, dass ganz besonders im italienischen Bergamo der Corona-Virus katastrophal wütet und dort viele Opfer fordert. Ebenso sind wir betroffen von den Nachrichten, die uns aus Spanien erreichen, wo ebenfalls das Virus seinen Schrecken exponentiell verbreitet. Gegenwärtig steht das kulturelle Leben still und hat sich ins Internet verlagert. Mit „Social Distancing“ lernen wir soeben uns zu arrangieren und unser Tun in Form von Homeoffice medienvermittelt zu organisieren.

Projektarchiv
Die bis dato 20jährige Geschichte des [mla] spiegelt sich in unserem Projektarchiv: Ob 9/11, Irakkrieg, Terroranschläge, Finanzkrise, postfaktisches Zeitalter, Flüchtlingskrise, Klima-Krise, Coronavirus-Krise und die schwere Zeit, die nun auf uns alle zukommt, verbunden mit der Sorge, wie und in welcher Form die Wirtschaft wieder auf die Beine kommt und wie wir, zu welcher Normalität auch immer, wieder das Maß an Unbeschwertheit erlangen können, dass uns so viele Jahre lang ganz selbstverständlich erschien.

Der media literacy award [mla] ist eine Erfolgsgeschichte, die viele Facetten hat, eben auch deswegen da tausende Schülerinnen und Schüler sowie Lehrerinnen und Lehrer ihre Erfahrungen damit verbunden haben. Für die Preisträger/innen, deren Projekte eine Auszeichnung erhielten und die auf der großen Bühne vor Publikum entsprechend gewürdigt wurden, bleibt der Award eine prägende Erinnerung, wie uns immer wieder berichtet wird. Auch für viele Pädagog/innen ist die Wertschätzung, auf die wir besonderen Wert legen, im anstrengenden Schulalltag ein Wert, der in Erinnerung bleibt.

Wir bedanken uns bei all den Menschen, Partnern und Freunden, die das Projekt über so viele Jahre ermöglicht und unterstützt haben. In diesem Sinne wünschen wir dem Award noch viele spannende und erfolgreiche Jahre! (Dietmar Schipek, Renate Holubek, März 2020) 


Anhang

Grundsatzerlass für Medienerziehung
https://www.bmbwf.gv.at/Themen/schule/schulrecht/rs/1997-2017/2012_04.html

Medienkompetenzen und Medienbildung
https://www.bmbwf.gv.at/Themen/schule/schulpraxis/uek/medien.html

Modell für gelingende Medienbildung
https://www.mediamanual.at/mediamanual/mm2/themen/practice/mmt_21_modell_medienbildung.pdf

Der Standpunkt bestimmt die Perspektive
https://www.mediamanual.at/mediamanual/mm2/themen/politik/mmt11-17_Schipek_Holubek_Standpunkt_print.pdf

Best Practice Broschüre [mla]
https://www.mediamanual.at/fileadmin/user_upload/mla-bestpractice2016_144dpi.pdf

Rundfunk und Medienrecht in Europa
https://www.bundeskanzleramt.gv.at/agenda/medienrecht/rundfunk-und-medienrecht-in-europa.html

media literacy award [mla]-Preisträger
https://www.mediamanual.at/best-practice/

Prototypische Aufgaben – Medienkompetenz
https://www.mediamanual.at/materialien/

Anmeldung zum media literacy award [mla]
https://www.mediamanual.at/media-literacy-award/

Das war die Woche der Medienkompetenz 2019 – Interview mit Christoph Kaindel

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„Weil wir beinahe unser gesamtes Wissen über die Welt aus Medien beziehen, ist die Bewertung von Informationen eine ganz entscheidende Kompetenz.“

Christoph Kaindel, der Koordinator der Woche der Medienkompetenz, hat gern Weitblick.
Foto: Christoph Kaindel

Lisa Badura: Ein beachtliches Programm hat die „Woche der Medienkompetenz“ heuer wieder zustande gebracht: Über 130 Aktivitäten wurden von Schulen und Universitäten, vom ORF und anderen Institutionen bundesweit initiiert und angeboten. Hat dich etwas besonders gefreut?

Christoph Kaindel: Ich habe mich in diesem Jahr besonders über die tatkräftige Unterstützung durch den oberösterreichischen Presseklub gefreut. Die haben sich wirklich ins Zeug gelegt und viele Angebote organisiert. Einige Zeitungen haben ihre Redaktionen für Schulklassen geöffnet, dazu gab es Führungen im ORF-Landesstudio in Linz und beim Regionalsender LT1.

Du selbst warst bei vielen Veranstaltungen vor Ort. Was waren deine persönlichen Highlights?

Du weißt ja, dass ich mich sehr für Spiele im Bildungskontext interessiere. Darum war ein Highlight für mich ein Workshop an der PH Wien, wo das Projekt GIRAT – Game Informed Recruitment and Assessment Tool – vorgestellt wurde, derzeit in der Pilotphase. Da geht es darum, wie Kompetenzen von Jugendlichen durch das gemeinsame Spielen ausgesuchter Games sichtbar gemacht werden können, zur Selbsteinschätzung, bei Jobmessen oder in Bewerbungsverfahren. Wir haben zwei Spiele, Keep Talking and Nobody Explodes und Spelunky, gespielt und danach über unsere Erfahrungen diskutiert. Sehr interessant, welche Eigenschaften durch gemeinsames Spielen zum Vorschein kommen, vor allem in den Bereichen Kommunikation und Kollaboration.

Thomas Kunze erläutert das Konzept von GIRAT – Game Informed Recruitment and Assessment Tool
Foto: Christoph Kaindel

Spannend fand ich auch eine „Public Value Lecture” an der FH Wien der WKW für Studierende des Studienzweiges Journalismus und Medienwissenschaft. Dort war am 21. Oktober Stefan Kappacher, Leiter des Medienmagazins #doublecheck auf Ö1, zu Gast. Er hat sehr offen und anschaulich über den Recherche-Alltag und die Qualitätssicherung in einem Radiosender erzählt, wie auch über die mögliche zukünftige Rolle des öffentlich-rechtlichen Rundfunks.

Übrigens: Das Public Value Kompetenzzentrum des ORF ist meiner Ansicht nach noch zu wenig bekannt. Dort macht man sich Gedanken genau darüber, wie der ORF, der ja als großes Unternehmen einerseits etwas träge und andererseits durch gesetzliche Bestimmungen reguliert ist, auf Veränderungen in der Medienlandschaft reagieren kann und soll. Auf der Webseite sind viele Studien, Materialien und Videos zu finden, die zum Teil auch für den Unterricht geeignet sind. Hineinzuschauen lohnt sich, auf zukunft.orf.at.

Konrad Mitschka (li.) vom Public Value Kompetenzzentrum des ORF
im Gespräch mit Stefan Kappacher
Foto: Christoph Kaindel

Ob Cybermobbing, Fake News, Gaming, Propaganda im Film oder die Aufbereitung von Nachrichten – so unterschiedlich die teilnehmenden Institutionen waren, so unterschiedlich waren auch die methodischen Zugänge und Themengebiete. Welche Themen siehst du persönlich momentan als besonders dringlich im Schulkontext an? 

Ich halte tatsächlich den Themenkomplex Fake News/Propaganda derzeit für den wichtigsten. Weil wir beinahe unser gesamtes Wissen über die Welt aus Medien beziehen, ist die Bewertung von Informationen eine ganz entscheidende Kompetenz. In vielen europäischen Staaten ist es schwierig geworden sich Zugang zu unabhängigen Nachrichten zu verschaffen. Auch in Österreich wurde versucht, die Berichterstattung zu beeinflussen. Da heißt es wachsam sein und kritisches, also hinterfragendes Denken in der Schule zu fördern. Natürlich hängen das Thema Cybermobbing und Hassrede auch damit zusammen. Wie bei Fake News geht es da um emotional aufgeladene Inhalte und ihre virale Verbreitung bzw. besser Nicht-Verbreitung.

Ein Ziel der Woche der Medienkompetenz ist es, Schulen, (medienpädagogische) Institutionen und Medien zusammenzubringen. Ist dieses Vorhaben deiner Einschätzung nach heuer wieder aufgegangen?

Die Angebote von medienpädagogischen Einrichtungen werden, soweit ich das sehe, von Schulen gerne angenommen. Die Woche der Medienkompetenz kann hier einen wichtigen Beitrag leisten, indem wir zeigen, welche Bandbreite an Angeboten es überhaupt gibt. Eine österreichweite Medienberichterstattung, die wir uns gewünscht hätten, gab es heuer leider nicht. Der KURIER, der im letzten Jahr sehr viel über die Woche der Medienkompetenz und einzelne Projekte berichtet hat, war nicht mehr als Medienpartner dabei.

Dafür gab es, wie gesagt, reichlich Unterstützung durch den oberösterreichischen Presseklub. Auf ORF III wurden zudem preisgekrönte Filmbeiträge des media literacy award [mla] ausgestrahlt. Die APA hat eine kostenlose Presseaussendung ermöglicht und für das nächste Jahr eine weitere Kooperation in Aussicht gestellt. Auch mit dem Verband der Regionalmedien sind wir im Gespräch. Immer mehr Medien werden also auf die Aktionswoche aufmerksam. Aber Pressearbeit braucht natürlich Zeit, und viele Gespräche.

Die Dringlichkeit von Medienkompetenz und Medienbildung kann man auch an der großen Anzahl der Teilnehmerinnen und Teilnehmer sehen. Wenn alle Pläne aufgehen, wird die Woche der Medienkompetenz auch nächstes Jahr stattfinden. Welches Feedback und welche Reaktionen hast du von teilnehmenden Personen vernommen?

Alle Organisationen, die in den vergangenen Jahren dabei waren, haben ihre Angebote auch heuer wieder eingetragen. Und alle, mit denen ich spreche, halten die Aktionswoche für eine gute Sache. Ein wenig wird unser Aktivitätenkalender wohl dazu beitragen, die TeilnehmerInnenzahl der Veranstaltungen zu erhöhen. Vor allem aber wollen wir ja auf die Bedeutung von Medienkompetenz in all ihren Facetten hinweisen. Das sehen offenbar auch die Veranstalterinnen und Veranstalter so. Ich hoffe sehr, dass es die Woche der Medienkompetenz auch im nächsten Oktober wieder gibt.

Was würdest du dir für die WDMK im nächsten Jahr wünschen?

Wie immer wünsche ich mir mehr Beiträge aus den Bundesländern und mehr Beiträge aus Schulen. Dazu hoffe ich auf die verstärkte Teilnahme von Regionalmedien im nächsten Jahr. Ankündigungen in Regionalzeitungen oder freien Radio- und Fernsehsendern sollten die Bekanntheit der Aktionswoche kräftig steigern, und sowohl Anbieter als auch Schulen anregen, ihre medienpädagogischen Aktivitäten in den Kalender einzutragen oder neue Angebote zu entwickeln. Daraus könnten wieder spannende Projekte entstehen, über die in Regionalmedien berichtet werden kann – also ein Gewinn für alle Beteiligten.

Vielen Dank für das Interview!

Zur Person: Christoph Kaindel ist studierter Historiker und seit 20 Jahren als Medienpädagoge tätig, unter anderem war er pädagogischer Leiter des Vereins Wiener Bildungsserver und Lehrbeauftragter an der Pädagogischen Hochschule Wien. Daneben ist er auch als Grafiker und Cartoonist tätig. Sein Lieblingsthema ist Lernen durch Game Design. Bei mediamanual ist er für die Koordination der Aktionswoche „Woche der Medienkompetenz“ zuständig. Er lebt in Gablitz bei Wien.

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Vom 20. – 28. Oktober 2019 waren Schulen, Lehrpersonen, Schülerinnen und Schüler, Vertreter der Medien, der Wissenschaft und Kunst sowie NGOs und Politik eingeladen, sich aktiv mit eigenen Ideen und lokalen Aktivitäten österreichweit an der Woche der Medienkompetenz zu beteiligen.

Die Woche der Medienkompetenz hatte das Ziel, den Schwerpunkt Medienbildung in den gesellschaftlichen Mittelpunkt zu rücken. Kreative Ideen und kritische Impulse von MediennutzerInnen jeden Alters waren herzlich willkommen! Gemeinsam sollten Chancen und Gefahren im Umgang mit digitalen Medien sichtbar und nachvollziehbar gemacht werden.   

Nächstes Jahr findet die Woche der Medienkompetenz vom 18. – 26. Oktober 2020 statt.

Mehr Infos zur Woche der Medienkompetenz