Das war „die Woche der Medienkompetenz“ – Interview mit Koordinator Christoph Kaindel

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Christoph Kaindel

Christoph Kaindel

 

„Medienbildung ist auch politische Bildung. Mir ist wichtig, dass wir weiterhin die Rolle der Medien und der eigenen Medienproduktion im Sinne der gesellschaftlichen Teilhabe, des ‚Empowerment‘, der kreativen Verwirklichung eigener Ideen betonen.“

 

 

 

Lisa Badura: Heuer fand zum ersten Mal die Woche der Medienkompetenz statt. Über 60 Akteurinnen und Akteure nahmen bundesweit teil. Ein Erfolg für die Veranstaltung. Was hat dich persönlich am meisten erfreut? Was hat dich am meisten überrascht?
Erfreut und zugleich überrascht hat mich, dass tatsächlich so viele Veranstaltungen und Aktivitäten zusammengekommen sind. Wir haben ja im ersten Jahr mit 40 oder 50 gerechnet, das war schon optimistisch, und jetzt sind es beinahe 70 geworden. Das freut mich wirklich sehr.

 

Das große Interesse am Thema kann man auch an der großen Anzahl der Teilnehmerinnen und Teilnehmer sehen. Wenn alle Pläne aufgehen, wird die Woche der Medienkompetenz auch nächstes Jahr stattfinden. Was wünscht du dir für nächstes Jahr?

Ich wünsche mir, dass im nächsten Jahr Aktivitäten aus allen Bundesländern vertreten sind. Dieses Jahr war – noch – der Schwerpunkt in Wien, sehr viel gab es auch in Tirol, wo ich mich ganz herzlich für den Einsatz von Petra Missomelius und ihren KollegInnen an der Universität Innsbruck bedanke. Aus anderen Bundesländern kamen einige Meldungen von schönen Veranstaltungen, aber ich weiß, dass es da viel mehr gibt, das wir gerne hinter dem Vorhang hervor holen würden. Darum werden wir uns bemühen.

 

Das Programm zeichnete sich u.a. durch thematische Vielfalt aus. Ob Gaming, Fake News oder „klassische Medien“ – die Veranstaltungen waren breitgefächert und richteten sich an verschiedenste Zielgruppen. Welche Aspekte/Fragen/Themen gehören deiner Meinung nach noch stärker in den Vordergrund? Welche Institutionen sollten nächstes Jahr im besonderen Maße adressiert werden?

Ich bin froh, dass diese thematische Vielfalt da war, es waren wirklich alle Bereiche abgedeckt – von Zeitung über Radio, Fernsehen, soziale Medien, Spiele, Coding bis hin zur wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit Medieninhalten. So sollte es sein. Die Aktionswoche stand heuer unter dem Motto „Medien und Gesellschaft“, und diesen Zusammenhang werden wir auch in Zukunft mitdenken. Medienbildung ist auch politische Bildung. Mir ist wichtig, dass wir weiterhin die Rolle der Medien und der eigenen Medienproduktion im Sinne der gesellschaftlichen Teilhabe, des „Empowerment“, der kreativen Verwirklichung eigener Ideen betonen. Ganz im Sinne der Grundideen des media literacy award, der ja auch das Herzstück der Woche der Medienkompetenz bildet. Im nächsten Jahr sollen Kunst- und Kulturschaffende stärker angesprochen werden, dazu haben wir heuer mit der Zusammenarbeit mit KulturKontakt Austria den Grundstein gelegt.

 

Ein Ziel war es Schulen, (medienpädagogische) Institutionen und Medien zusammenzubringen. Ist dieses Vorhaben aufgegangen? Wo lagen für dich als Koordinator die Herausforderungen?

In diesem Jahr haben sich vorwiegend medienpädagogische Anbieter gemeldet, und soweit ich höre, wurden diese Angebote von Schulen auch gerne angenommen. Es wurden zahlreiche Tagungen und größere Veranstaltungen eingetragen, da haben wir mit dem Timing einfach Glück gehabt. Die Eröffnung des Future Learning Labs an der Pädagogischen Hochschule Wien ist etwa genau in die Aktionswoche gefallen, das war sehr erfreulich.
Schulprojekte wurden noch wenige eingetragen, das sollen wesentlich mehr werden. Unsere Vorstellung war, dass Schulen sich voneinander Anregungen holen, Ideen, welche Aktivitäten in der eigenen Schule auch umsetzbar wären. Wie das genau ablaufen soll, müssen wir noch konkret ausarbeiten, und Schulen dann gezielt kontaktieren.
Die Medien selbst wollen wir im nächsten Jahr auch verstärkt einbinden. Einige Zeitungen und freie Radiosender waren dabei, auch der ORF hat einige Veranstaltungen angemeldet. Da soll die Zusammenarbeit intensiver werden. Die Medien selbst sind ja eine ganz wichtige Säule der Medienbildung.

 

Du selbst warst bei vielen Veranstaltungen live dabei. Was waren deine persönlichen Highlights? Was darf auch nächstes Jahr nicht fehlen?
Mein Lieblingsthema sind digitale Spiele und spielerisches Lernen, darin liegt ganz großes Potenzial, das noch lange nicht ausgeschöpft ist. Daher waren meine Highlights die Veranstaltungen, die dem Game Based Learning und der Spieleforschung gewidmet waren: die F.R.O.G. (Future and Reality of Gaming) Konferenz, eine Veranstaltung zu Play & Learn von SUBOTRON, und die diversen neuen Learning Labs an der PH, wo es auch sehr spielerisch zugeht. Ein „playful mindset“ soll man bewahren oder entwickeln, habe ich mir sagen lassen. Neugierig bleiben, Dinge hinterfragen, sich für die Meinungen und Erfahrungen anderer interessieren, ausprobieren und spielerisch kreativ sein – ein Zugang zum Lernen (und zum Leben), den ich sehr mag. Ich werde mich also bemühen, dass im nächsten Jahr wieder viele Veranstaltungen und Aktivitäten dabei sind, wo das „playful mindset“ gefördert wird.

 

Vielen Dank für das Interview!

 

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Woche der Medienkompetenz

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