Traumfänger – Texte und Bilder gegen Gewalt

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Dass sich der Besuch einer kaufmännischen Berufsschule mit sozialem Engagement und der Umsetzung eines medienpädagogischen Projekts gut vereinbaren lassen, bewies das Team der „Traumfänger“!


Obwohl Jutta Majcen und Karin Cerny an einer Berufsschule für Bürokaufleute unterrichten, wollten sie ihren SchülerInnen die Gelegenheit bieten, ein Medienprojekt umzusetzen und sozial aktiv zu werden. Mit einfachsten Mitteln zauberte das Klassenteam Requisiten aus ihrer unmittelbaren Umgebung, arbeitete an Drehbüchern und verfasste Poetry Slam-Texte. Zuvor hatte die Gruppe eine Notschlafstelle für Jugendliche der Caritas besucht und sich mit unterschiedlichen Aspekten von Gewalt befasst.

 

In Kooperation mit Mieze Medusa und Trick my Film entstanden Filmclips, die unter die Haut gehen. Das Projekt „Die Traumfänger“ wurde mehrfach ausgezeichnet. Zu Recht, denn es beweist, wie sich Medienkompetenz, soziales Engagement und Sprachempfinden raffiniert verbinden lassen. Jutta Majcen und Karin Cerny waren mit gutem Beispiel vorangegangen. Anhand ihrer eigenen Kreativität und ihrem eigenen Teamgeist konnten sie ihren Schülerinnen und Schülern authentisch nahelegen, wie wichtig diese Fähigkeiten für erfolgreiche Projektumsetzungen sind.

 

Wir wollten wissen, was Jutta Majcen und Karin Cerny bei der Realisierung wichtig war und wie die Schülerinnen und Schüler die Arbeit empfanden. Da viele SchülerInnen des ursprünglichen Teams von der Schule mittlerweile abgegangen sind, trafen wir nur einen Teil der Projektgruppe.

 

 

Hier geht’s weiter zu den FACTS!

FACTS

 

Teilnehmerzahl: 20 SchülerInnen aus drei verschiedenen Klassen

Alter der SchülerInnen: 16-19 Jahre

Projektzeitraum: September 2012 – März 2013

Projektdauer: ca. 14 Wochen

Kosten/Sponsoren: youngCaritas, Kulturkontakt Austria / ca. 2.500 Euro

Verwendete Software: Filmschnitt mit i-Movie

Projektpartner: Mieze Medusa (Poetry Slam) und Trick my Film (Animationen)

Preise: media literacy award, Fairnessaward BMUKK (Weiße Feder), ICE Medienpreis (Bildungsserver Wien), 1. Platz Manz Pädagogikpreis, 1. Platz beim Projektwettbewerb des Kultur- und Sportvereins der Wiener Berufsschulen, Hauptpreis beim Jugendwettbewerb „Future Spirit“

 

 

PROJEKTVERLAUF und MOTIVATION

(zusammengestellt von Jutta Majcen und Karin Cerny)

 

In Österreich leben viele Kinder und Jugendliche, die in Geborgenheit und Sicherheit aufwachsen. Das Projekt „Traumfänger“ soll auf jene aufmerksam machen, die nicht so viel Glück haben, die täglich mit Gewalt – in allen ihren Facetten – konfrontiert sind.

 

Die Jugendlichen besuchten eine Notschlafstelle der Caritas und beschäftigten sich mit unterschiedlichen Aspekten von Gewalt. Im Mittelpunkt der Projektarbeit standen kreative Prozesse und das schöpferische Gestalten mit Worten und Bildern. Dieser wesentliche Aspekt wurde durch die Wahl künstlerisch-kreativer Methoden wie Poetry Slam, Gestaltung eines Folders mit Texten und Bildern, Video, Plakatentwurf etc. gewährleistet.

 


Zielsetzung


Ein wesentliches Ziel des Projekts war, durch entsprechende Maßnahmen in der Medienbildung und Medienpädagogik bei den Schülerinnen und Schülern Kreativität und die Freude an der eigenen Schöpfung anzuregen. Durch die eigenen Produktionsprozesse werden wertvolle Erfahrungen hinsichtlich Gestaltung und Wirkung der Medien – hier Text, Film und Printmedien – gewonnen. Zudem sollten auch einschlägige Kenntnisse zur Steuerung der Medienproduktion, über die Eigenschaften diverser Medientechnologien, deren Handhabung bis hin zu einfachen redaktionellen Zusammenstellungen von Tonbändern, Filmen und Texten erworben werden.

 

Soziales Engagement

 

Eine zentrale Zielsetzung des Projekts war es, durch soziales Engagement etwas zum Positiven zu verändern und tatsächlich aktiv zu werden. Dies wurde durch die Kooperation mit der youngCaritas bewerkstelligt: Konkret wurde im Rahmen des Projekts eine Kleidersammlung für „A_Way“, die Notschlafstelle für Jugendliche, durchgeführt.

 

Zielgruppe und Nachhaltigkeit

 

Die Nachhaltigkeit des Projekts ist durch den entstandenen Film sowie die dazugehörigen Folder gegeben. Diese Unterlagen (auch als Unterrichtsmaterial verwendbar) wurden an alle Wiener Berufsschulen und Vereine, die sich mit dem Thema befassen, geschickt. So wird das Ergebnis des Projekts einer breiten Zielgruppe zur Verfügung gestellt, damit auch andere Jugendliche von den Erfahrungen profitieren.

 

Warum wir mit Leidenschaft Medienprojekte mit unseren SchülerInnen realisieren ?


Medien, alles was online passiert, jede Art von bewegten Bildern, Texten, Musik — all das ist die Welt unserer SchülerInnen. Durch unsere Medienprojekte fühlen sich die Jugendlichen direkt angesprochen, sie können, sozusagen auf vertrautem Terrain ihre – oft unbewusste – Kreativität ausleben oder auch erst entdecken. Gleichzeitig lernen sie einen besseren und vielfältigeren Umgang mit den Medien, erweitern ihren Erfahrungshorizont und freuen sich an den bleibenden Ergebnissen auf die sie nicht nur wahnsinnig stolz sind, sondern die ein Teil ihrer eigenen Lebenswelt werden.

 

Welche Tipps wir für KollegInnen haben?


Im Team arbeiten
Nerven bewahren
Vertrauen in die Kids haben
Dran bleiben, auch wenn’s schwierig oder nervenaufreibend wird
sich selbst nicht zu wichtig nehmen
akzeptieren, dass man auch scheitern kann – aber es immer wieder einen neuen Anfang gibt.
Humor, Humor, Humor

 

Hier geht’s zum vollständigen Film „Die Traumfänger“.

 

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