Interview

Kreativitätsförderung und Medienbildung – Interview mit Christian Ganzer

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Christian Ganzer

 

Christian Ganzer ist Bereichsleiter der Ausstellung im ZOOM Kindermuseum in Wien. Mit seinem Team konzipiert er interaktive Ausstellungen zu technischen, gesellschaftlichen und künstlerischen Themen. Die Vermittlung von Kreativität wird im Museum großgeschrieben. 

 

„In unserem Museum schlüpfen die Kinder in die Rolle von ForscherInnen, ErfinderInnen und GestalterInnen.“

 

 

Lisa Badura: Als Kurator unterscheidet sich Ihr Beruf in gewisser Weise nicht sehr stark von dem einer Lehrerin oder eines Lehrers: Sie sind damit befasst, die Neugierde von jungen Menschen zu entfachen, Wissen zu vermitteln und Kompetenzen zu stärken. In welchen Momenten spüren Sie, dass Sie einen guten Job gemacht haben, dass die Ziele Ihrer Arbeit „aufgegangen“ sind?

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Christian Ganzer: Von meiner Perspektive aus sehe ich die VermittlerInnen in unseren ZOOM Ausstellungen als eine Art Äquivalent zu den LehrerInnen in einer Schule. Um bei diesem Bild zu bleiben, lässt sich meine Aufgabe als Kurator von interaktiven Themen-Ausstellungen im ZOOM eher mit der Konzeption und Produktion eines Schulbuches vergleichen.

Eine gelungene Mitmach-Ausstellung erfüllt die Erwartungen vieler Positionen. Das sind an erster Stelle natürlich die Kinder und erwachsenen BesucherInnen. Ebenso wichtig sind aber noch andere Erwartungen an die Ausstellung, wie z.B. die Umsetzung der inhaltlichen und künstlerischen Leitlinie des ZOOM als interaktives Museum, jungen KünstlerInnen eine Plattform zur Umsetzung von Vermittlungsideen zu geben, dadurch die VermittlerInnen in ihrer Arbeit mit den Kindern bestmöglich zu unterstützen und ein Augenmerk darauf zu haben, dass die Erwartungen der PädagogInnen und Eltern an einen inspirierenden Ausstellungsbesuch erfüllt werden.

Für mich ist eine Ausstellung final dann gelungen, wenn die Kinder ihre Bedürfnisse nach Spiel, Spaß, Selbständigkeit und körperlichen Erfahrungen in einer Ausstellung ausleben können und dabei nachhaltig Inspirationen mit nach Hause oder in die Schule nehmen.

 

 

In Ihrem Museum wird Interaktivität großgeschrieben. Alle Ausstellungen und Workshops sind darauf ausgerichtet zu experimentieren, Gegenstände anzugreifen und Abläufe (wie z.B. Trickfilme machen, Modelle selber bauen) selber zu gestalten bzw. auszuprobieren. Das Prinzip wird auch als „hands-on“ bezeichnet. Was versprechen Sie sich von dem Konzept? Inwiefern werden durch das interaktive Arbeiten – sei es allein oder im Team – Lernprozesse angeregt?

 

Ja, im ZOOM Kindermuseum darf und soll nach Lust und Laune gefragt, berührt, geforscht, gefühlt und gespielt werden. Ganz nach dem Motto „Hands-on, minds-on, hearts-on!“ erkunden Kinder hier mit allen Sinnen die Welt – allein oder in kleinen Gruppen. Sie zoomen sich auf ihre spezifische Art und Weise an Objekte und Situationen heran und entdecken dabei sich selbst und ihre eigenen Fähigkeiten. In den Workshops und Ausstellungen für Kinder sammeln diese spielerisch sinnliche Eindrücke und emotionale Erfahrungen, die Lernprozesse auslösen und Erkenntnisse ermöglichen. Anders als in Museen für Erwachsene und bei den meisten Kinderevents, die eher auf Unterhaltung ausgelegt sind, können Kinder im ZOOM die Gegenstände ausprobieren (hands-on) und über das Greifen zum Begreifen (minds-on) kommen. Das macht Lernen zu einem individuellen und kreativen Prozess.

 

 

In Ihrem Museum gibt es ein Trickfilmstudio und ein Soundlabor. Für die medial entstandenen Arbeiten gibt es die „ZOOM Sammlung“, ein digitales Archiv. Neben der Vermittlung von technischen und naturwissenschaftlichen Themen ist somit auch das mediale und gestalterische Arbeiten ein wichtiger Bereich. Warum hat sich das Museum zur Aufgabe gemacht, das mediale Arbeiten in seine Angebote hineinzunehmen? Inwiefern fördert das Arbeiten mit Medien den kreativen Lernprozess?

 

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Interview mit Peter Filzmaier: Politische Bildung – Chancen und Herausforderungen im digitalen Zeitalter

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Im Mai widmen wir uns verstärkt dem Thema „Politische Bildung und Medienbildung“. Wir haben den Politikwissenschaftler Peter Filzmaier befragt, worin die Besonderheiten der politischen Kommunikation im digitalen Zeitalter liegen und welche Aufgaben der Medienbildung zukommen.

 Peter Filzmaier

Lisa Badura: Politische Bildung geht nicht ohne Medienkompetenz. Man kennt Sie vor allem als analytischen Beobachter vieler Wahlen und politischer Geschehnisse im Lande. Stellen Sie sich vor, Sie würden einen Tag in einer Schulklasse unterrichten. Welche Methoden und Übungen würden Sie anwenden, um Schülerinnen und Schülern näherzubringen, wie politische Kommunikation funktioniert?

 

Peter Filzmaier: Wollen Sie eine bloß gut klingende oder lieber eine ehrliche Antwort? Die Ehrlichkeit des Wissenschaftlers in einer derartigen Situation sieht so aus: Ich habe nicht die geringste Ahnung, wie man eine Schulklasse am besten unterrichtet. Wie sollte es anders sein? Die LehrerInnen und nicht Politikwissenschaftler müssen wissen und selbstkritisch reflektieren, was man didaktisch macht. Sie sind ja die Pädagogen und mein Fachgebiet ist etwas ganz Anderes, nämlich öffentliche Kommunikation und Medienanalyse.

 

Aus dieser Perspektive kann ich nur darauf hinweisen, wie sehr SchülerInnen medial in uns fremden Parallelwelten leben. Für die Generation der Großeltern gilt das sowieso, weil die meistgesehene Nachrichtensendung Österreichs „Bundesland heute“ ist. Mit der Rezeption von Politik durch Jugendliche hat das genau gar nichts zu tun. LehrerInnen im Alter der Elterngeneration sind das Web 2.0 betreffend ebenso „digital immigrants“, die womöglich glauben, dass Facebook & Co relevant sind. Für Teenager ist Facebook allerdings aus der Steinzeit und wird wenig verwendet, für politische Informationen noch weniger. Auch „digital natives“ unter den LehrerInnen verwenden ganz andere Social Media als ihre Zielgruppe.

 

Sie haben mich persönlich angesprochen, also erlaube ich mir personenbezogene Gegenfragen. Wie viele LehrerInnen oder sonstige BildnerInnen unter den LeserInnen haben mich an einem Wahlabend im Fernsehen gesehen? Wenn ja, so freut mich das natürlich. Aber wie viele davon sahen mich auch auf Snapchat in einem dafür extra vom ORF gestalteten Kürzestvideo, das semi-live nur 24 Stunden verfügbar war? Keiner? Eben. Und selbst wenn, so wäre das immer noch fern von den SchülerInnen, die komplett andere Snaps ansehen.

 

L.B.: Medienkompetenz wird von dem von Ihnen zitierten Politikwissenschaftler Ulrich Sarcinelli als Basisqualifikation in der demokratischen Gesellschaft angesehen. Wie sehen diese Basisqualifikationen konkret aus? Haben Sie Beispiele, wo diese Qualifikationen notwendig sind?

 

Peter Filzmaier: Sarcinelli meinte damit, dass man heutzutage ohne Mediennutzungs(!)kompetenz genauso ausgegrenzt und benachteiligt wäre wie früher jemand, der nicht lesen und schreiben konnte. In vielen Fällen sind Menschen durch die Informationsflut speziell des Internets überfordert.

 

Eine umfassende Kompetenz für die Mediennutzung enthält – sorry, das wird nun länger – neben technischen Grundkenntnissen mindestens fünf weitere Aspekte:

 

Erstens das Verständnis der Struktur und Funktionsformen von Medien sowie ein kritisches Bewusstsein gegenüber Online-Einflüssen auf Gesellschaft und Individuum. Zweitens Fähigkeiten zur Analyse von durch Medien vermittelte Informationen – dazu zählen Quellenrecherche, Prüfung von Aktualität und Stellenwert, Kontrollmöglichkeiten für Richtigkeit usw.–, um Gesetzmäßigkeiten des Internets und deren Einfluss auf Inhalte zu entschlüsseln. Drittens Fähigkeiten für eine effiziente Informationssuche sowie für eine Nutzung des Web 2.0 als Ausdruck persönlicher Meinungen, um anstatt passiven Konsums sich aktiv zu beteiligen. Viertens soziale Beteiligung und Realbegegnungen, um Medienentwicklungen zu beeinflussen. Eine handlungsorientierte politische Bildungsarbeit in Österreich wird Mediennutzer motivieren müssen, das Web 2.0 auch zu „machen“. Fünftens braucht es die Entwicklung eines ethischen Grundkonsenses für Medieneinsätze.

 

Hand auf’s Herz: Wie kompetent sind wir Österreicher da im Durchschnitt? Sind nicht Schlagwörter wie „Lügenpresse“ und „fake news“ als Kampfbegriffe das beste Beispiel, wie schlecht es um unsere Medienkompetenz steht? Würden nicht obskure Medien mit ihren Verschwörungstheorien sich selbst disqualifizieren, wenn die Nutzer kompetenter wären? Hat nicht die Politische Bildung eine traurige Bilanz, wenn sie dem großteils hilflos gegenübersteht? Sind nicht Politiker sehr spät dran, wenn sie das Problem – Stichwort „Hasspostings“ – heute erst zu entdecken scheinen und gesetzliche Gegenmaßnahmen andenken?

 

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Unser kommender Schwerpunkt: Politische Bildung und Medienbildung

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Im Mai werden wir uns verstärkt dem Thema „Politische Bildung und Medienbildung“ widmen. Unser Newsletter wird Initiativen und Ansätze zu diesem Thema aufzeigen.

 

Und gleich zwei Ankündigungen vorneweg! Wir freuen uns, dass der Politikwissenschaftler Peter Filzmaier seine Einschätzungen in einem Interview darlegen wird. In Kürze erscheint das Interview auf unserem Blog!

AT_2017.inddZudem wollen wir auf die Veranstaltung „Aktionstage Politische Bildung“ vom Zentrum polis hinweisen! In der Zeit von 23. April bis 9. Mai werden in ganz Österreich vielfältige Zugänge zur Politischen Bildung aufgezeigt.

 

 

Digital Makers – Herumtüfteln erwünscht! Interview mit Susi Windischbauer und Hans Christian Merten

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Wir waren neugierig, wie man spielerisch, aber trotzdem zielführend, in Bildungszusammenhängen (digital) herumtüfteln kann. Passend zum aktuellen Schwerpunkt „Digital Makers“ haben wir zwei Personen befragt, die sich mit diesem Thema gut auskennen. 

 

Susi Windischbauer hat u.a. das Ars Electronica EducationLab etabliert und arbeitet aktuell als Volksschullehrerin in Nussbach/OÖ

Hans Christian Merten ist Leiter von u19 – CREATE YOUR WORLD der Ars Electronica Linz

 

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Lisa Badura: Für Eltern ist es nicht ungewöhnlich, mit Kindern zum Lego zu greifen, eine Modelleisenbahnstrecke zu bauen oder einen eigenen Trickfilm zu drehen. Warum ist das mediale und technische „Herumtüfteln“ in unseren Schulen häufig noch so ungewöhnlich? Welche Angst sollte man LehrerInnen nehmen?

 

Susi Windischbauer: LehrerInnen werden oft von der Angst verfolgt, für alles ExpertInnen sein zu müssen. Das funktioniert heutzutage nicht mehr und hat wahrscheinlich, wenn wir ehrlich sind, nie funktioniert. Ich denke, am wichtigsten wäre es, sich den Sprung ins kalte Wasser zuzutrauen und einfach einmal etwas auszuprobieren und auf der anderen Seite Mut zur Lücke zu beweisen. Das heißt für mich vor allem, auch einmal eine Seite im Mathematikbuch auszulassen und sich dafür zu überlegen, was es heißt, zwei Programmier-Bausteine so zu verbinden, dass eine „Wenn-dann-Beziehung“ dabei herauskommt. Natürlich kann ich in einem solchen Prozess nur als MentorIn und BegleiterIn agieren und nicht als die- oder derjenige, der die Weisheit mit dem Löffel gefressen hat.

Dazu gehört auch der Mut, sich darauf einzulassen, etwas gemeinsam mit den SchülerInnen herauszufinden oder zu lösen und nicht vorher schon alles bis ins Detail zu kennen.

Ich selbst bin ja auch nur mit gefährlichem Halbwissen bezüglich digitaler Gestaltung ausgestattet. Was mich vielleicht unterscheidet ist, dass ich diese Ausdrucksmöglichkeit eine spannende finde und ich einfach auch will, dass Menschen, die jetzt kleine Kinder sind, in Zukunft einmal wirklich coole Lösungen entwickeln, damit unsere Welt wieder ein Stückchen besser wird, und nicht einfach schlucken müssen, was ihnen die großen Konzerne vor die Nase setzen. Dazu müssen sie vor allem eines haben: „Gestaltungskompetenz“ – egal ob digital oder analog, wir müssen uns trauen, etwas auszuprobieren, ohne vorher genau zu wissen, was dabei herauskommen wird. Wir müssen experimentieren, nicht nach Rezept, sondern im ursprünglichsten Sinn.

 

Hans Christian Merten: Ich glaube gar nicht, dass das so selten passiert, wie in der öffentlichen Meinung präsent. Viele Lehrerinnen und Lehrer binden neue Technologien und sogenannte Neue Medien regelmäßig im Unterricht ein. Lediglich die administrativen Prozesse im Schulwesen machen es manchmal sehr schwer, an diesen neuen Unterrichtsformen festzuhalten, da es schnell nur mehr zur Angelegenheit der jeweiligen Lehrperson wird, sich um technische Wartungen und das Funktionieren im Schulbetrieb zu kümmern. Irgendwann geht sich das im Schulalltag nicht mehr aus – deshalb endet das Herumtüfteln oft nur als einmaliges Projekt. Die Angst, etwas Neues zu probieren, kommt hier vermutlich davon, dass man fürchtet, dass der Zusatzimpuls dann nur dazu führt, dass man eigentlich nur mehr in der Freizeit daran arbeitet. Also könnte man hier mit einer Lockerung der administrativen Tätigkeiten vermutlich schon viel bewirken.

 

L B: Mediales und technisches „Herumtüfteln“ bedeutet vor allem, eigenständig oder im Team nach Lösungen zu suchen und sich erst einmal auf „unbekanntes“ Lern-Terrain zu begeben. Welche Erfahrungen machen dadurch Kinder und Jugendliche vor allem? Kennt ihr Beispiele oder Anekdoten aus eigener Berufspraxis, wo Lernprozesse/-erfolge besonders gut sichtbar waren?

 

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„Film- und Medienkompetenz in der Schule von morgen“ – Interview mit Peter Schernhuber

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Diagonale Logo

 

In Kürze startet die Diagonale (28. März bis 2. April 2017) – das größte Filmfestival für österreichische Produktionen.

 

Wir finden, es ist wieder einmal Zeit zu überlegen, wie Filmvermittlung im 21. Jahrhundert aussehen kann, und trafen Peter Schernhuber mitten in den Vorbereitungsarbeiten. 

 

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Seit 2016 ist Peter Schernhuber zusammen mit Sebastian Höglinger der künstlerische Leiter der Diagonale. Zudem war Peter Schernhuber Juror beim media literacy award im vergangenen Herbst.

 

Wir sprachen über die Bedeutung von Filmvermittlung und welche Aufgaben auf die Schule zukommen. Für Peter Schernhuber lassen sich anhand der Arbeiten von jungen FilmemacherInnen interessante Beobachtungen machen.

 

Hier geht’s zum Audiobeitrag!

 


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Auszüge des Interviews finden Sie auch hier!

 

Lisa Badura: Du warst Juror im Rahmen des media literacy award 2016 und hast auch da viele Filme sichten und bewerten müssen. Was fällt dir in Bezug auf die Schülerfilme auf?

 

Peter Schernhuber: Es ist bemerkenswert, wie viel junge Filmschaffende mittlerweile wissen. Es gibt einen irrsinnigen Pool an Vor-Bildern im wahrsten Sinne des Wortes. An dieser Stelle wird es interessant. Denn es knüpft an die Fragen an, was Jugendliche sehen und wie man über die Lebensrealität der jungen Leute zu einer Art Film- und Medienbildung kommen kann.

In meinen Augen ist es problematisch, wenn man von außen mit einem Kanon an die Jugendlichen herantritt und dieser Kanon vielleicht gar nichts mit ihrer Lebensrealität zu tun hat. In den Arbeiten der Jugendlichen sieht man sehr gut, wo ihr Interesse liegt, wie sie sich Bilder aneignen und ihre eigenen Dinge daraus machen.

Was auch eine erfreuliche Tendenz ist, dass es medial breiter wird. Das hängt wahrscheinlich mit den technischen Möglichkeiten zusammen, die Jugendliche heutzutage haben. Wir haben die Freude gehabt im Herbst (im Rahmen des media literacy award, Anmerkung der Redaktion) schöne Animationen zu sehen, Filme, die von Fotos ausgehen, und bis hin zu Spielfilmen, die sich im Genrefilm versuchen. Mitunter waren auch Arbeiten dabei, die versuchen, Medien gegen den Strich zu bürsten.

 

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Filmvermittlung – Erfahrungswerte und praktische Tipps

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Wie haben unterschiedliche Klassenteams Filmprojekte realisiert?

 

In unserem Blog stellen wir u.a. Projekte vor, in denen es um die aktive Filmarbeit an Schulen geht. In den Videobeiträgen haben wir mit LehrerInnen und SchülerInnen über ihre Erfahrungswerte gesprochen und konnten dadurch interessante Einblicke in Stolpersteine und Gelingensfaktoren bei der Filmarbeit erhalten.

 

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„Die Weltraumforscherbande“ ist ein Volksschulprojekt, das an einer Wiener Schule entstanden ist. Die Besonderheit der Schule: 95% der Kinder haben Migrationshintergrund. Der Animationsfilm ist in Kooperation mit einer Künstlerin entstanden und wurde im Rahmen des [mla] 2014 ausgezeichnet.

Hier geht’s zum Videobeitrag! 

 

 

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„Traumfänger – Texte und Bilder gegen Gewalt“ ist ein Filmprojekt, das in Kooperation mit einer Poetry Slam-Künstlerin an einer Wiener Berufsschule realisiert wurde und im Rahmen eines Filmworkshops entstand. Anhand von einfachen aber eindringlichen Stilmitteln thematisiert das Projekt Ausgrenzung und Gewalt. Das Projekt wurde schon mehrfach ausgezeichnet, so auch beim [mla] 2013.

Hier geht’s zum Videobeitrag! 

 

 

 

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„Die Tierolympiade“ ist ein Animationsfilm, das an einer Wiener Volksschulklasse entstand. Im Rahmen seines Projekts erlernte das Klassenteam die Techniken des Legetrickfilms und recherchierte im Vorfeld zum Thema „Tiere in Afrika“. Das Projekt wurde im Rahmen des [mla] 2013 ausgezeichnet.

Hier geht’s zum Videobeitrag! 

 

 

 

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„Macht, dass ihr wegkommt“ ist ein Filmprojekt, das an einer Salzburger Neuen Mittelschule (NMS) realisiert wurde. In ihrem Film, der in seiner Form an einen Stummfilm der Schwarz-Weiß-Film-Ära erinnert, behandeln die Schülerinnen und Schüler Mobbing und Gewalt.

Hier geht’s zum Videobeitrag! 

 

 

 

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„Lehen Style“ ist ein Film, in dem Schülerinnen und Schüler einer Salzburger Neuen Mittelschule (NMS) das Musikvideo von Psy „Gangnam-Style“ selbstbewusst neu adaptieren. Das Klassenteam wird an einer Schule unterrichtet, die in einem sozialen Brennpunktviertel liegt.

Hier geht’s zum Videobeitrag! 

 

 

 

 

 

 

Radio als Lernraum – Willkommen bei Radioigel an der Pädagogischen Hochschule Steiermark

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Wie können medienpädagogische Lehre und Praxisarbeit Hand in Hand gehen?

Wir haben dem Team von Radioigel an der Pädagogischen Hochschule Steiermark einen Besuch abgestattet und erfahren, wie sich Lehrerausbildung, Schulunterricht und weiterführende Fortbildung bei der Förderung von Medienkompetenz optimal ergänzen.


An Daniela Hodschars Schule stehen die Türen regelmäßig offen. Denn Daniela Hodschar unterrichtet an der Klex, einer Partnerschule von Radioigel. Während des „Offenen Lernens“ produzieren die Schülerinnen und Schüler Sendungen für alle möglichen Fächer. So können die SchülerInnen beispielsweise für Biologie oder Mathematik Termine in Museen, bei Firmen und an Universitäten wahrnehmen und dort ihre Umfragen und ExpertInnen-Interviews durchführen. An der Klex („Klusemann Extern“) wird somit Radio als Lernform und damit als übergreifende Methode in allen Fächern eingesetzt.

 

Daniela Hodschar arbeitet eng mit Wolfgang Kolleritsch zusammen. Wolfgang Kolleritsch ist nicht nur Leiter von Radioigel, sondern unterrichtet auch als Lehrer an der Praxis NMS und ist darüber hinaus mit der medienpädagogischen Lehrerausbildung an der Pädagogischen Hochschule Steiermark befasst.

 

Die Pädagogische Hochschule Steiermark verfolgt bei der Lehrerausbildung ein besonderes Konzept: Medienbildung ist hier curricular verankert, d. h. auch angehende LehrerInnen für Mathematik und Naturwissenschaften realisieren Beiträge über ihr jeweiliges Themengebiet. Die von den SchülerInnen und Studierenden produzierten Sendungen dienen als wichtige Unterrichtsgrundlage – sowohl für die SchülerInnen im Unterricht als auch für die angehenden Lehrerinnen und Lehrer im Rahmen ihres Studiums. Radioigel ist somit Dreh- und Angelpunkt bei der Förderung von Medienbildung für alle Altersklassen.

 

Wir haben uns mit Daniela Hodschar, Wolfgang Kolleritsch und Prof. Dr. Elgrid Messner, der Rektorin der Pädagogischen Hochschule Steiermark, unterhalten. Den SchülerInnen durften wir bei einem Live-Interview und weiteren Produktionen über die Schulter schauen.

 

 

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Vom Wert des Lebens

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Wie verhandelt man moralische Fragen in eigenen Medienprojekten?

Im Rahmen ihres Ethikunterrichts haben Schülerinnen der Modeschule Wien sich einerseits mit den Geschehnissen am Spiegelgrund während der NS-Zeit und andererseits mit der aktuellen Flüchtlingsthematik befasst. Die Schülerinnen haben sich medienkritisch auf ganzer Linie vorarbeitet: Die Teams haben in Archiven recherchiert, Mainstreammedien analysiert, Kontakte zu völlig unbekannten Menschen geknüpft – und an einigen Punkten sind sie inhaltlich oder technisch auch gescheitert. Ein multimediales Projekt zum Staunen.


Man könnte annehmen, dass in einer Modeschule lediglich gelehrt wird, was zum Anfertigen von Gewand und Kleidern aller Art notwendig ist. Und tatsächlich versprühen die Klassenräume der Modeschule Wien, die im Schloss Hetzendorf untergebracht sind, eine arbeitssame und kreative Stimmung. Anziehpuppen, bereits angefertigte Modelle und Stoffproben zeugen von einem Handwerk, das man am liebsten auch gleich selbst ausüben möchte.

 

Als wir Claudia Weinzierl und ihre Projektgruppen erneut besuchen (den ersten Videobeitrag haben wir in der Entstehungsphase des Projekts im Sommer 2015 gedreht), wird uns wieder schnell vor Augen geführt, dass sich ein künstlerisch-kreativer Schwerpunkt und eine kritische Auseinandersetzung mit gesellschaftspolitischen Fragen nicht ausschließen.

 

Über ein halbes Jahr lang haben insgesamt 60 SchülerInnen der 3. und 4. Klasse(n) – in Teams aufgeteilt – Videoclips, Collagen, Diagramme, Texte und Hörspiele angefertigt, die um die Frage nach dem Wert des Lebens kreisen. Thematisiert wurden sowohl das Euthanasieprogramm am Spiegelgrund während der NS-Zeit, als auch Bedingungen der aktuellen Flüchtlingskrise.

 

Wir haben mit den Projektteams über die Ideen ihrer Umsetzung und über ihre Erfahrungen gesprochen.

 

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Manipulieren erlaubt! Das Projekt: „Darstellung der Realität in den Bildmedien“

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Welche Bilder sind in unseren Medien eigentlich noch echt? Und welchen Bildern kann man noch trauen? Diese Fragen haben sich die Schülerinnen und Schüler der 11. und 12. Schulstufe der HTL Ottakring in Wien gestellt und ein Fotoprojekt realisiert, für das sie kürzlich mit dem media literacy award ausgezeichnet wurden.

 

Selber einmal Bilder manipulieren und selber einmal neue Wirklichkeiten erschaffen. So lautete der Auftrag, den 76 Schülerinnen und Schüler der HTL Ottakring zu bewerkstelligen hatten.

 

Der Aufhänger für dieses Projekt lag für die Lehrer Robert Baumgartner und Richard Wurzer auf der Hand. Als im Frühjahr 2015 während der griechischen Staatsschuldenkrise ein „Fake“-Video vom damaligen Finanzminister Yanis Varoufakis in den Medien kursiert, nehmen die Betreuer das Medienereignis zum Anlass, Inszenierungen und Manipulationen in den Medien zu thematisieren. Im Gegenstand „Digitale Bildbearbeitung“ realisieren sie mit ihren SchülerInnen  ein Projekt, bei dem Bilder ganz gezielt manipuliert werden dürfen. „Denn am besten versteht man Zusammenhänge, wenn man selber experimentieren darf“, so die beiden Projektleiter.

 

Im Rahmen des Projekts, das während des Schuljahres 2014/15 realisiert wurde, haben alle beteiligten SchülerInnen ein eigenes Bild erstellt. Für ihr Fotoprojekt wurde das Team im November 2015 mit dem [mla] ausgezeichnet. (Hier geht’s zur offiziellen Jurybegründung.) Die Fotoarbeiten zeugen nicht nur von technischer Raffinesse, sondern offenbaren auch phantasievolle Bilderwelten.

 

Wir haben einige Mitglieder des Teams getroffen und ihnen bei der erneuten Erstellung der Fotoarbeiten über die Schulter geschaut.

 


Hier erfahren Sie mehr über das Projekt.

 

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Spiegelgrund oder vom Wert des Lebens

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Wie stellt man etwas dar, wofür Worte schwer zu finden sind?

Das Klassenteam von Claudia Weinzierl und Tanja Karrer steht am Anfang eines Projekts, in dem Themen rund um den Spiegelgrund und den Wert des Lebens künstlerisch aufbereitet werden sollen.


Die 3A ist gerade dabei, die medialen Grenzen der Darstellbarkeit auszuloten. Mehrere Filme haben sich die Schülerinnen der Modeschule Wien bereits angesehen. Ihre anschließenden Diskussionen kreisten um die Fragen, was den Wert des Lebens ausmacht und was ein Leben lebenswert macht. Auch wie andere Medien mit diesen Fragen umgehen, war schon öfter Gesprächsthema.

Nun ist das Klassenteam gefragt, seine eigene Sicht der Dinge medial aufzubereiten. Die Schülerinnen stehen am Anfang ihrer Schaffensphase und haben sich je nach Interessenschwerpunkt in Kleingruppen zusammengetan. Nun wird überlegt, wie Themen rund um Inklusion, medizinische Ethik und Menschenwürde medial bearbeitet werden können.

 

Wir haben die Projektgruppe getroffen und sie gefragt, worin ihre Ansätze bestehen und welche Ideen sie umsetzen wollen.

 

Hier geht’s weiter zu den FACTS!

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