Allgemein

Ferienzeit ist Lesezeit!

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Ferienzeit! In unserem aktuellen Newsletter haben wir empfehlenswerte Bücher zur Medienbildung gesammelt. Ob Sachbücher zur Mediennutzung und Mediensozialisation, Politischem Framing oder Fake News – schauen Sie, was Sie interessieren könnte!

 

Wir wünschen allen einen schönen Sommer und eine erholsame Ferienzeit!

 

Hier kann man den Newsletter downloaden!

 

SAVE THE DATE: WOCHE DER MEDIENKOMPETENZ

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Bildschirmfoto 2017-06-14 um 21.18.39Vom 15. – 23. Oktober 2017 veranstalten wir österreichweit erstmals die „WOCHE DER MEDIENKOMPETENZ“. Ziel der Veranstaltung ist es, das Thema Medienbildung in den gesellschaftlichen Mittelpunkt zu rücken.

Kreative Ideen und kritische Impulse von MediennutzerInnen jeden Alters sind herzlich willkommen! Gemeinsam wollen wir den Chancen und Gefahren im Umgang mit digitalen Medien mehr Aufmerksamkeit widmen und die Bedeutung von Medienbildung für alle sichtbar machen.

Allgemeine Informationen finden Sie hier!
Zum Veranstaltungskalender geht’s hier!

 

Last Call – media literacy award 2017

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MITMACHEN!

Die Anmeldefrist für den media literacy award [mla] endet am 15. Juli!

Nutzen auch Sie die Möglichkeit und schicken Sie uns Ihre Medienprojekte.

Eine Jury wird die eingereichten Beiträge bewerten und die besten prämieren. Auszeichnungen in der Kategorie Mediendidaktik werden von der Redaktion mediamanual.at vergeben.
Die Preisverleihung findet vom 18. bis 20. Oktober im Dschungel Wien statt.

Hier gibt’s weitere Infos!

 

Kreativitätsförderung und Medienbildung – Interview mit Christian Ganzer

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Christian Ganzer

 

Christian Ganzer ist Bereichsleiter der Ausstellung im ZOOM Kindermuseum in Wien. Mit seinem Team konzipiert er interaktive Ausstellungen zu technischen, gesellschaftlichen und künstlerischen Themen. Die Vermittlung von Kreativität wird im Museum großgeschrieben. 

 

„In unserem Museum schlüpfen die Kinder in die Rolle von ForscherInnen, ErfinderInnen und GestalterInnen.“

 

 

Lisa Badura: Als Kurator unterscheidet sich Ihr Beruf in gewisser Weise nicht sehr stark von dem einer Lehrerin oder eines Lehrers: Sie sind damit befasst, die Neugierde von jungen Menschen zu entfachen, Wissen zu vermitteln und Kompetenzen zu stärken. In welchen Momenten spüren Sie, dass Sie einen guten Job gemacht haben, dass die Ziele Ihrer Arbeit „aufgegangen“ sind?

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Christian Ganzer: Von meiner Perspektive aus sehe ich die VermittlerInnen in unseren ZOOM Ausstellungen als eine Art Äquivalent zu den LehrerInnen in einer Schule. Um bei diesem Bild zu bleiben, lässt sich meine Aufgabe als Kurator von interaktiven Themen-Ausstellungen im ZOOM eher mit der Konzeption und Produktion eines Schulbuches vergleichen.

Eine gelungene Mitmach-Ausstellung erfüllt die Erwartungen vieler Positionen. Das sind an erster Stelle natürlich die Kinder und erwachsenen BesucherInnen. Ebenso wichtig sind aber noch andere Erwartungen an die Ausstellung, wie z.B. die Umsetzung der inhaltlichen und künstlerischen Leitlinie des ZOOM als interaktives Museum, jungen KünstlerInnen eine Plattform zur Umsetzung von Vermittlungsideen zu geben, dadurch die VermittlerInnen in ihrer Arbeit mit den Kindern bestmöglich zu unterstützen und ein Augenmerk darauf zu haben, dass die Erwartungen der PädagogInnen und Eltern an einen inspirierenden Ausstellungsbesuch erfüllt werden.

Für mich ist eine Ausstellung final dann gelungen, wenn die Kinder ihre Bedürfnisse nach Spiel, Spaß, Selbständigkeit und körperlichen Erfahrungen in einer Ausstellung ausleben können und dabei nachhaltig Inspirationen mit nach Hause oder in die Schule nehmen.

 

 

In Ihrem Museum wird Interaktivität großgeschrieben. Alle Ausstellungen und Workshops sind darauf ausgerichtet zu experimentieren, Gegenstände anzugreifen und Abläufe (wie z.B. Trickfilme machen, Modelle selber bauen) selber zu gestalten bzw. auszuprobieren. Das Prinzip wird auch als „hands-on“ bezeichnet. Was versprechen Sie sich von dem Konzept? Inwiefern werden durch das interaktive Arbeiten – sei es allein oder im Team – Lernprozesse angeregt?

 

Ja, im ZOOM Kindermuseum darf und soll nach Lust und Laune gefragt, berührt, geforscht, gefühlt und gespielt werden. Ganz nach dem Motto „Hands-on, minds-on, hearts-on!“ erkunden Kinder hier mit allen Sinnen die Welt – allein oder in kleinen Gruppen. Sie zoomen sich auf ihre spezifische Art und Weise an Objekte und Situationen heran und entdecken dabei sich selbst und ihre eigenen Fähigkeiten. In den Workshops und Ausstellungen für Kinder sammeln diese spielerisch sinnliche Eindrücke und emotionale Erfahrungen, die Lernprozesse auslösen und Erkenntnisse ermöglichen. Anders als in Museen für Erwachsene und bei den meisten Kinderevents, die eher auf Unterhaltung ausgelegt sind, können Kinder im ZOOM die Gegenstände ausprobieren (hands-on) und über das Greifen zum Begreifen (minds-on) kommen. Das macht Lernen zu einem individuellen und kreativen Prozess.

 

 

In Ihrem Museum gibt es ein Trickfilmstudio und ein Soundlabor. Für die medial entstandenen Arbeiten gibt es die „ZOOM Sammlung“, ein digitales Archiv. Neben der Vermittlung von technischen und naturwissenschaftlichen Themen ist somit auch das mediale und gestalterische Arbeiten ein wichtiger Bereich. Warum hat sich das Museum zur Aufgabe gemacht, das mediale Arbeiten in seine Angebote hineinzunehmen? Inwiefern fördert das Arbeiten mit Medien den kreativen Lernprozess?

 

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Hands-on! – Ein Rundgang mit Christian Ganzer durch das Kindermuseum ZOOM

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Wie entsteht Kreativität? Und welche Faktoren begünstigen Lernprozesse? Wir begeben uns auf einen Rundgang mit Ausstellungskurator Christian Ganzer und erfahren (medien-)pädagogische Ansätze im Kindermuseum ZOOM

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Als Kurator kennt er sich mit Kreativität aus. Christian Ganzer ist Bereichsleiter der Ausstellungen und damit betraut, mit seinem Team interaktive Ausstellungen in einem Kindermuseum zu konzipieren. Seit über 20 Jahren arbeitet Christian Ganzer bereits im Wiener Kindermuseum ZOOM – seit 2010 ist er Leiter des Ausstellungsbereichs.

 

Seit Anbeginn seiner Gründung legt das Museum zwei Schwerpunkte: die interaktive Wissensvermittlung durch die Thematisierung von Technik, Umwelt und Alltagskultur sowie Kunstvermittlung und die Ausübung eigener kreativer Arbeiten. Sensomotorische Erfahrungen machen zu können, gehört daher genauso zu den Möglichkeiten des Hauses wie das Herumexperimentieren mit Werkzeugen und Technik. So können die Kinder und Jugendlichen nicht nur im eigens ausgestatteten Trickfilmstudio und Atelier produzierend tätig werden, sondern auch im Ausstellungsbereich, in dem Stationen zum Experimentieren, Forschen und Werken einladen.

 

In Museumskonzept ist neben einer möglichst interessanten und vielseitigen Aufbereitung von Themen und Objekten die Bedeutung von Vermittlerinnen und Vermittlern zentral. „Für Kinder sind unsere VermittlerInnen ‚role models’“, erklärt Christian Ganzer beim Beginn des Rundgangs. Die Überzeugung des Museums besteht darin, dass Lernen und Kreativität sich besonders gut über Persönlichkeiten entfalten. Die Aktivitäten und Themen im Museum werden daher stark von internen und externen VermittlerInnen und KünstlerInnen getragen. Einige VermittlerInnen haben zudem Migrationshintergrund. „Der persönliche Bezug zum Thema macht auf die Jugendlichen und Kinder meist mehr Eindruck als jedes noch so schön gewählte Thema“, so der Kurator.

 

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Ankunft im Trickfilmstudio.

„Viele unserer Workshops werden von Künstlern durchgeführt. So kann es durchaus vorkommen, dass neben Filmemachern auch einmal DJs einen Workshop übernehmen. Der persönliche Interessenschwerpunkt entscheidet natürlich auch darüber, wie man seine eigene Kreativität einsetzt. So legt der DJ vermehrten Fokus auf eine aufwendige Soundkulisse beim Film.“ Die Erfahrungen der Kuratorinnen und Kuratoren des Hauses zeigen, dass Begeisterung bei den Kindern gerade dann zustande komme, wenn auch die Workshopleiterinnen und -leiter in ihrem Element seien.

 

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Im Trickfilmstudio erwarten uns neben Scheinwerfern, Kameraequipment und Computern zwei große Multimedia-Tische, die via digitaler Übertragung mit einem Beamer verbunden sind. So können die aufgelegten – und von den Kindern selbstgemalten – Motive direkt auf Großleinwand gebeamt werden. „Lustig ist, wie unterschiedlich Kreativität bei Kindern und Erwachsenen entsteht und ausgelebt wird“, so Christian Ganzer. „Wir hatten auch schon Erwachsenen-Workshops in unserem Trickfilmstudio. Es waren Managerinnen und Manager, die einen Trickfilm machen wollten. Es wurde lang diskutiert, welches Thema der Film haben sollte. Argumente wurden miteinander abgewogen, viele Ideen verworfen und solange diskutiert, bis ein Thema übrig blieb. Bei den Kindern läuft das oft anders ab. Da werden Ideen meist miteinander kombiniert. Dass Ponys ins Weltall geschickt werden und unterschiedliche Welten einfach miteinander verwoben werden, ist für die Kinder kein Problem.“

Um auch der Öffentlichkeit, die Arbeiten der Workshops zugänglich zu machen, werden alle Film- und Soundarbeiten in der digitalen ZOOM-Sammlung archiviert.

 

 

Nächste Station: der Atelierraum.

Im aktuellen Workshop laden neben einer großen Werkbank und einer üppigen Auswahl an Werkzeugen und Farbutensilien, riesige Wasserbecken zum freien Experimentieren mit verschiedenen Elementen ein. Der Authentizitätsaspekt sei wichtig. „Hier im Atelier ist jede Säge echt. Die Kinder sollen mit echtem Werkzeug arbeiten, um zu verstehen, wie man mit den einzelnen Tools umgehen muss, ohne sich zu verletzen. Indem man Kinder an der Erwachsenenwelt teilhaben lässt, sie nicht mit Spielzeug ‚abspeist‛ fühlen sie sich ernst genommen und in ihrem im Selbstbewusstsein gestärkt.“, so der Ausstellungskurator.

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Je nach Themenschwerpunkt kreieren die Kinder anhand von Erde, Ton und Holz kleinere und größere Arbeiten aller Art. Aktuell steht alles im Zeichen des Wassers. Es darf geplantscht, gewerkt, experimentiert werden. Innere Welten können hier anhand von selbstgeschnitzten Booten und selbstfabrizierten Wasserwelten auch eine äußere Form annehmen.

 

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Wir erreichen die großen hellen Ausstellungsräume, die in unserem Fall das Thema Hören und Sehen thematisieren. Der Ausstellungsbereich ist interaktiv angelegt. Alle Objekte laden dazu ein, angefasst und je nach Funktion ausprobiert zu werden. Die Erzeugung von Sinnestäuschungen wird beispielsweise anhand von nachgebauten Zimmern mit verkehrten Perspektiven dargestellt. In diesen Räumen wird Wissensvermittlung mit der Möglichkeit, kreativ tätig zu werden, verbunden. Zwischen den einzelnen Ausstellungsinstallationen sind Bastelstationen angebracht. Tische, Sessel und entsprechende Materialien laden dazu ein, Erlerntes und Erfahrenes in eigene Bilder zu verpacken. „Kreativität entfaltet sich am besten an Orten, an denen man sich wohlfühlt.“, so Christian Ganzer. Das Museum achte daher auf eine passende Farbumgebung und ein wertschätzende Atmosphäre.

 

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Als wir auf das Zielpublikum zu sprechen kommen, merkt Christian Ganzer selbstkritisch an, dass das Museum zwar über die Klassenworkshops ein sehr heterogenes Zielpublikum erreiche und damit auch viele Kinder ins Hause kommen, die in ihrer Freizeit, selten ins Museum gehen. „Aber am Wochenende und an den Nachmittagen erreichen wir standortbedingt eher nur Familien und Touristen, die man wohl dem ‚Bildungsbürgertum’ zurechnen würde.“ Um Kindern und Jugendlichen Workshop-Angebote auch in den Außenbezirken Wiens ermöglichen zu können, wurde die Initiative ZOOM 16 gegründet. Im Wiener Gemeindebezirk Ottakring hat das Museum eine Kreativwerkstatt etabliert, in der Kinder und Jugendliche auch fernab des prestigeträchtigen Hauptstandortes werken, basteln und Filme in der Trickfilmwerkstatt produzieren können.

 

 

 

Das Kindermuseum ZOOM

Die Idee, ein interaktives Museum für Kinder und Jugendliche anzubieten, entstand während eines USA-Aufenthaltes, als Claudia Haas, die Gründerin des Museums, Anfang der 1990er Jahre eines der ersten Kunstmuseen nach dem Hands on Prinzip in den USA entdeckte. 1994 eröffnete Claudia Haas als private Initiative das Museum in den provisorischen Räumlichkeiten der ehemaligen Stallungen im heutigen Museumsquartier. 2001 wurde das Kindermuseum ZOOM in den neugestalteten Räumen im Museumsquartier neu eröffnet.

2015 wurde dem Museum der „Children in Museums Award“ verliehen.

 

Mehr Infos:

http://www.kindermuseum.at/

 

 

ZOOM Sammlung:

http://www.kindermuseum.at/jart/prj3/zoom_2013/main.jart?rel=de&content-id=1363947035979&reserve-mode=reserve

 

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Fotos: Lisa Badura

 

Film ab! – Eindrücke vom TimeLine FILMFESTIVAL in Italien

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Vor Kurzem war Renate Holubek beim TimeLine FILMFESTIVAL in Carate Bianza. Hier berichtet Renate von ihren Eindrücken.

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Vom 8.-13. Mai 2017 fand in Carate Bianza (Nähe von Mailand) das TimeLineFILMFESTIVAL statt. Es besteht eine enge Kooperation zwischen dem TimeLine FILMFESTIVAL und dem MLA.

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Lisa: Renate, du warst kürzlich am TimeLine FILMFESTIVAL. Den Festivalleiter Antonio Risoluto kennst du inzwischen gut. Er kommt jedes Jahr auch zum MLA. Kannst du kurz etwas zum Hintergrund des Festivals sagen? 

 

 

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Renate: Das TimeLine FILMFESTIVAL fand heuer zum 8. Mal statt, es besteht also seit 2009. Es ist ein europäisches SchülerInnenfestival für Filme zu grundsätzlich freien Themen, im Fokus stehen Humanität, Umwelt und Interkulturalität. Von Beginn an werden jedes Jahr auch SchülerInnen aus einer österreichischen Schule eingeladen, die bereits am MLA teilgenommen haben. Heuer waren drei Schüler aus dem Privatgymnasium Herz-Jesu in Salzburg dabei, mit ihrem Lehrer Wolfgang Richter.

Seit wann besteht die Kooperation mit dem TimeLine FILMFESTIVAL und warum besteht diese?

Die Kooperation gibt es bereits seit Beginn des Festivals, also seit 8 Jahren. Antonio Risoluto, den Festivalleiter, kenne ich bereits seit 2001, also 16 Jahre. Damals hat Antonio das erste Mal am MLA teilgenommen, mit einem wunderbaren Film seiner SchülerInnen. Der Film heißt „Una Vita“ und zeigt einen alten Mann beim Rasieren, währenddessen in Rückblenden sein Leben Revue passiert. Der Film wurde in dem Haus direkt gegenüber der Schule gedreht und jedes Mal, wenn ich nun dort bin, denke ich an diesen Film und den alten Mann.

Antonio hat mir erzählt, dass diese erste Einladung zum MLA ihn auch dazu inspiriert hat, ein eigenes Festival zu machen.

Welche Eindrücke, Themen und Inputs hast du mitgenommen?

Das tolle am Timeline FILMFESTIVAL für alle europäischen SchülerInnen ist, dass diese in Gastfamilien untergebracht sind. So können sie in die italienische Kultur eintauchen. Es ist immer schön zu sehen, wie bei der Ankunft eine gewisse Aufregung herrscht, die sich aber schnell löst. Während der kurzen Zeit des Festivals entwickeln sich sehr rasch Freundschaften, die heuer das erste Mal zur Gründung einer WhatsApp-Gruppe geführt haben. Hier werden unzähligen Fotos, Emoticons und herzerwärmenden Botschaften ausgetauscht.

Am Freitag gab es außerdem eine Sightseeing-Bustour durch Mailand mit einer Führung in der Mailänder Skala – sehr laut, sehr lustig, sehr italienisch. Am Abend wurde für alle ProjektleiterInnen ein ebenfalls sehr lautes, sehr italienisches und sehr lustiges Abendessen veranstaltet, während die SchülerInnen die Freundschaften mit ihren Gastfamilien pflegten.

Gibt es Filme, die dir als besonders sehenswert in Erinnerung bleiben, Diskussionen, die spannende Fragen aufgeworfen haben oder Initiativen, die auch für den MLA von Bedeutung sein könnten?

Was mir bei den gezeigten Filmen aufgefallen ist, dass viele von ihnen eine soziale Botschaft haben. Das liegt vermutlich auch an der Ausrichtung des Festivals.

Ich bin mit einigen italienischen Lehrpersonen in Kontakt getreten und habe sie motiviert, ihre Filme auch beim MLA einzureichen. Auch mit dem Direktor des Festivals Plasencia Encorto, ebenfalls ein Partner-Festival aus Spanien, konnte ich mich austauschen. Das hat beispielsweise dazu geführt, dass in der Zwischenzeit bereits 15 Filme aus Spanien beim MLA eingereicht worden sind.

 

Während des Festivals fand auch ein Treffen für ein Erasmus+ Projekt statt, mit teilnehmenden VertreterInnen aus Spanien, Deutschland, Österreich und Italien. Ziel des Projekts ist es, kurze Filme zur Flüchtlingsthematik zu produzieren, die zum Abbau von Vorurteilen animieren sollen.

 

Mehr Infos zum Festival gibt’s hier!

 

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Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Festivals

Hier gibt’s mehr Fotos!

 

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Fachtagung „Radio und Schule“

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Kürzlich war mediamanual-Mitarbeiter Florian Danhel auf einer Fachtagung in Seekrichen. Hier berichtet er von seinen Eindrücken!
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Vom 18. bis 20. Mai fand in Seekirchen die 6. bundesweite Fachtagung „Radio und Schule“ statt. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie sich Audio- und Radioarbeit im Unterricht einsetzen lässt. In verschiedenen Kurzvorträgen und Workshops wurden Methoden ausprobiert, Beispiele aus der Praxis vorgestellt und neue Ideen entwickelt.
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florian danhelLisa: Florian, du warst kürzlich auf der Radio-Fachtagung in Seekirchen und hast dort einige Workshops angeboten. Auch sonst hast du als Workshopleiter und im Rahmen der freien Radio-Arbeit bereits viel Erfahrung mit dem Medium. 
Vielleicht kannst du kurz etwas zum Hintergrund der Tagung sagen? 
Florian: Kernelement der Tagung war die Vernetzung zwischen Menschen, die einerseits im Bereich der freien Radios bzw. Community-Medien arbeiten und andererseits LehrerInnen bzw. PädagogInnen. Durch die unterschiedlichen Zugänge kam es zu einem lebendigen Austausch und man war quasi gezwungen, mal die Perspektive zu wechseln.
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Nachrichten auf ihre Glaubwürdigkeit zu prüfen und den medienkritischen Blick zu schärfen scheint wichtiger denn je. Was kann die Radioarbeit tun, um junge Menschen in ihrer Medienkompetenz zu stärken? Hast du ein paar Tipps?
Ich denke die Audio- und Radioarbeit bietet da eine Reihe von Möglichkeiten, gerade aufgrund der Einfachheit und Unmittelbarkeit des Mediums. Mittels Smartphone lassen sich beispielsweise (Kurz-) Nachrichten erstellen. Sich selbst als NachrichtenredakteurIn zu erleben, führt einerseits zu einer inhaltlichen Auseinandersetzung und andererseits zu mehr Verständnis darüber, wie Nachrichten eigentlich so entstehen. Darüber hinaus lässt sich wunderbar thematisieren, was zu einer seriösen Berichterstattung gehört, warum es absolut unerlässlich ist, genau zu recherchieren und warum es notwendig ist, die Quellen der Informationen zu nennen. Wer weiß, wie mediale Inhalte produziert werden, lässt sich weniger leicht täuschen.
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Einer aktuellen Studie („Gerüchte im Netz“, saferinternet.at, 01/2017) zufolge zählt Radio für Jugendliche zu den glaubwürdigsten Medien. Hast du ein paar Tipps, wie sich ohne viel Aufwand eine spannende Radiosendung mit SchülerInnen erarbeiten lässt? Worauf gilt es zu achten?
Grundsätzlich sollte man zu Beginn eher ein kleines Projekt in Angriff nehmen, d.h. nicht gleich eine ganze Radiosendung, sondern z.B. mit einem Interview starten. Anhand dieses Interviews kann schon einiges trainiert werden – z.B. Konzeption, Recherche, inhaltliche Vorbereitung, Aufnahmetechnik, Schnitt, etc.
Häufig liefern Medienprojekte auch Anlass die Schulräumlichkeiten zu verlassen und das erarbeitete Wissen in der Welt außerhalb der Schule anzuwenden. Um beim Beispiel mit dem Interview zu bleiben: Ein Lernprozess wird sicher dadurch intensiviert, wenn am Ende einer inhaltlichen Auseinandersetzung ein (Radio)Interview mit einem Experten / einer Expertin geplant ist.
Welche Eindrücke/Themen/Inputs, hast du generell von der Tagung mitgenommen? 
Die wichtigste inhaltliche Diskussion drehte sich um Fragen der Medienethik. Ich bin der Meinung, dass man Strategien entwickeln muss, um auf mangelnde Debattenkultur und zunehmende Aggression im Netz zu reagieren.
Die Tagung zeichnete sich durch die hohe Bereitschaft der TeilnehmerInnen aus, das eigene Know-how weiterzugeben und zu teilen. Dieser intensive Wissensaustausch unter den TeilnehmerInnen ist aus meiner Sicht Voraussetzung dafür, um auf aktuelle mediale Entwicklungen reagieren zu können.
Daraus lassen sich im besten Fall Methoden entwicklen, die später zu mehr Bewusstsein für die Notwendigkeit respektvoller Kommunikation führen.
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Details zur Fachtagung und weitere Infos zur Audio- und Radioarbeit kann man hier nachlesen: www.radiobox.at 

Was gibt’s Neues?

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Unser aktueller Schwerpunkt widmet sich dem Thema „Politische Bildung“. In unserem Newsletter haben wir spannende Initiativen und Ansätze gesammelt.

Hier lässt sich der Newsletter bequem downloaden.

 

Im Rahmen unseres Juni-Schwerpunktes werden wir uns mit dem Thema „Kreativitätsförderung und Medienbildung“ befassen. Wir haben uns mit dem Chefkurator Christian Ganzer auf einen Rundgang im Kindermuseum ZOOM begeben und über (medien-) pädagogische Ansätze gesprochen. Demnächst erscheint das Interview!

 

Außerdem wollen wir zukünftig darüber berichten, was wir rund um den media literacy award noch alles so machen und welche Events wir im Rahmen unserer redaktionellen Arbeit besuchen. Alle Berichte erscheinen demnächst unter der Rubrik „mediamanual on tour“.

 

Interview mit Peter Filzmaier: Politische Bildung – Chancen und Herausforderungen im digitalen Zeitalter

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Im Mai widmen wir uns verstärkt dem Thema „Politische Bildung und Medienbildung“. Wir haben den Politikwissenschaftler Peter Filzmaier befragt, worin die Besonderheiten der politischen Kommunikation im digitalen Zeitalter liegen und welche Aufgaben der Medienbildung zukommen.

 Peter Filzmaier

Lisa Badura: Politische Bildung geht nicht ohne Medienkompetenz. Man kennt Sie vor allem als analytischen Beobachter vieler Wahlen und politischer Geschehnisse im Lande. Stellen Sie sich vor, Sie würden einen Tag in einer Schulklasse unterrichten. Welche Methoden und Übungen würden Sie anwenden, um Schülerinnen und Schülern näherzubringen, wie politische Kommunikation funktioniert?

 

Peter Filzmaier: Wollen Sie eine bloß gut klingende oder lieber eine ehrliche Antwort? Die Ehrlichkeit des Wissenschaftlers in einer derartigen Situation sieht so aus: Ich habe nicht die geringste Ahnung, wie man eine Schulklasse am besten unterrichtet. Wie sollte es anders sein? Die LehrerInnen und nicht Politikwissenschaftler müssen wissen und selbstkritisch reflektieren, was man didaktisch macht. Sie sind ja die Pädagogen und mein Fachgebiet ist etwas ganz Anderes, nämlich öffentliche Kommunikation und Medienanalyse.

 

Aus dieser Perspektive kann ich nur darauf hinweisen, wie sehr SchülerInnen medial in uns fremden Parallelwelten leben. Für die Generation der Großeltern gilt das sowieso, weil die meistgesehene Nachrichtensendung Österreichs „Bundesland heute“ ist. Mit der Rezeption von Politik durch Jugendliche hat das genau gar nichts zu tun. LehrerInnen im Alter der Elterngeneration sind das Web 2.0 betreffend ebenso „digital immigrants“, die womöglich glauben, dass Facebook & Co relevant sind. Für Teenager ist Facebook allerdings aus der Steinzeit und wird wenig verwendet, für politische Informationen noch weniger. Auch „digital natives“ unter den LehrerInnen verwenden ganz andere Social Media als ihre Zielgruppe.

 

Sie haben mich persönlich angesprochen, also erlaube ich mir personenbezogene Gegenfragen. Wie viele LehrerInnen oder sonstige BildnerInnen unter den LeserInnen haben mich an einem Wahlabend im Fernsehen gesehen? Wenn ja, so freut mich das natürlich. Aber wie viele davon sahen mich auch auf Snapchat in einem dafür extra vom ORF gestalteten Kürzestvideo, das semi-live nur 24 Stunden verfügbar war? Keiner? Eben. Und selbst wenn, so wäre das immer noch fern von den SchülerInnen, die komplett andere Snaps ansehen.

 

L.B.: Medienkompetenz wird von dem von Ihnen zitierten Politikwissenschaftler Ulrich Sarcinelli als Basisqualifikation in der demokratischen Gesellschaft angesehen. Wie sehen diese Basisqualifikationen konkret aus? Haben Sie Beispiele, wo diese Qualifikationen notwendig sind?

 

Peter Filzmaier: Sarcinelli meinte damit, dass man heutzutage ohne Mediennutzungs(!)kompetenz genauso ausgegrenzt und benachteiligt wäre wie früher jemand, der nicht lesen und schreiben konnte. In vielen Fällen sind Menschen durch die Informationsflut speziell des Internets überfordert.

 

Eine umfassende Kompetenz für die Mediennutzung enthält – sorry, das wird nun länger – neben technischen Grundkenntnissen mindestens fünf weitere Aspekte:

 

Erstens das Verständnis der Struktur und Funktionsformen von Medien sowie ein kritisches Bewusstsein gegenüber Online-Einflüssen auf Gesellschaft und Individuum. Zweitens Fähigkeiten zur Analyse von durch Medien vermittelte Informationen – dazu zählen Quellenrecherche, Prüfung von Aktualität und Stellenwert, Kontrollmöglichkeiten für Richtigkeit usw.–, um Gesetzmäßigkeiten des Internets und deren Einfluss auf Inhalte zu entschlüsseln. Drittens Fähigkeiten für eine effiziente Informationssuche sowie für eine Nutzung des Web 2.0 als Ausdruck persönlicher Meinungen, um anstatt passiven Konsums sich aktiv zu beteiligen. Viertens soziale Beteiligung und Realbegegnungen, um Medienentwicklungen zu beeinflussen. Eine handlungsorientierte politische Bildungsarbeit in Österreich wird Mediennutzer motivieren müssen, das Web 2.0 auch zu „machen“. Fünftens braucht es die Entwicklung eines ethischen Grundkonsenses für Medieneinsätze.

 

Hand auf’s Herz: Wie kompetent sind wir Österreicher da im Durchschnitt? Sind nicht Schlagwörter wie „Lügenpresse“ und „fake news“ als Kampfbegriffe das beste Beispiel, wie schlecht es um unsere Medienkompetenz steht? Würden nicht obskure Medien mit ihren Verschwörungstheorien sich selbst disqualifizieren, wenn die Nutzer kompetenter wären? Hat nicht die Politische Bildung eine traurige Bilanz, wenn sie dem großteils hilflos gegenübersteht? Sind nicht Politiker sehr spät dran, wenn sie das Problem – Stichwort „Hasspostings“ – heute erst zu entdecken scheinen und gesetzliche Gegenmaßnahmen andenken?

 

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Unser kommender Schwerpunkt: Politische Bildung und Medienbildung

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Im Mai werden wir uns verstärkt dem Thema „Politische Bildung und Medienbildung“ widmen. Unser Newsletter wird Initiativen und Ansätze zu diesem Thema aufzeigen.

 

Und gleich zwei Ankündigungen vorneweg! Wir freuen uns, dass der Politikwissenschaftler Peter Filzmaier seine Einschätzungen in einem Interview darlegen wird. In Kürze erscheint das Interview auf unserem Blog!

AT_2017.inddZudem wollen wir auf die Veranstaltung „Aktionstage Politische Bildung“ vom Zentrum polis hinweisen! In der Zeit von 23. April bis 9. Mai werden in ganz Österreich vielfältige Zugänge zur Politischen Bildung aufgezeigt.