Das Printprojekt „über I morgen“

 

Was denken eigentlich Jugendliche über die Zukunft? In welche Richtung kreisen ihre Gedanken und wie hoffnungsvoll sind sie? Wir trafen ein Projektteam, das ein eigenes Buch zu diesem Thema herausgegeben hat. Das Besondere daran? Die jungen Projektteilnehmerinnen hatten nicht nur ihr schriftstellerisches, sondern auch ihr unternehmerisches Können unter Beweis gestellt.

 

Christian Schartner und Simon Mörwald sind ein eingespieltes Duo. Seit mehreren Jahren realisieren sie an der Höheren Bundeslehranstalt für wirtschaftliche Berufe (HBLW) Landwiedstraße in Linz Printprojekte.

 

Wir haben uns mit den beiden Kollegen und zwei ihrer Schülerinnen, Sarah und Sabrina, getroffen, um uns mit ihnen über das Projekt „über I morgen – Erzählungen und Nachrichten von der Zukunft“ zu unterhalten. Auf Basis eines gemeinsam erarbeiteten Fragebogens hatten 12 Schülerinnen ihre Mitschülerinnen und Mitschüler befragt, was ihre Gedanken über die Zukunft sind. In den so entstandenen Geschichten geht es nicht nur um Familien- und Berufswünsche, sondern auch um Umwelt, Gesellschaft und Religion.

 

Das Besondere bei diesem Projekt bestand darin, dass die Schülerinnen im Rahmen des Projektes mit der „Junior Company“ kooperierten und dadurch die Möglichkeit hatten, ein eigenes Versuchsunternehmen zu gründen. Die jungen Projektteilnehmerinnen lernten dadurch, ihr wirtschaftliches Know-how unter Beweis zu stellen – und sie erwiesen sich als geschäftstüchtig: Die Auflage von 200 Stück verkauften sie im Handumdrehen. Zielgruppe waren in erster Linie Verwandte, Freunde und weitere LehrerInnen. Für ihr Buch wurde das Schülerteam beim [mla] 2012 in der Kategorie „Print“ ausgezeichnet.

 

Aktivieren Sie JavaScript um das Video zu sehen.
Video-Link: https://vimeo.com/61814671

 

Bei unserem Besuch erfuhren wir nicht nur, warum die beiden Kollegen Medienbildung für sinnvoll erachten, sondern auch, warum sich in der Akzeptanz von schulischen Medienprojekten ein erfreulicher Wandel vollzogen hat!

 

 

 

FACTS:

 

 

–        Christian Schartner war der Projektleiter von „über I morgen“. Im Fachbereich „Projektmanagement“ wurde das Projekt realisiert. Sein Kollege Simon Mörwald betreute im Schuljahr 2010/11 das Buchprojekt „Vielfalt daheim – SchülerInnen erzählen ihre Geschichten“. Beim [mla] 2011 wurde auch sein Projektteam dafür ausgezeichnet.

 

–        Im Rahmen von „über I morgen“ interviewten 12 Schülerinnen Mitschülerinnen und Mitschüler aus ihrer Schule und kreierten aus den Interviews Geschichten im Umfang von zwei bis drei Seiten. 18 Geschichten wurden insgesamt entwickelt.

 

–        Nach dem Modell von „Junior Enterprise Austria“ arbeitete das Projektteam wie ein echtes Unternehmen. Bestandteile der Arbeit umfassten somit u. a. Kalkulation, Marketing, Buchhaltung, Steuerzahlungen etc.

 

–        In der Projektwoche im April 2012 wurde das Buch in einer professionellen Werbeveranstaltung präsentiert. Im Mai war das Projekt abgeschlossen.

 

 

Kooperation/Unterstützung: Das Projektteam von „über I morgen“ kooperierte mit der „Junior Enterprise Austria“. Diese Non-Profit Organisation unterstützt an österreichischen Schulen Bildungsprogramme mit Fokus auf Unternehmertum. Vermittelt werden Wirtschaftswissen durch Bildungspraxis. Die „Junior Enterprise Austria“ agiert in den Bundesländern direkt bei der Schule. Die Anmeldung zum JUNIOR Projekt ist mit Schulbeginn möglich.

http://www.junior.cc/junior.html

 

 

 

Mehr Infos zum Buchprojekt „über I morgen“:

http://www.hblw-landwied.at/index.php?id=995

 

Der Gesprächsleitfaden:

http://www.hblw-landwied.at/fileadmin/dateien_upload/bildung/projekte/Zeit/Gespraechsleitfaden_Buchinterviews.pdf

 

Das Projekt wurde an der HBLW Landwiedstraße Linz durchgeführt: http://www.hblw-landwied.at

 

 

 

Christian Schartner: „Ich sehe bei meinen SchülerInnen seit Jahren, dass die aktive Gestaltung von Medien der beste Weg ist, sich dem Thema überhaupt anzunähern. Insofern hat die Kompetenz ‚Mediengestaltung’ für mich eine wichtige Funktion als Türöffner in die Medienwelt. Als zweite Kompetenz entwickelt sich doch sehr häufig das (weiter), was

man ‚Kritikfähigkeit’ nennt. Halte ich ebenfalls für sehr wichtig. Schließlich hat unsere Arbeit eigentlich immer einen projektorientierten Charakter, und dabei entwickeln sich überfachliche Kompetenzen wie das selbstständige Denken und Arbeiten ganz gut.“

 

Simon Mörwald: „Ganz allgemein müssen Schülerinnen und Schüler fähig sein, Medien kritisch zu betrachten und zu konsumieren, damit sie weniger anfällig für Manipulationen jeder Art werden. Im Idealfall lernen sie auch, Medien produktiv und kreativ zu nutzen, für sich selbst und zum Wohle anderer.

Arbeitet man an einem Medienprojekt, so werden alle relevanten Kompetenzen trainiert, da man neben Sachkompetenz auch ein hohes Maß an Handlungskompetenzen braucht, um Projekte umzusetzen. Ein entscheidender Punkt ist natürlich auch die Teamkompetenz, die man im Produktionsprozess beweisen muss. Nicht zuletzt finde ich es toll, wenn ein Medienprojekt gelingt und die Schülerinnen und Schüler zu Recht stolz sein können auf ihr Produkt und ihre gemeinsame Leistung.“

 

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.