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Das war der media literacy award 2018

 

Mit einem fulminanten Programm wurde der diesjährige media literacy award letzte Woche feierlich im Dschungel Wien eröffnet. Das Moderatoren-Duo Florian Danhel und Heidi Neuburger-Dumancic führte durchs Programm.

 

 

Die Jury war auch heuer hochkarätig. (v.l.n.r.): neben Moderator Florian Danhel die Jurymitglieder: Caroline Elisabeth Roth-Ebner (Prodekanin am Institut für Medien- und Kommunikationswissenschaft an der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt), Hannes Heller (medienpädagogischer Mitarbeiter im wienXtra-medienzentrum), Klaus Himpsl-Gutermann (Leiter des ZLI an der PH Wien und Hochschulprofessor mit Schwerpunkt Lifelong Learning an der Donau-Universität Krems), Wolfgang Renner (Leiter Marketing und Kommunikation der Wiener Zeitung sowie der Wiener Zeitung Akademie).

 

Lena Robinson und Konstantin Mitgutsch von „Playful Solutions“

Lena Robinson und Konstantin Mitgutsch von Playful Solutions machten in ihrem interaktiv angelegten Voting deutlich, dass es auf die meisten Fragen keine einseitigen Antworten gibt. Bei Games – wie bei allen Medien – gilt es abzuwägen und vor allem: selber zu machen!

Über 350 SchülerInnen aus ganz Österreich kamen mit ihren Lehrerinnen und Lehrern zum Festival. Die PreisträgerInnen stellten ihre Projekte an den beiden darauffolgenden Tagen vor großem Publikum vor.

 

Auch musikalisch ging es diesmal wieder zu

 

Insgesamt wurden 22 Preise in den Kategorien MEDIENDIDAKTIK, AUDIO, VIDEO, PRINT und MULTIMEDIA vergeben.

 

Die Gäste am Panel 1: Julia Wippersberg, Christian Swertz, Alicia Bankhofer, Gerhard Brandhofer und Moderatorin Conny Lee

 

Im Rahmen der Fachtagung wurde diskutiert, wie Medienbildung im Schulalltag gelingen kann und worin die Chancen und Herausforderungen der neuen verbindlichen Übung „Digitale Grundbildung“ bestehen. Eingeladen waren Lehrende aus der Bildungs- und Kommunikationswissenschaft sowie Preisträgerinnen und Preisträger des media literacy awards.

 

 

Florian Danhel, Festivalleiterin Renate Holubek, Angelika Fürst und Heidi Neuburger-Dumancic

 

Wir gratulieren allen Preisträgern sehr herzlich zu ihren wohlverdienten Auszeichnungen! Allen Lehrerinnen und Lehrern danken wir dafür, dass sie ihre Teams dabei unterstützt haben, die Projekte durchzuführen und Kreativität und kritisches Denken entstehen zu lassen! Wir freuen uns schon auf nächstes Jahr!

 

(c) Alle Fotos: Lisa Badura

Mehr nachzulesen ist auf unserem INSTAGRAM Kanal #wdmk18 facebook und Twitter!

 

Hier sind alle Preisträger zu finden: https://www.mediamanual.at/best-practice/

 

 

Die PreisträgerInnen des media literacy award 2018 stehen nun fest!

 

 

Nicht mehr lang. Dann öffnen sich die Tore zum media literacy award 2018. Die PreisträgerInnen stehen nun fest. Wir freuen uns schon auf die Vorstellung eurer Projekte und gratulieren schon jetzt allen Teams zu ihren herausragenden Arbeiten.

 

Danke an alle Lehrerinnen und Lehrer für Ihr Engagement!

 

Hier finden Sie die Preisträger-Projekte im Überblick.

 

DIE PREISVERLEIHUNG 2018

 

Termin: 17. bis 19. Oktober
Ort: Theater DSCHUNGEL im MQ Wien

 

Hier gehts’s zum Programm der drei Festival-Tage.

 

 

 

Last Call: Mitmachen beim media literacy award 2019!

 

 
Die Anmeldefrist für den media literacy award [mla] endet am 15. Juli. Nutzen auch Sie die Möglichkeit und schicken Sie uns Ihre Medienprojekte! Wie reicht man sein Projekt ein? Welche Kategorien gibt es?

Hier gibt’s mehr Infos!

 

 

Vom 23. bis 25. Oktober findet die [mla]- Preisverleihung im Wiener MuseumsQuartier statt. Im Rahmen des dreitägigen Medienfestivals werden wieder jede Menge spannende Projekte präsentiert – inklusive Fachtagung für Lehrerinnen und Lehrer!

Hier gibt’s mehr Infos!

 

 

Save the date: Die Woche der Medienkompetenz: Vom 20. bis 28. Oktober findet österreichweit wieder die „WOCHE DER MEDIENKOMPETENZ“ statt. Ziel der Aktionswoche ist es, das Thema Medienbildung in den gesellschaftlichen Mittelpunkt zu rücken. Wie kann man teilnehmen? Was wird angeboten? Wo finden die Veranstaltungen statt?

Hier gibt’s weitere Infos!

 

Das war unser Jahr 2018!

 

Das Jahr neigt sich dem Ende zu – es ist an der Zeit, das Geschehene Revue passieren zu lassen.

 

Es war ein sehr ereignisreiches Jahr, das uns viele spannende Begegnungen und weiterführende Kooperationen bereit gehalten hat. Gerne möchten wir zusammenzufassen, wo wir überall dabei waren, welche Interviews wir geführt haben und welche Eindrücke und Inspirationen wir mitgenommen haben.

 

 

Zu Beginn des Jahres haben wir die wichtigsten Kompetenzen im 21. Jahrhundert zum Thema gemacht. In unserem Artikel gingen wir daher der Frage nach, wie ein Klassenblog Kollaboration und Teamfähigkeit fördern kann – und dadurch Raum für kritisches Denken entstehen kann. Im Interview mit Hajnalka Berényi-Kiss verrät uns die Lehrerin, warum sie in ihrem Englischunterricht, einen Blog eingeführt hat. Inzwischen ist der Blog zum festen Diskussions-, Dialog- und Erzählforum ihres Unterrichts geworden. Mit Ironie und Sprachgefühl erzählen die Schülerinnen und Schüler über erste Erfahrungen aus der beruflichen Praxis und diskutieren über digitale Themen. Hajnalka Berényi-Kiss wurde mit ihrem Team beim [mla] 2017 ausgezeichnet und hat über ihre Erfahrungen im Rahmen der Fachtagung 2017 berichtet.

 

Im Februar haben wir uns dem Schwerpunktthema Film gewidmet. Für Volksschülerinnen und Volksschüler hatte das Österreichische Filmmuseum Anfang des Jahres seine Tore geöffnet und zur Lecture „Auf der Suche nach dem Realen: Dokumentarfilm“ geladen. Im Rahmen der Veranstaltung hatten die jungen Cineastinnen und Cineasten die Möglichkeit gehabt, Ausschnitte von Filmen aus den verschiedensten zeitlichen Epochen anzuschauen. Angeregt diskutierten die jungen Zuschauerinnen und Zuschauer über das Gesehene. Auch eigene Sehgewohnheiten und persönliche Vorlieben wurden zum Thema. Volksschullehrer Richard Cieslar hatte mit seiner Klasse die Lecture besucht und berichtet im Interview, wie seine Klasse die Veranstaltung aufgenommen hat. Alejandro Bachmann, Filmvermittler im Österreichischen Filmmuseum, verdeutlicht im Interview medienpädagogische Ansätze des Österreichischen Filmmuseums und erklärt, warum alte Filme hoch im Kurs sind – auch bei jungem Publikum!

 

Im März drehte sich alles um das Thema Radio Florian Danhel stellt uns das Radiomanual vor. Der praktische Leitfaden ist für Lehrerinnen und Lehrer aller Schultypen und Erfahrungsleveln gedacht. Florian hat das Radiomanual verfasst und erklärt im Interview, worin das Potenzial von Radio liegt. Im Leitfaden findet man auch heraus, welcher „Radiotyp“ man ist. Lehrreiche und witzige Aufbereitung!

 

Das Jahr schreitet voran – der media literacy award nähert sich seinem Anmeldeschluss. Renate Holubek und Angelika Fürst haben den [mla] des Vorjahres und 2007 unter die Lupe genommen und eine Auswertung gemacht. Im Interview fasst Angelika die wichtigsten Daten und Fakten des Festivals zusammen und erklärt, worin die größten Entwicklungen bestehen.

 

Unter dem Motto „Volksschulschülerinnen und Schüler erobern die Leinwand“ hatte Elisabeth Köbke, Volksschullehrerin an der Rötzergasse Wien, mit ihrem Team beim [mla] des vergangenen Jahres einen Preis gewonnen. Ihre Schülerinnen und Schüler hatten einen Legetrickfilm erstellt und die Herzen der Jury im Nu erobert. Im Interview berichtet Elisabeth Köbke über gelungene Teamarbeit und das medienpädagogische Potenzial von Stop-Motion-Filmen.

 

Im Juni widmeten wir uns der Kulturellen Bildung. Im Interview geben uns die Bereichsleiterinnen Sirikit Amann und Ulrike Gießner-Bogner von KulturKontakt Austria Einblick, wie gesellschaftliche Partizipation anhand von Kultureller Bildung gelingen kann und wie gemeinsame Handlungs- und Verhandlungsräume geschaffen werden können. KulturKontakt Austria bietet viele praktische und theoretische Ansätze und unterstützt Lehrerinnen und Lehrern bei der Umsetzung von Projektarbeit.

 

Auch Games sind immer wieder ein Thema bei uns. Im Rahmen des Projekts „We make Games“ wurde heuer erstmalig ein landesweites Spielentwicklungsprojekt initiiert. Die Zielgruppe: Schulklassen der Sekundarstufe II. Insgesamt wurden 78 Spielkonzepte zu Beginn des Semesters eingereicht. Acht Projekte schafften es in die Endrunde und wurden im Rahmen der „Game Jam“ auserkoren, um mittels professioneller Spieleentwicklerinnen und Entwickler realisiert zu werden. Wir wollten das Projekt von verschiedenen Seiten beleuchten und sprachen mit einem Team, das in die finale Runde gekommen war, mit Christoph Kaindel, der Juror und medienpädagogischer Begleiter des Gesamtprojekts war und Lena Robinson, die bei Playful Solution arbeitet und „We make Games“ mit initiiert hatte.

 

Im Dschungel Wien war kein Platz mehr frei als es dann im Oktober endlich hieß „Startschuss für drei Tage Festival“! Im Rahmen des media literacy award kamen über 500 Schülerinnen und Schüler aus ganz Österreich zusammen, um ihre Projekte auf großer Leinwand vorzustellen und ihre Preise entgegenzunehmen. Die Aufregung war groß! Insgesamt wurden 21 Teams für ihre herausragenden Medienprojekte ausgezeichnet. Das Rahmenprogramm bot Raum für jede Menge Filmscreenings, gutes Essen und ausgiebiges Netzwerken und Beisammensein.

 

Im Rahmen der diesjährigen Fachtagung erörterten Bildungsexpertinnen und Bildungsexperten zusammen mit Lehrerinnen und Lehrern, worin die Chancen und Herausforderungen der neu eingeführten Übung „Digitale Grundbildung“ bestehen. Während Expertinnen und Experten aus dem Bildungskontext theoretische Aspekte erörterten, stellten Kolleginnen und Kollegen aus der Schulpraxis Best Practice Beispiele vor und gaben Einblicke in didaktische Methoden ihrer Arbeit.

 

Auch in diesem Jahr gab es wieder die Woche der Medienkompetenz. Über 120 Veranstaltungen landesweit machten das breitgefächerte Angebot zu diesem Thema deutlich. Wir sprachen mit dem Koordinator Christoph Kaindel über die Hintergründe und Ziele dieser Veranstaltung. Wir freuen uns schon auf eine Fortsetzung im nächsten Jahr!

 

Wir bedanken uns bei allen Interviewpartnerinnen und Partnern für die interessanten Einblicke in ihre Arbeit! 

 

Was hat sich bei uns sonst noch getan?

 

Auch in diesem Jahr haben wir weiter an unseren Materialien gearbeitet. 

 

Jeden Monat geben wir zu einem Schwerpunktthema den NEWSLETTER heraus und freuen uns über die vielen Kooperationen, die sich auch in diesem Jahr wieder ergeben haben.

Unsere Medienfit Challenge zeigt auf, wie man anhand von sechs medienpädagogischen Aufgaben das eigene Smartphone als Werkzeug sinnvoll nutzen kann.

Die Prototypischen Aufgaben für den Sekundarbereich I und II laden dazu ein, mit gezielten Beispielen die Medienkompetenz von Schülerinnen und Schülern aufzubauen und zu vertiefen. Die Aufgaben können auszugsweise downgeloaded oder als Heft zugeschickt und erprobt werden.

Ich und Medien – Medienbildung in der Primarstufe laden gezielt junge Schülerinnen und Schüler dazu ein, mit einfachen, aber gezielten Aufgaben ihre Medienkompetenz zu fördern und über das eigene Medienverhalten zu reflektieren.

 

Und was erwartet uns im nächsten Jahr? So viel können wir schon verraten: Unsere Themen werden wieder bunt und vielfältig. Es wird unter anderem um Digitale Bildung gehen, um Populismus, Medienkritik und Medienanalyse, um Frauen und Medien, Game Based Learning – und natürlich um den media literacy award 2019!

 

Wir freuen uns schon aufs nächste Jahr und wünschen allen eine schöne Adventszeit und alles Gute für das kommende Jahr!

Der media literacy award [mla] – Ein Gespräch über Zahlen und Fakten

 

Der [mla] besteht nun schon seit 18 Jahren. Einmal jährlich werden herausragende Medienprojekte österreichischer und europäischer Schulen ausgezeichnet. Angelika Fürst hat eine Auswertung des Wettbewerbs von 2017 vorgenommen. Mithilfe des Projektbegleitbogens, der den eingereichten Projekten beigelegt werden soll, hat sie interessante Erkenntnisse gewonnen.

 

Angelika Fuerst und Renate Holubek im Buero

Angelika Fürst und Renate Holubek

 

„Die spannendsten Projekte entstehen meist, wenn die Inhalte aus der Alltagswelt der Kinder und Jugendlichen kommen. Dann entsteht die Möglichkeit mit Hilfe von Medien ihre eigenen Anliegen zu artikulieren.“

 

 

Lisa Badura: Angelika, du hast den media literacy award [mla] 2017 unter die Lupe genommen. Kannst du einen Überblick über die wichtigsten Eckdaten geben?

 

Angelika Fürst: Insgesamt wurden letztes Schuljahr mehr als 500 Medienprojekte beim media literacy award eingereicht. Sehr viele Menschen haben sich beteiligt, rund 375 Personen pro Tag – SchülerInnen, LehrerInnen, DirektorInnen sowie Fachtagungs-TeilnehmerInnen – sind im Herbst zum Festival nach Wien gekommen. Diese Resonanz ist sehr erfreulich.

 

Anschließend hast du die Ergebnisse 2017 mit jenen von vor zehn Jahren verglichen. Die Festivalleiterin des [mla] Renate Holubek hat diese 2007 im Rahmen ihrer Masterthesis erhoben. Ein interessanter Vergleich, welche Erkenntnisse konntest du daraus ableiten?

 

Es war wirklich spannend, sich die Veränderungen anzusehen, vor allem, weil sich im letzten Jahrzehnt auch technologisch unglaublich viel verändert hat. Die daraus resultierenden Abweichungen herauszulesen, sorgte für ein paar überraschende Erkenntnisse.

Dabei hat sich die Kategorieverteilung beispielsweise gar nicht verändert. Genau wie 2007 werden die meisten Projekte in der Kategorie „Video“ eingereicht. Wie vor zehn Jahren machen diese auch heuer rund 70% der Einreichungen aus. „Audio“ war die zweit häufigste Kategorie, knapp gefolgt vom Multimedia-Bereich. Den geringsten Anteil machen, damals wie heute, Print-Projekte aus.

 

Neben deutlich mehr Einreichungen wird der Großteil der Projekte mittlerweile im Unterricht gemacht. Gleich zwei erfreuliche Tendenzen! Welche weiteren Aspekte haben dich bei der Auswertung positiv gestimmt?

 

Richtig, 2007 wurden 238 Projekte beim [mla] eingereicht, zehn Jahre später waren es bereits knapp über 500. Besonders positiv stimmt uns, dass die Unterrichtseinheiten, in denen Medienprojekte realisiert werden, zugenommen hat: Von durchschnittlich 12 bis 15 Stunden auf nun rund 23 Unterrichtsstunden. 2007 wurden noch viele Projekte in der Freizeit realisiert, mittlerweile wird der Großteil der eingereichten Projekte im Unterricht erarbeitet. Eine Entwicklung, die sich hoffentlich fortsetzt.

 

Interessant ist weiters, dass viele Einreichungen im fächerübergreifenden Unterricht entstehen. Die Gegenstände, in denen sehr viele Projekte umgesetzt wurden sind neben jenen, die einen Medienbezug aufweisen, Deutsch, Bildnerischer Erziehung und Englisch.

 

Gibt es Ergebnisse, die dich überrascht haben?

 

Dass etwa im Deutschunterricht so viele Medienprojekte entstehen, ist wirklich erstaunlich und haben wir so nicht erwartet. Auffallend ist auch, dass heute wesentlich mehr weibliche Lehrpersonen Medienprojekte realisieren.

Zudem finde ich spannend, dass gegenüber 2007 die Anzahl der berufsbildenden Schulen stark zugenommen hat. Das ist eine überaus positive Entwicklung. 2007 waren es nur ein Dutzend Schulen, die am [mla] teilgenommen haben, 2017 bereits knapp über 100.

 

Der media literacy award ist ein europäisch ausgeschriebener Medienwettbewerb. Deswegen sind wir besonders stolz, letztes Jahr aus zwölf verschiedenen Ländern insgesamt 85 Projekte bekommen zu haben. Die meisten davon erreichten uns aus Spanien. Dass sich in den letzten zehn Jahres dieses Netzwerk in Europa von fünf auf zwölf Länder ausgeweitet hat, das bestätigt unseren europäischen Ansatz.

 

Bestimmt habt ihr schon Schlüsse und Gedanken zur Auswertung bzw. zum Vergleich von 2007 zu 2017 gezogen. Gibt es Bereiche, auf die ihr euch in Zukunft verstärkt fokussieren wollt? Gibt es bestimmte Tendenzen, die ihr fördern möchtet?

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Wie Digitale Grundbildung den Unterricht bereichern kann – Interview mit Klaus Himpsl-Gutermann (PH Wien)

 

Prof. Klaus Himpsl-Gutermann

 

Lisa Badura: Digitale Grundbildung ist in aller Munde. Du bist in der Lehrerfortbildung tätig, befasst dich u.a. mit Life-Long Learning, eLearning und didaktischen Konzepten.

Was hat sich auf Seiten der Lehrerfortbildung seit der Einführung der Digitalen Grundbildung verändert? Worauf legt ihr verstärkt Fokus?

 

Klaus Himpsl-Gutermann: In der Fortbildung haben sich einerseits die Formate, andererseits auch die Inhalte verändert. Unsere Angebote sind vielfältig. Im sehr beliebten (einmaligen) Nachmittags-Workshop können die Lehrkräfte aus einem breiten Themenspektrum (etwa 50 pro Semester) wählen. Hier gilt: Das Ausprobieren von Hands-on und vielen praktischen Beispielen, um ein Gefühl für die unmittelbare Anwendung im Unterricht zu bekommen. Wir bieten auch Lehrgänge im Blended-Learning-Format (2 bis 4 Semester) und ein Programm zur „Schulentwicklungsbegleitung“ an. Dies ist eine Mischung aus Fortbildung, Entwicklungsprojekt und Schulentwicklungsberatung. Auch inhaltlich hat sich das Spektrum wesentlich erweitert. Nach wie vor wichtig ist der Bereich der Mediendidaktik: Wie nutze ich (digitale) Medien professionell, gewinnbringend und didaktisch versiert für die Unterrichtsvorbereitung und -gestaltung? Immer wichtiger geworden sind gesellschaftlich brennende Fragen rund um die Digitalisierung in Alltag und im Beruf. Hier ermutigen wir dazu, eine kritisch-reflektierte Haltung zu Themen zu entwickeln. Stichwort: Der richtige Umgang mit Social Media, künstlicher Intelligenz und fortschreitender Automatisierung.

 

 

Kernkompetenzen des 21. Jahrhunderts heißen u.a. Problemlösungskompetenz und Kreativität.

Gibt es einfache, aber gute didaktische Methoden für den Unterricht, die du deinen Studentinnen und Studenten immer wieder gerne weiterempfiehlst?

 

Hier müssen wir ehrlicherweise zugeben, dass in der Vergangenheit auch Fehler gemacht worden sind. Beispielsweise dass der Informatikunterricht zu anwendungsorientiert und lediglich auf die Office-Programme (Stichwort ECDL) ausgerichtet war. Die Programme sind nach wie vor nicht bedeutungslos, aber entscheidender ist doch, das grundlegende informatische Denken zu fördern und nicht aufzuhören, hinter die Funktionsweisen der Technologien zu schauen. In den Computational-Thinking-Ansätzen wird das gekoppelt mit einer speziellen Didaktik: Schülerinnen und Schüler gehen von einer realen Problemstellung aus und je nach Altersstufe entwickeln sie die Lösungsansätze. Als wichtig erachten wir, dass neben bewährten Problemlösestrategien eben auch eigene, kreative Ansätze ausprobiert werden. Ganz entscheidend ist hierbei das aktive Tun der Lernenden in vielen Phasen des Unterrichts. So praktizieren wir das auch in den Konzepten der Lernräume „Future Learning Lab“ und „Education Innovation Studio“. Mit ganz simplen „didaktischen Tricks“ geht das eher nicht. Es gehört immer ein Verständnis für das Gesamtkonzept dazu. Eine grundlegende Botschaft lautet: Weniger Vermittlung und bloßes Nachahmen vorgegebener Rezepte! Mehr Eigenaktivität der Lernenden zulassen! Dieser Prozess muss gut vorbereitet und betreut werden (wie beispielsweise bei den Flipped-Classroom-Ansätzen). Genau hier können Digitale Medien wie Videos, interaktive Übungen oder AR/VR-Anwendungen in vielen Phasen sehr gut unterstützend eingesetzt werden.

 

 

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Last Call: Der [mla] geht in die letzte Runde


Last Call: der media literacy award 2018 geht in die letzte Einreich-Phase! Die Anmeldefrist für den [mla] endet am 15. Juli. Nutzen Sie die Möglichkeit und reichen Sie uns Ihre Medienprojekte ein! Die Preisverleihung findet  vom 17. bis 19. Oktober im Theater DSCHUNGEL im MQ Wien statt. Mehr Infos hier.

 

Save the date: WOCHE DER MEDIENKOMPETENZ

Vom 14. bis 22. Oktober 2018  findet österreichweit wieder die „WOCHE DER MEDIENKOMPETENZ“ statt. Ziel der Aktionswoche ist es, das Thema Medienbildung in den gesellschaftlichen Mittelpunkt zu rücken. Machen Sie mit! Weitere Informationen zur Teilnahme finden Sie hier.

 

In vielen Bundesländern haben die Ferien schon begonnen. Wer noch auf der Suche nach einer Leseempfehlung ist, dem sei unser aktueller Newsletter ans Herz gelegt. Darin haben wir interessante Bücher und Links rund um Medien und Bildung gesammelt.

Wir wünschen allen LehrerInnen und SchülerInnen erholsame und schöne Ferien!

 

Hier geht’s zum Newsletter!

 

Fachtagung „Wie kann Medienbildung im Schulalltag gelingen?“

 

Digitale Grundbildung im Schulalltag verankern – aber wie? Die diesjährige Fachtagung erörterte theoretische und praktische Aspekte der neuen verbindlichen Übung und zeigte Best Practice Beispiele auf.

 

Auch in diesem Jahr wollten wir in unserer Fachtagung der Frage auf den Grund gehen, wie Medienbildung im Schulalltag gelingen kann. Mit Beginn des Schuljahres 2018/19 wurde im Lehrplan die verbindliche Übung „Digitale Grundbildung“ für alle Schulen der Sekundarstufe I (NMS und AHS) flächendeckend eingeführt.

 

Wir haben diese Neuerung zum Anlass genommen, uns in der diesjährigen Fachtagung der Erörterung von Chancen, Herausforderungen und Perspektiven der „Digitalen Grundbildung“ zu widmen. In zwei Panels wollten wir mit unseren Gästen die theoretischen und praktischen Aspekte von Medienbildung und Digitaler Grundbildung thematisieren sowie Strategien für Beispiele gelungener Medienkompetenz diskutieren.

 

v.l.n.r.: Julia Wippersberg, Christian Swertz, Alicia Bankhofer, Gerhard Brandhofer, Conny Lee (Foto: Hans Hochstöger)

 

Die zentralen Fragen

 

Die zentralen Fragen der Tagung lauteten wie folgt: Was kann und soll Bildung leisten? Wie muss Unterricht im „Internetzeitalter“ – wo man Wissen „googeln“ kann – aussehen? Für welche zukünftige Gesellschaft müssen wir unsere Kinder vorbereiten, damit ihr Leben gelingt?

Eingeladen waren Lehrende aus der Bildungs- und Kommunikationswissenschaft sowie Preisträgerinnen und Preisträger des media literacy awards [mla]. Die anwesenden Experten aus der Wissenschaft hatten teils selbst am Lehrplan für Digitaler Grundbildung mitgearbeitet, verfügen über Erfahrungen aus der medienpädagogischen LehrerInnenfort- und Weiterbildung oder arbeiten als IKT- bzw. Informatik-KoordinatorInnen. Durch das Programm und die Diskussionen der Tagung führte Conny Lee (fm4).

 

Keynote: Christian Swertz (Foto: Hans Hochstöger)

 

Keynote Christian Swertz

 

Man kann Schülerinnen und Schüler nicht auf die eine Zukunft vorbereiten. Wir müssen Zukunft offen denken, da man Entwicklungen nicht voraussehen kann. Wir können Kinder nur dazu verhelfen, ihre Verhältnisse zur Welt selbst zu gestalten.

 

Universitätsprofessor Dr. Christian Swertz hob in seiner einleitenden Keynote hervor, dass der Lehrplan zur Digitalen Grundbildung als verbindliche Übung international einzigartig sei. Fachlich fundierte Inhalte aus der Fachdidaktik Informatik werden mit bildungstheoretisch fundierten Inhalten aus der Medienkompetenzvermittlung verbunden.

 

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Wie sagen Danke an alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer!

 

Geschafft! Wir blicken auf fantastische Festivaltage und eine umfangreiche Woche der Medienkompetenz zurück!

Glückwunsch an alle Klassenteams! Ihr habt das Programm während der Festivaltage super gestaltet und großen Mut bewiesen, vor großem Publikum eure Projekte zu präsentieren. Danke an alle Projektleiterinnen und Projektleiter für eure Bereitschaft, spannende Medienprojekte im Unterricht zu realisieren.

 

Demnächst folgen an dieser Stelle Berichte, Interviews und weitere Infos zur Woche der Medienkompetenz und zur Fachtagung.

 

Das Team des media literacy award: Christoph Kaindel, Florian Danhel, Dietmar Schipek, Angelika Fürst, Renate Holubek und Lisa Badura

 

 

Wie junge VolksschülerInnen die Leinwand erobern – Interview mit Elisabeth Köbke (VS Rötzergasse, Wien)

 

Elisabeth Köbke

 

 

 

 

„Beim Projekt wurde eine Vielzahl an Kompetenzen abgedeckt. Fragestellungen waren unter anderem: Wie kann ich meine Meinung äußern und begründen? Wie kann ich in Konflikten nach Lösungen suchen? Wie kann ich in Gesprächen respektvoll und angemessen sprachlich handeln?“

 

 

 

 

 

 

 

Klein hatte alles begonnen. Und dann kamen sie ganz groß heraus. Beim media literacy award 2017 wurden die Schülerinnen und Schüler von Elisabeth Köbke (Volksschule Rötzergasse, Wien) für ihr Projekt „Die Geisterjagd“ in der Kategorie „Video“ ausgezeichnet.  

 

Lisa Badura: Ihre SchülerInnen hatten voriges Jahr einen Legetrickfilm erstellt, in dem alle Aspekte eines gelungenen Films enthalten sind: Eine spannende Geschichte, gute Dialoge und eine technisch schöne Ausarbeitung. Beim Anschauen des Films bekommt man den Eindruck, dass Ihre SchülerInnen viel Spaß hatten. Die Stimmen der Dialoge zeugen von Enthusiasmus und Gefühlen der Involviertheit.

Vielleicht könnten Sie kurz umreißen, wie das Projekt entstanden ist, warum es eine fächerübergreifende Kooperation war und wie lang die SchülerInnen am Projekt gearbeitet haben.

 

Elisabeth Köbke: Die im Projekt „Die Geisterjagd“ verwendete Stop-Motion-Technik hat mich schon seit längerem fasziniert, nicht nur im schulischen Kontext. Als eine Kollegin an meiner Schule dann damit begonnen hat, mit einer SchülerInnengruppe einen Film in dieser Technik zu erstellen, war ich sofort inspiriert, dies auch in meinem Unterricht durchzuführen. Am Anfang stand natürlich das eigene Einarbeiten in die Thematik und die Technik, dann entwickelte ich ein erstes Konzept für die konkrete Umsetzung. Dabei stand nicht nur die Deutschförderung im Vordergrund, auch Kompetenzen in Medienbildung und Bildnerischer Erziehung kamen zum Tragen.

Im Oktober 2016 stellte ich das Projektvorhaben schließlich meiner Arbeitsgruppe, bestehend aus sieben SchülerInnen von acht bis zehn Jahren, vor, die sich von meiner eigenen Motivation für die Sache sofort überzeugen ließen. Insgesamt arbeiteten wir etwa neun Monate intensiv an „Die Geisterjagd“, von der Einführung, der Skizzierung erster Handlungsideen, bis hin zur Premiere.

 

Szene aus „Die Geisterjagd“

 

Es liegt nahe, dass junge SchülerInnen noch nicht so viel Erfahrung mit der Realisierung eigener Medienprojekte haben. Wie viel Freiraum haben Sie Ihren SchülerInnen eingeräumt? Welche Vorgaben gab es?

 

Es war mir wichtig, den SchülerInnen viel Freiheit bei der Umsetzung des Projektes zu geben, um die kreativen Prozesse so wenig wie möglich einzuschränken. Zu meinen Vorgaben gehörte die Stop-Motion-Technik, die ich im Vorfeld präsentierte und für die SchülerInnen der Altersgruppe auch gut umsetzbar ist. Eine Limitierung stellte zudem das Material dar: Da es nur eine Kamera und einen Laptop gab, war klar, dass es ein gemeinsamer Film werden musste.

Ich muss zugeben, dass es für mich zu Beginn schwer war, mich aus den Prozessen herauszunehmen und die Entscheidungen und den Ablauf zum größten Teil in die Hände der SchülerInnen zu legen. In kurzer Zeit konnten sie so aber vollkommen selbstständig sämtliches Equipment auf- und abbauen, die Technik bedienen, die Geschichte nach ihren Vorstellungen entwickeln und umsetzen.

 

„Es war nun nicht einfach ein Projekt, es war IHR Projekt.“

 

Die Debatten über Kinder und Medienkonsum sind momentan besonders hitzig und emotional. Übermäßiger Handykonsum ist oft schon bei jungen SchülerInnen ein Thema. Ihre Klasse hat bewiesen, wie man kreativ und ergebnisorientiert mit Medien arbeiten kann.

Wie haben Ihre SchülerInnen den Prozess der Realisierung (Themenfindung, Teammanagment, Austausch kreativer Ideen, technische Ausarbeitung) erlebt? Mit welchen Herausforderungen waren Ihre SchülerInnen bei diesem Medienprojekt – vielleicht das erste Mal – konfrontiert? Was hat gut geklappt?

 

Der Prozess war, vor allem zu Beginn, sehr konfliktreich. Die SchülerInnen haben viele Fragen zur Handlung diskutiert: Worum handelt unsere Geschichte? Wer sind die ProtagonistInnen? Wo findet die Geschichte statt?

Aber auch auf einer Metaebene mussten Aspekte der Zusammenarbeit besprochen werden: Wie werden Entscheidungen in unserer Gruppe getroffen? Wer hat Mitspracherecht? Welche Inhalte sind legitim?

Teilweise wurde von den SchülerInnen auch ein Abbruch des Projekts thematisiert. Doch dazu kam es glücklicherweise nicht, obwohl ich ihnen die Option in diesem Fall offen gelassen hätte.

 

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