Hintergrund

Das Multimedia-Projekt: NEUE MEDIEN IN DER VOLKSSCHULE

Die Volksschule Breitenlee (Schukowitzgasse 89) im 22. Bezirk in Wien tickt ein bisschen anders.

 

Hier sind die Türen während des Unterrichts geöffnet, hier gehen die SchülerInnen bei schönem Wetter einfach nach draußen, um ihre Übungen zu machen. Ob dafür zu Montessori-Materialien, Stift und Papier oder digitalen Medien gegriffen wird, entscheiden die Kinder in den offenen Lernphasen selbst. Gelernt wird bei dieser anregenden Lernumgebung besonders effektiv – denn hier erfahren die SchülerInnen, was es tatsächlich heißt, Gelerntes einzusetzen, anzuwenden und umzusetzen.

 

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Video-Link: http://vimeo.com/39570373

 
Meine Kollegin Magdalena Holczik und ich trafen die Klassenlehrerin Barbara Zuliani, die uns nicht nur am offenen Unterricht in ihrer „Projekt- und montessoriorientierten Regelklasse“ der 4b teilhaben ließ, sondern auch über den Einsatz neuer Medien in ihrer Klasse erzählte. Mit Kamera ausgerüstet konnten wir uns höchstpersönlich davon überzeugen, wie jedes Kind – ob am iPad, mit Stift und Papier oder mit Bauklötzen, die die Sinne fördern – zum „Baumeister seines Selbst“ wurde. Maria Montessori wäre über diese digitale Entwicklung sicherlich erfreut gewesen!

 

Seit drei Jahren verwendet Barbara Zuliani einen Klassenblog als „kommunikative Drehscheibe“. Hier können SchülerInnen, Eltern und LehrerInnen zwanglos miteinander in Kontakt kommen, sich über Hausübungen verständigen oder anstehende Klassenfahrten besprechen. Gearbeitet wird an iPads, die seit dem 24. Oktober 2011 zum festen Lernwerkzeug im Unterricht geworden sind und jedem Kind zur Verfügung stehen.

 

Aber was passiert mit motorischen Fähigkeiten und Fertigkeiten wie Schreiben, Basteln, Schneiden? Kommen diese Fähigkeiten bei einem zu frühen Medieneinsatz nicht zu kurz?

Mit welchen Argumenten Barbara Zuliani skeptische KollegInnen und Eltern überzeugt und was ihr beim Lernen wichtig erscheint, erzählte Sie uns in einem Interview.

 

Im nächsten Artikel geht es zum vollständigen Interview!

 

Interview mit Barbara Zuliani über: NEUE MEDIEN IN DER VOLKSSCHULE

 

Lisa Badura: Was sind die schönsten Seiten an Ihrem Beruf?

 

 

Barbara Zuliani: Mit den Kindern zu arbeiten und zu entdecken, wie sie mit neuen Dingen umgehen. Wie sie den Weg vom Erkennen zum Anerkennen von Lehrinhalten gehen. Aristoteles sagte über die Aufgabe des Lehrers bzw. der Lehrerin: „Die Aufgabe des Lehrers ist es, die Sache zu klären und den Menschen zu stärken.“

 

War Lehrerin schon immer Ihr Traumberuf?

 

 

Barbara Zuliani: Nein, nicht immer. Ich habe zuerst Musik studiert. Dann habe ich selber drei Kinder bekommen und danach habe ich erst die Pädagogische Akademie gemacht. Allerdings komme ich aus einer Lehrerfamilie. Das muss man schon dazu sagen.

 

Wie kann man als Lehrerin Kompetenzen fördern?

 

 

Barbara Zuliani: Erst einmal kann man die Aufgabenstellung (wie Internetrecherche, Referate, Präsentationen u. v. m.) so formulieren, dass die Kinder als Sieger herausgehen mit einem Neuwert, den sie mit Hilfe der Lehrerin, des Lehrers selbstständig erarbeiten. Wichtig ist das Gefühl „Jetzt weiß ich um ein Stück mehr.“ Es ist etwas sehr Schönes, wenn dieser reformpädagogische Gedanke – dieses selbständige Lernen – erlebt und umgesetzt werden kann. Die Aufgabenstellung soll so konzipiert sein, dass die eigenständige und kreative Lösungskompetenz der Kinder im Vordergrund steht – der Lehrer oder die Lehrerin ist hier als Lernbegleiter oder Lernbegleiterin gefragt. Weiterlesen

Das Video-Projekt: KELLERKINDER

 

Ein Jugendlicher lebt nur in seiner digitalen Phantasiewelt – dort ist er der Held, im realen Leben kann er sich nicht behaupten. Über ein Computerspiel gelingt es einem Mädchen, ihn wieder mit allen Sinnen ins wirkliche Leben zurückzuholen. Unter der Leitung der Lehrerin Sophie Dlapa wurde „Kellerkinder“ am Schulzentrum Ungargasse (Wien) mit 18- bis 19-jährigen SchülerInnen durchgeführt. Das Ergebnis ist ein Kurzfilm in Stop-Motion-Technik.

 

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Video-Link: http://www.youtube.com/watch?v=Alh-YBZ0M3I

 

Wie entstand das Thema?

Sophie Dlapa: „Der Vorschlag für das Thema des Videos kam von den SchülerInnen selbst. Das Thema wurde bei einem Brainstorming gefunden und die Handlung wurde dann im Rahmen eines Workshops festgelegt. Die SchülerInnen haben die Erfahrungen, die sie selbst mit 13 bis 16 gemacht haben, eingebaut. Sie wollten gern zeigen, welche Unterschiede zwischen dem virtuellen und dem realen Leben sein können. Die Idee war, dass viele Bereiche – vor allem der zwischenmenschliche – zu kurz kommen, wenn man sich ausschließlich in der virtuellen Welt bewährt. Der große Hero bei Computerspielen wird in der realen Welt nicht akzeptiert, lebt in seiner Traumwelt, wird gemobbt.“

 

Wie sah der Projektverlauf aus?

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Das Print-Projekt: DER DIGITALE MENSCH

 

Der Mensch gefangen im digitalen Netz! Oder ist er in Wirklichkeit doch eher Akteur?

 

Eine ausdrucksstarke Auseinandersetzung zu diesem Thema bieten die Schülerinnen und Schüler des BORG Bad Leonfelden (OÖ), die mit Unterstützung ihres Lehrers Wolfgang Hoffelner Fotografien erstellten und diese in einem Katalog herausgaben.

 

Titel: GANZ FÜR MICH. Die Welt um mich herum ist schnell, spannend und voller Erlebnisse, für mich aber von keinem Interesse. Meine Welt ist hier drin. (Lena Leitenbauer)

 

Welchen Einfluss hat die digitale Umwelt auf uns? Wie nutzen wir sie? Und woran orientieren wir uns? Versehen sind die in Schwarz-Weiß gehaltenen Arbeiten mit Titeln und dazugehörigen Fragen und Statements, welche die SchülerInnen für ihre Fotografien gewählt haben. Plakative Redewendungen werden ironisch verarbeitet. Und Lebenspraktiken, die im Vakuum zwischen Realität und virtueller Welt angesiedelt sind, werden pointiert visualisiert. Es entfaltet sich ein Stimmungsbild zwischen technischer Begeisterung und Skepsis, zwischen Aktionismus und Nachdenklichkeit.

 

Aber wie druckt und publiziert man eigentlich ein selbst erstelltes Printprojekt? Und wie organisiert man den Vertrieb? Denn schließlich möchte man seine eigene Arbeit einem größtmöglichen Publikum auch außerhalb der Schule zugänglich machen. Wie die Klasse dieses Unterfangen gemeistert hat, zeigt dieses Projekt zweifelsfrei – schauen Sie selbst hin!

 

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Einblicke in das Projekt RADIO POLY

 

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Video-Link: http://www.youtube.com/watch?v=hqQpEsKkBmY

 

Wie macht man eigentlich Radio? Und wie arbeitet die Gruppe von RadioPoly? Dieses Video wurde von Projektleiter Helmut Hostnig erstellt und bietet spannende Einblicke.

 

Das Projekt: RADIO POLY

 

Sich selbst in Szene setzen – ohne dabei sichtbar zu sein! Nicht ein Widerspruch? Dass es geht, davon konnte ich mich selbst überzeugen, als ich die SchülerInnen der RadioPoly-Gruppe vor kurzem traf und ihnen bei der Arbeit über die Schultern schauen durfte. Beachtlich war die Diskutierfreude der aufgeweckten Radiogruppe – alle Ideen und Gedanken konnten so frei gesammelt und ausgetauscht werden. Sobald es ans Lesen in verteilten Rollen ging, gehörte die Aufmerksamkeit allein den Vortragenden. Es konnte losgehen!

 

 

Aber wie erzeugt man eigentlich Aufmerksamkeit lediglich durch die Anwendung der eigenen Stimme? Und wie verschafft man sich überhaupt Gehör in einem Zeitalter, in dem alle Arten von Medien Informationen immer schneller an uns herantragen? Verlernen wir angesichts eines Überangebots an audiovisuellen Reizen vielleicht eine der wichtigsten Kulturtechniken überhaupt: das Hinhören und Zuhören?

 

Dass Radioarbeit genau an dieser Stelle ansetzt und dabei Wissensvermittlung und komplexes Sprachverständnis auf eine Art kombiniert, die sogar Spaß macht, zeigen die Erfahrungen des Projektes RadioPoly, das seit dem Schuljahr 2010/11 an der Polytechnischen Schule (PTS) Wien 3 durchgeführt wird. Dieses Projekt möchte längerfristig und nachhaltig SchülerInnen und LehrerInnen der PTS für das Medium Radio gewinnen – nicht nur, um die Gestaltungsmöglichkeiten kennenzulernen, sondern vor allem, um dieses Medium als Werkzeug der Kommunikation für ihre spezifischen Anliegen zu nutzen.

 

Was genau wird bei RadioPoly gemacht?

 

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Fachtagung 2011 „Medienbildung in Schulen“

 

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Video-Link: http://www.youtube.com/watch?v=nWUwZCNwNOo

 

Im Rahmen des media literacy award [mla]  fand im Herbst 2011 in Wien eine Fachtagung zum Thema „Medienbildung im Schulalltag“ statt. Ziel der Tagung war es, Schulen dabei zu unterstützen, einen möglichst hohen Standard im Bereich Medienbildung zu erreichen. Sie war als Forum für LehrerInnen und SchulleiterInnen zum Austausch von Erfahrungen und Anliegen konzipiert. Die OrganisatorInnen wählten dabei die Form des World Cafés, um einen lockeren Austausch aller Anwesenden zu unterstützen.

Erstmals standen den TeilnehmerInnen insgesamt 20 kleine Kameras („Flipcams“) zur Verfügung. Mithilfe der Kameras wurden Situationen, Statements und Stimmungsbilder aufgezeichnet. Der Zusammenschnitt (erstellt von Magdalena Holczik, mla-Team) bietet einen Einblick in die Themen und Atmosphäre(n) der Fachtagung!

 

Über die Tagung ist auch ein Artikel (von Inge Fritz, mla-Team) erschienen. Erfahren Sie mehr über mögliche Gelingensfaktoren, Stolpersteine und Strategien!

mla:connect: Medienbildung verbindet

 

Weitere Informationen über die Tagung:

World Café – Fachtagung

 

Das Projekt: MULTIMEDIALE LITERATUR

 

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Video-Link: http://vimeo.com/34549034

 

Wie realisiert man ein spanndendes Medienprojekt? Und wie lassen sich Texte mit Hilfe neuer Medien visualisieren? Wer sich von einer kreativen Umsetzung inspirieren lassen möchte, sollte sich unbedingt das Projekt Multimediale Literatur anschauen, das mit Unterstützung der Kunstlehrerin Petra Suko am G19 in Wien durchgeführt wurde. Selbstverfasste Textbausteine und bekannte Literatur-Zitate wurden mittels dadaistischer Stilelemente miteinander verwoben. Offenbart wird eine Welt, in der SchülerInnen ironische Fragmente pointiert aufdecken und mediale Grenzen selbstbewusst ausloten.

 

Die von den SchülerInnen bereits zuvor verfassten Texte wurden mittels Einzelbilder, Fotos, sowie Video- und Handymaterial collagenartig visualisiert. Basismaterial waren experimentelle dadaistische Texte wie z.B. Lautgedichte, die gelesen und in der jeweiligen Filmgruppe als Ausgangsmaterial dienten. Die vier entstandenen Clips wurden im Internet veröffentlicht und im Juni 2011 in der Kunsthalle Wien im Rahmen des Festivals Vienna Independent Shorts präsentiert.

 

Um mehr über das Projekt zu erfahren, haben meine Kollegin Magdalena Holczik und ich Petra Suko in einer Buchhandlung in Wien getroffen und mit ihr über die inhaltliche und technische Umsetzung des Projekts gesprochen. Dabei ging es nicht nur um die konkrete Realisierung, sondern auch um persönliche Erfahrungen als Kunstlehrerin, sowie das Medienverständnis ihrer SchülerInnen.

 

 

Das vollständige Interview mit Petra Suko über MULTIMEDIALE LITERATUR

 

Lisa Badura: „Multimediale Literatur“ ist ein Text- und Bildgewaltiges Projekt und öffnet viele mediale Zugänge. Wie entstand das Thema?

 

Petra Suko: Zusammen mit zwei meiner Kollegen haben wir überlegt, was Ausgangsmaterial sein könnte. Sind es Bilder oder Texte? Wir sind auf Literatur und Text gekommen mit der Idee, Literatur zu verbildlichen. Darüber kamen wir dann auf Dadaismus, Nonsens, Experimentelle Literatur. Die Texte wurden von den SchülerInnen im Fachbereich Deutsch selbst verfasst und dienten dann als Ausgangsmaterial für mein Projekt: dem Visualisieren von Text. Mein Ansatz ist die VJ-Kultur, die auf visuelle und audiovisuelle Kunst abzielt. Zum Beispiel gibt es Lesungen, wo KünstlerInnen experimentelle Literatur lesen und zu diesen Texten Visualisierungen gemacht werden. Wie verknüpft man also Text mit Bild? Während unseres Projektes gab es eine Ernst Jandl* Ausstellung im Wien Museum. Viele meiner SchülerInnen haben sich diese Ausstellung angeschaut. Ich glaube, es war eine gute Anregung, weil es auf dieser Ausstellung Lesungen gab und experimentelle Visualisierungen der Gedichte vorgestellt wurden.

 

*Ernst Jandl (1925-2000) war Wiener Poet und gehörte dem Literatenkreis der Wiener Gruppe an. Jandl schrieb vor allem experimentelle Lyrik und verwendete die phonetischen, visuellen und akustischen Dimensionen der Sprache als literarisches Mittel. Seine Arbeiten umfassen visuelle Poesie, Lautgedichte und Werke, die der Konkreten Poesie zugeordnet werden.

 

Wie setzte sich Ihre Projektgruppe zusammen?

Das Projekt wurde am G 19 in Wien gemacht. Die Gruppe bestand aus ungefähr 18 SchülerInnen. Sie  waren in der 7. Klasse und 16 bis 18 Jahre alt. Wir haben die SchülerInnen in 4 Projektgruppen geteilt, die dann parallel betreut wurden.

 

Wie sieht die technische Ausstattung an Ihrer Schule aus?

Wir haben einen Zeichen-Saal mit einem kleinen Computerlabor, in dem 3 iMacs zur Verfügung stehen. Zusätzlich haben wir noch 2 schuleigene MacBooks verwendet.

 

Kommen wir zum Projektverlauf. Wie sah er in etwa aus?

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Leuchttürme schulischer Medienprojekte

 

Der media literacy award 2011 [mla] ist Ende Oktober in Wien über die Bühne gegangen. Zeit, um einige Überlegungen und Beobachtungen Revue passieren zu lassen!

 

Wettbewerbe bieten die einmalige Gelegenheit, richtungsweisende Themenstellungen und Technologien präsentiert zu bekommen. Über 300 Schulprojekte wurden zum diesjährigen media literacy award eingereicht. Für das Organisations-Team bestand also bereits im Vorfeld die Gelegenheit, abwechslungsreiche Medienproduktionen zu sehen. Offenbart wurden nicht nur unterschiedliche Ausprägungen von Medienkompetenz*, auch unmittelbare Einblicke in heutige Mediengewohnheiten waren möglich.

 

Angesichts der erleichterten technischen Verbreitungs- und Handhabungsmöglichkeiten lassen sich vollkommen neue Formen von Partizipation und Kommunikation vernehmen – auch im Unterricht. Erforderliches Equipment und technisches Know-how kommen schon längst nicht mehr von den Schulen und LehrerInnen allein. Im Gegenteil. Viele Digital Natives fordern ihre LehrerInnen durch ihren medialen Startvorsprung heraus – im besten Fall lernen beide voneinander. Lernprozesse können dadurch hierarchiefreier gestaltet werden. Und das macht sich auch in vielen Projektbeiträgen bemerkbar.

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